All-Star Game: Team LeBron – Team Giannis Tipp 18.02.2019

Zum 68. Mal treffen sich in der heutigen Nacht die besten Akteure der NBA zum NBA All-Star Game.

Nachdem das Spiel in den letzten Jahren immer mehr in die Kritik geriet und die Ergebnisse zeigten, dass Defensive kaum noch eine Rolle spielte, gab es in der letzten Saison eine entscheidende Veränderung. Diese Veränderungen war dringend notwendig, wenn man sich die Ergebnisse seit 2014 anguckt. Zwar ist das All-Star Game dazu da, um immer wieder für Highlights zu sorgen, doch die Tatsache, dass 2014 317 Punkte (163-155 für den Osten) erzielt wurden, zeigte eine erschreckende Entwicklung.
2015 wurde es dann noch etwas schlimmer und es wurden sogar 320 Punkte erzielt (163-158 für den Westen), bevor 2016 und 2017 alle Dämme brachen. Mit 196-173 gewannen 2016 die West-All-Stars und die Tatsache, dass 369 Punkte erzielt wurden, zeigte dass die Spieler das Spiel nicht mehr ernst nahmen. 2017 setzte dem Ganzen dann aber die Krone auf. Das Spiel ging 192-182 für den Westen aus und Anthony Davis wurde mit 50 Punkten zum MVP.

Die Fans verloren in dieser Zeit immer mehr das Interesse am Spiel und auch die Medien ließen kein gutes Haar am vermeintlichen Highlight der regulären Saison. Die Spieler verstanden die Kritik sogar und entschlossen sich, gemeinsam mit der Liga, den Modus zu ändern. Von nun sollten zwei Kapitäne bestimmt werden, die ihre jeweiligen Mannschaften aus den von den Fans, Medien, Spielern und Coaches bestimmten All-Stars auswählen durften.

Erfreulicherweise zeigte der Modus Wirkung und im letzten Jahr wurde es direkt spannend. LeBron James und Steph Curry wählten im letzten Jahr als Kapitäne ihre Mannschaften und letzten Endes konnte sich die Mannschaft von LeBron James mit 148-145 durchsetzen. James wurde zum MVP gewählt, in einem Spiel, in dem sogar wieder verteidigt wurde. Dementsprechend darf man sich in diesem Jahr auch darauf freuen, dass das Spiel wieder interessanter wird, die Spieler bei der Ehre gepackt sind und weiterhin Defensive und Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt werden.

Zudem wurden noch einmal weitere Veränderungen im Auswahlprozess der Spieler vorgenommen. Nachdem die Wahl von Curry und James im letzten Jahr noch geheim stattfand, wurde sie in diesem Jahr übertragen und LeBron James und Giannis Antetokounmpo führten Ihre Auswahl live, vor laufenden Kameras durch. Für die Medien und Fans ein gefundenes Fressen, gab es einige lustige Aktionen und schienen auch die beiden Kapitäne Spaß zu haben.

Tipp: Team Giannis

Die Medien und selbst einige Spieler ließen über Twitter verlauten, dass sie die Wahlen von Antetokounmpo nicht wirklich nachvollziehen konnten. Deswegen ist auch die Mannschaft von LeBron James leicht favorisiert, was allerdings dazu führen könnte, dass sich die Mannschaft von Antetokounmpo besonders motiviert zeigt. Kemba Walker wird sicherlich besonders daran interessiert sein, als Sieger in „seinem“ All-Star Game nach Hause zu gehen. Auch Steph Curry nennt Charlotte seine Heimat, so dass auch bei ihm besondere Motivation aufkommen wird. Dass Embiid und Spieler wie Westbrook und George ebenfalls ungerne verlieren, liegt auch auf der Hand und sicher wollen sich auch die First-Time All-Stars beweisen. Daher kann man durchaus den Tipp auf die Underdogs wagen, die vielleicht etwas mehr Motivation mitbringen und daher das Spiel gewinnen können.

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Vorweggenommen sei an dieser Stelle, dass LeBron scheinbar das etwas stärkere Team zusammen brachte, doch der Blick auf beide Mannschaften soll jedem ermöglichen, sich sein eigenes Bild zu machen.

Beginnen wollen wir mit Team LeBron.

