Welche HSV Transfers bringen den Hamburger SV in seiner zweiten Saison nach der Bundesliga-Rückkehr wirklich weiter? Die Rothosen haben den Kader an zahlreichen Stellen verändert und gerade in der Offensive sowie im Mittelfeld ordentlich nachgelegt.
Dabei gehen die Hamburger durchaus unterschiedliche Wege. Martin Adeline und Kofi Amoako stehen für Entwicklungspotenzial, während mit Patson Daka, Terem Moffi und Sebastiaan Bornauw reichlich internationale Erfahrung in den Volkspark kommt. Albert Grönbaek wurde nach seiner vorherigen Leihe fest verpflichtet. Gleichzeitig mussten Spieler ersetzt werden, die im ersten Bundesliga-Jahr durchaus eine Rolle gespielt hatten. Insgesamt sind die Veränderungen im Kader größer als bei vielen Konkurrenten.
HSV Transfers: Zugänge in der Analyse

HSV Transfers & Transfergerüchte zum Hamburger SV // Bild: Eigenes/KI
Bei den HSV Transfers gibt es einiges zu besprechen. Sieben relevante Neuzugänge stehen inzwischen fest. Vor allem in der Offensive hat Sportdirektor Claus Costa kräftig umgebaut.
- Kofi Amoako: Der defensive Mittelfeldspieler kommt von Dynamo Dresden und soll dem HSV zusätzliche Athletik und Zweikampfstärke geben. Der deutsche U20-Nationalspieler absolvierte in der vergangenen Saison 33 Pflichtspiele für die Sachsen. Zuvor war er bereits beim VfL Wolfsburg ausgebildet worden und sammelte während einer Leihe beim VfL Osnabrück Spielpraxis in der 3. Liga. Rund 1,8 Millionen Euro werden als Ablöse genannt. Mit gerade einmal 20 Jahren ist Amoako kein fertiger Bundesliga-Spieler. Genau darin liegt allerdings auch der Reiz dieses Transfers. Der HSV bekommt einen körperlich starken Sechser, der sich noch deutlich entwickeln kann und bei entsprechender Entwicklung langfristig einen größeren Marktwert besitzen dürfte.
- Albert Grönbaek: Eigentlich kennt man den Dänen bereits. Grönbaek spielte seit Januar 2026 leihweise für den HSV und wurde nun fest von Stade Rennes verpflichtet. Deshalb gehört er trotz seiner vorherigen Leihe zu den wichtigen Hamburger SV Transfers dieses Sommers. Der offensive Mittelfeldspieler hatte offenbar schnell genug gezeigt, dass seine Spielintelligenz, Technik und Flexibilität zum Hamburger Spiel passen. Rund 4,7 Millionen Euro soll die feste Verpflichtung gekostet haben. Gerade weil Trainer Merlin Polzin den Spieler bereits kennt, ist das Risiko geringer als bei einem komplett neuen Zugang. Der 25-Jährige kann unterschiedliche offensive Rollen übernehmen und dürfte bei entsprechender Fitness regelmäßig Einsatzzeiten erhalten.
- Martin Adeline: Vier Millionen Euro überweist der HSV nach Medienberichten zunächst an ESTAC Troyes. Dazu können Bonuszahlungen kommen. Der 22-jährige Franzose war in der vergangenen Saison einer der auffälligsten Spieler seines Clubs. In 32 Ligaspielen gelangen ihm zehn Tore und elf Vorlagen. Damit war er maßgeblich am Aufstieg von Troyes in die Ligue 1 beteiligt. Adeline kann im zentralen und offensiven Mittelfeld eingesetzt werden und bringt etwas mit, das jedem Team guttut: Torgefahr aus dem Mittelfeld. Gleichzeitig arbeitet er intensiv gegen den Ball und sucht immer wieder den Weg in gefährliche Räume. Von allen jüngeren HSV Wechseln gehört Adeline zu den spannendsten. Vier Millionen Euro sind kein Schnäppchen, angesichts seines Alters und der Vorsaison aber nachvollziehbar.