Team LeBron – Coach Mike Malone (Denver Nuggets)

Starter (in der Reihenfolge, in der LeBron wählte):
LeBron James (Los Angeles Lakers) – Captain
Kevin Durant (Golden State Warriors)
Kyrie Irving (Boston Celtics)
Kawhi Leonard (Toronto Raptors)
James Harden (Houston Rockets)

Bank (in der Reihenfolge, in der LeBron wählte):
Anthony Davis (New Orleans Pelicans)
Klay Thompson (Golden State Warriors)
Damian Lillard (Portland Trail Blazers)
Ben Simmons (Philadelphia 76ers) – Im Trade gegen Westbrook
LaMarcus Aldridge (San Antonio Spurs)
Karl-Anthony Towns (Minnesota Timberwolves)
Bradley Beal (Washington Wizards)
Dwyane Wade (Miami Heat)

Team LeBron ist nicht nur sehr stark besetzt, sondern auch im Hinblick auf die derzeitige Situation der Liga interessant. James verriet bei seiner ersten Wahl, dass er auch im letzten Jahr Kevin Durant als erste Option wählte. Mit Kyrie Irving, Kawhi Leonard und James Harden komplettierte er seine Starting Five, die auf den ersten Blick unbesiegbar scheint. Er selbst, Durant und Leonard sind herausragende Verteidiger, die Klasse von Kyrie Irving ist unbestritten und James Harden ist in dieser Saison, der stärkste und aggressivste Offensiv-Spieler der Liga.

Doch auch die Bank lässt keine Wünsche offen. Anthony Davis, der in den letzten Wochen und Monaten in Trade-Gerüchten mit den Lakers in Verbindung gebracht wurde, war wenig überraschend James erster Pick und als zweite Option entschied er sich für Klay Thompson, dem überragenden Schützen aus Golden State. Damian Lillard wählte er als dritten Akteur, deutete bei seiner Wahl auf sein Handgelenk und sagte „You know what time it is“, in Bezug darauf, dass Lillard ein unfassbar guter Spieler in wichtigen Situationen ist.

James vierte Wahl fiel dann eigentlich auf Russell Westbrook, weil Antetokounmpo kurz vorher Ben Simmons ausgewählt hatte. Doch im Nachhinein, nachdem alle Spieler verteilt wurden, schlug James dem Griechen einen Trade vor, sodass Westbrook und Simmons noch einmal die Mannschaften wechselten.

Nachdem James dann feststellen musste, dass seine Mannschaft relativ klein war, draftete er LaMarcus Aldridge und Karl-Anthony Towns und da er den letzten Pick hatte, fand Bradley Beal auch noch den Weg in seine Mannschaft.

Die NBA überlegte sich zudem eine Besonderheit und gestattete Dwayne Wade und Dirk Nowitzki, dass sie auch noch einmal am All-Star-Game teilnehmen durften, obwohl sie leistungsmäßig nicht mehr gut genug sind. Da James zuerst bei diesen beiden Spielern wählen durfte, entschied er sich wenig überraschend für Wade und komplettierte damit seine Mannschaft.

James hat also eine unfassbare Mannschaft und mit Spielern wie Durant, Leonard, Irving, Harden und Davis eine Menge, unfassbares Talent bei sich in der Mannschaft.
Die Medien fanden daran gefallen, da Durant, Irving, Leonard und Davis nach der Saison Free-Agents werden (können), weshalb James sofort im Spaß nachgesagt wurde, dass er sich so einige Spieler zum Vorspielen einlud bzw. sie überreden will, nach LA zu kommen.

Es scheint schwer vorzustellen, wie James dieses Spiel mit seiner Mannschaft verlieren soll, doch der Blick auf die Mannschaft von Giannis Antetokounmpo zeigt, dass auch er einige Topspieler in seiner Mannschaft hat, die vor allem im Eins-gegen-Eins sehr schwer zu halten sind. Damit ist das Spiel vielleicht doch etwas offener als es der erste Blick auf James Team erahnen lassen würde.

Team Giannis – Coach Mike Budenholzer (Milwaukee Bucks)

Starter (in der Reihenfolge, in der Giannis wählte):
Giannis Antetokounmpo (Milwaukee Bucks) – Captain
Steph Curry (Golden State Warriors)
Joel Embiid (Philadelphia 76ers)
Paul George (Oklahoma City Thunder)
Kemba Walker (Charlotte Hornets)

Bank (in der Reihenfolge, in der Giannis wählte):
Khris Middleton (Milwaukee Bucks)
Nikola Jokic (Denver Nuggets)
Russel Westbrook (Oklahoma City Thunder) – Im Trade gegen Simmons
Blake Griffin (Detroit Pistons)
D’Angelo Russell (Brooklyn Nets)
Nikola Vucevic (Orlando Magic)
Kyle Lowry (Toronto Raptors)
Dirk Nowitzki (Dallas Mavericks)

Antetokounmpo musste nach seiner Wahl von Fans und Medien viel Kritik einstecken, da er einige First-Time All-Stars wählte und auch sonst Loyalität vor Klasse setzte.

Beginnen wir jedoch zunächst mit der Starting Five, bei der es kaum etwas auszusetzen gibt. Nachdem sich James für Durant entschied, wählte Antetokounmpo zunächst Steph Curry. Eine Wahl, die sicherlich vertretbar ist. Auch seine zweite Wahl, war mit Joel Embiid durchaus nachvollziehbar, da der Center aus Philly der beste Center der Liga ist. Als Giannis seinen vierten Spieler auswählen musste, hatte er die Wahl zwischen Paul George, James Harden und Kemba Walker. Seine Wahl fiel auf Paul George, was auch durchaus nachvollziehbar ist, in Anbetracht der Tatsache, wie gut George in den Wochen drauf ist. Dass er mit Walker dann den Hometown-Hero ins Team bekam, könnte sich in diesem Spiel auch noch auszahlen.