- Patson Daka: Der Name dürfte vielen Fußballfans bekannt sein. Daka kommt ablösefrei, nachdem sein Vertrag bei Leicester City ausgelaufen war. Der 27-Jährige bringt reichlich internationale Erfahrung mit und spielte vor seiner Zeit in England sehr erfolgreich bei Red Bull Salzburg. Für Sambia absolvierte er bereits 47 Länderspiele und erzielte dabei 21 Treffer. Daka zeichnet vor allem sein Tempo aus. Er sucht Wege hinter die gegnerische Abwehr und kann damit eine andere Art von Gefahr erzeugen als klassische Strafraumstürmer. Schon beim ersten Testeinsatz gegen Heidenheim traf er. Weil keine Ablöse fällig wurde, könnte dieser Transfer zu den besten Geschäften des Sommers gehören. Natürlich muss Daka zunächst zeigen, dass er seine Qualitäten auch konstant in der Bundesliga abrufen kann.
- Bilal Nadir: Auch für den 22-jährigen Mittelfeldspieler musste Hamburg keine Ablöse zahlen. Sein Vertrag bei Olympique Marseille war ausgelaufen. Nadir bringt trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung aus 53 Pflichtspielen für den französischen Traditionsclub mit. Der technisch starke Mittelfeldspieler kann unterschiedliche Rollen im Zentrum übernehmen. Sportdirektor Costa hebt insbesondere seine Ballkontrolle und seine Fähigkeit hervor, den Rhythmus eines Spiels zu beeinflussen. Genau solche Spielertypen sind interessant, wenn ein Gegner tief verteidigt und Lösungen im engen Raum gefragt sind. Als ablösefreier Spieler mit Entwicklungspotenzial ist Nadir finanziell ein überschaubares Risiko. Ob er sich sofort einen Stammplatz erspielt, ist dagegen noch offen.
- Sebastiaan Bornauw: Eine gewöhnliche Leihe würden wir bei den HSV Transfers nicht gesondert behandeln. Bornauw ist aufgrund seiner Erfahrung aber eine Ausnahme. Der Innenverteidiger kommt für ein Jahr von Leeds United. Medien berichten zudem von einer Kaufoption über rund 4,6 Millionen Euro. Der 27-Jährige kennt die Bundesliga bestens. Für Köln und Wolfsburg brachte er es bereits auf 140 Einsätze im deutschen Oberhaus. Bornauw ist körperlich stark, kopfballgefährlich und bringt genau jene Erfahrung mit, die nach dem Ende der Vuskovic-Leihe in der Innenverteidigung benötigt wird. Besonders interessant: Der HSV muss sich nicht sofort langfristig binden. Überzeugt der Belgier, besteht offenbar die Möglichkeit zur festen Verpflichtung.
- Terem Moffi: Kurz vor dem Bundesliga-Start legte der HSV im Sturm noch einmal nach. Moffi kommt fest von OGC Nizza und soll nach Medienberichten nur rund zwei Millionen Euro kosten. Der Nigerianer bringt mit 27 Jahren bereits reichlich Erfahrung aus Frankreich und Portugal mit. In der Rückrunde der vergangenen Saison spielte er leihweise für den FC Porto. Der Linksfuß lebt von seiner Physis, seiner Entschlossenheit und dem direkten Weg zum Tor. Zusammen mit Daka besitzt der HSV damit zwei neue Mittelstürmer mit sehr unterschiedlichen Qualitäten. Dass Nizza einst mehr als 20 Millionen Euro für Moffi zahlte, zeigt zumindest, welches Potenzial man dem Angreifer einmal zutraute. Für die vergleichsweise geringe Ablöse ist dieser HSV Transfer äußerst spannend.
Auf gewöhnliche Leihrückkehrer und verliehene Nachwuchsspieler gehen wir bei den HSV Transfers bewusst nicht näher ein.
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Neuzugänge beim Hamburger SV // Bild: Eigenes/KI
HSV Abgänge: Wechsel weg aus dem Volkspark
Auch auf der Abgangsseite gab es Bewegung. Besonders im Sturm haben die Hamburger einige bekannte Gesichter verloren.
- Ransford Königsdörffer: Nach vier Jahren endet die Zeit des Angreifers beim HSV. Sein Vertrag lief aus, anschließend wechselte er ablösefrei zu Mainz 05. Königsdörffer absolvierte insgesamt 138 Pflichtspiele für die Rothosen, erzielte 33 Tore und bereitete neun weitere Treffer vor. Der HSV hätte gerne mit ihm verlängert. Der Spieler entschied sich jedoch für eine neue Herausforderung. Gerade deshalb ist der Abgang sportlich durchaus schmerzhaft.