So wird von Walker erwartet, dass er hochmotiviert in die heutige Partie hinein geht und vor den eigenen Fans durchaus daran interessiert ist, den MVP-Titel mit nach Hause zu nehmen. Gleiches gilt allerdings auch für Steph Curry, für den Charlotte eine zweite Heimat ist. Er sagte zudem bereits, dass er sich nicht beim Spiel zurücknehmen wird.

Antetokounmpo hatte dann bei der Wahl der Reservisten den ersten Pick und überraschenderweise entschied er sich nicht für Anthony Davis, sondern für Khris Middleton. Dies kündigte er bereits im Vorfeld an, der er mit mir Middleton in einer Mannschaft spielt und ihm damit natürlich Loyalität zeigen wollte. Auch seine zweite Wahl war durchaus überraschend, entschied er sich für Nikola Jokic. Der Big Man der Nuggets spielt zwar eine herausragende Saison, doch viele fragten sich, ob andere Spieler für ein All-Star Game nicht vielleicht die bessere Wahl gewesen wären. Seine dritte Wahl fiel dann auf Ben Simmons, doch wie bereits oben erwähnt, wurde er im Nachgang gegen Russell Westbrook getradet, obwohl Giannis Westbrook sogar noch selbst hätte wählen können.

Seine vierte Wahl fiel aber nicht auf Westbrook, sondern auf Blake Griffin, was auch für viel Verwunderung sorgte. Damit unterstrich er aber, dass sein Team sehr groß sein soll. Anschließend entschied er sich zudem noch für die D’Angelo Russell, Nikola Vucevic und Kyle Lowry, allesamt Wahlen, die bei den Fans und Medien ebenfalls nicht wirklich Anklang fanden. Nachdem sich James dann noch für Wade entschied, bekam Antetokounmpo letzten Endes noch Dirk Nowitzki zugesprochen.

Sicherlich kann sich die Starting Five mit Antetokounmpo selbst, Curry, George, Embiid und Walker sehen lassen. Doch James Starting Five scheint dann doch noch etwas stärker besetzt zu sein und auch die Bank, scheint bei James insgesamt etwas tiefer zu sein. Trotzdem darf man das Team von Antetokounmpo deswegen nicht unterschätzen. Curry und Walker werden sicherlich sehr motiviert ins Spiel gehen und vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Medien sein Team bereits im Vorfeld schlechter sehen, könnte bei den Spielern von Giannis Antetokounmpos Mannschaft doppelte Motivation auslösen.

Interessant dürfte zudem werden, wie sich Joel Embiid und Russell Westbrook verstehen. Während der Saison gerieten Beide schon einige Male aufeinander und machten offen, dass sie nicht besonders viel füreinander übrig haben. Antetokounmpo betonte direkt nach seiner Wahl zum Captain, dass er die Beiden zusammen bringen will und beim All-Star Game gute Stimmung herrschen soll. Was aus dieser Idee des Griechen wird und ob sie sich als sinnvoll herausstellt, wird sich in den folgenden Tagen zeigen.

Letztlich darf man sich aber auf jeden Fall auf eine interessante Partie freuen, bei der hoffentlich Ernst gespielt wird und den Fans trotzdem jede Menge Highlights geboten werden

All-Star MVP: Steph Curry

Bei der All-Star Game MVP-Wahl, geht in der Regel ein Spieler des Siegerteams mit der MVP-Trophäe nach Hause. Da sich der Blick heute auf die vermeintlichen Underdogs lohnt, ist natürlich auch einer der Spieler, für den das heutige Spiel etwas Besonderes bedeutet, Favorit auf den MVP-Titel. Steph Curry und Kemba Walker sind hier natürlich zu nennen, doch letzten Endes ist es Curry, der sich besonders motiviert zeigte und heute groß aufspielen könnte. Bisher lief er in den All-Star Games noch nie wirklich heiß, doch vor der eigenen Familie und vielen Fans, die er noch in Charlotte hat, könnte es heute anders laufen. Da er der vermeintlich beste Schütze im Team der von Giannis ist, hat er gute Chancen heute den MVP-Titel mit nach Hause zu nehmen. Westbrook hat den Titel schon zweimal gewonnen, Embiid wäre sicherlich auch interessiert, doch heute schlägt Currys große Stunde und nach seinen drei Meisterschaftstiteln und den beiden regulären Saison MVP-Awards, greift er sich diesmal auch die All-Star MVP-Trophäe ab und erinnert alle daran, warum er zwei MVPs in Folge gewinnen konnte.

 

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