- Robert Glatzel: Noch größer ist die emotionale Bedeutung dieses HSV Wechsels. Nach fünf Jahren verlässt der Mittelstürmer Hamburg und schließt sich dem Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg an. Gerade in der 2. Bundesliga war Glatzel über Jahre einer der zuverlässigsten Torjäger des Clubs. In der ersten Saison nach dem Aufstieg nahm seine Bedeutung allerdings bereits ab. Mit Daka und später Moffi haben die Hamburger das Sturmzentrum anschließend komplett neu aufgestellt.
- Fabio Baldé: Der 21-Jährige verlässt seinen Ausbildungsverein nach sechs Jahren und wechselt zu Racing Straßburg. Für den HSV ist dies einerseits schade, weil ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs geht. Andererseits unterstreicht der Wechsel, dass die Nachwuchsarbeit auch wirtschaftlich funktionieren kann. Der Verein sprach selbst davon, bei solchen Abgängen nennenswerte Ablösen erzielen zu wollen. Über die genaue Transfersumme machte der HSV keine Angaben.
- Lukasz Poreba: Der Mittelfeldspieler war bereits in der vergangenen Saison an Elversberg verliehen und spielte dort eine starke Saison. Die Saarländer zogen anschließend ihre Kaufoption. Da Poreba somit ohnehin nicht mehr zum eigentlichen HSV-Kader gehörte, ist dieser Abgang sportlich für die neue Saison kaum von Bedeutung. Rund 1,6 Millionen Euro werden als Ablöse geführt.
Weitere Leihgeschäfte mit Spielern wie Aboubaka Soumahoro, Noah Katterbach oder Hannes Hermann lassen wir außen vor. Sie sind für die direkte Bewertung des Bundesliga-Kaders weniger interessant.

Transfer Abgänge beim Hamburger SV // Bild: Eigenes/KI
Aktuelle Wett-Tipps
Übersicht der HSV Transfers: Alle Wechsel auf einen Blick
Was sind die Tops & Flops bei den HSV Wechseln?
Patson Daka könnte sich als besonders cleverer Transfer herausstellen. Einen 27-jährigen Angreifer mit Premier-League-, Champions-League- und Länderspielerfahrung ablösefrei zu bekommen, ist grundsätzlich interessant. Auch Terem Moffi ist für die kolportierten zwei Millionen Euro ein Kandidat für einen echten Transfer-Coup. Der HSV hat damit im Sturm Erfahrung verpflichtet, ohne zweistellige Millionensummen auszugeben.
Martin Adeline besitzt dagegen vielleicht das größte Entwicklungspotenzial. 21 Torbeteiligungen in einer Saison sind für einen Mittelfeldspieler bemerkenswert. Schafft er den Sprung auf Bundesliga-Niveau, könnten die vier Millionen Euro schnell gut investiert aussehen.
Auch Nadir und Amoako passen zur langfristigen Strategie. Beide sind jung, entwicklungsfähig und kosten zusammen vergleichsweise wenig. Bornauw wiederum ist weniger ein Perspektivspieler als eine Absicherung für die Gegenwart.
Flops lassen sich vor dem Bundesliga-Start kaum seriös bestimmen. Am ehesten steht hinter der komplett neu zusammengestellten Offensive ein Fragezeichen. Daka und Moffi bringen Qualität mit, müssen sich aber beide erst in Hamburg und im deutschen Fußball zurechtfinden. Gleichzeitig fehlen mit Königsdörffer und Glatzel zwei Stürmer, die den Club und das Umfeld bereits bestens kannten.
Insgesamt wirken die HSV Transfers durchdacht. Es wurde nicht nur auf einen Spielertyp gesetzt. Erfahrung, Geschwindigkeit, Technik und Entwicklungspotenzial verteilen sich auf mehrere Neuzugänge. Gerade die Verpflichtungen von Daka, Moffi und Nadir erscheinen aufgrund der geringen beziehungsweise komplett entfallenden Ablösen finanziell interessant.
Über HSV Transfergerüchte berichten wir bewusst nicht. Diese Analyse wurde am 25. August 2026 erstellt. Das Transferfenster ist noch bis Dienstag, den 1. September 2026 (20 Uhr) geöffnet.
Informiere dich über neue Taktiken und behalte die Wettstrategien immer im Auge.
Thomas Kellner
Fußball Experte
Jahrgang 69, im Herzen jung und als ehemaliger Fußballer sowie Schiedsrichter als freiberuflicher Autor stets aktuell informiert über das Geschehen aller europäischen Fußball-Ligen. Heimatverein und „alte Liebe“: Hannover 96