Die Premier League gilt als stärkste Fußball-Liga der Welt. Ein Ruf, den sie sich hart erarbeitet hat, denn seit Jahrzehnten beschäftigt das englische Oberhaus einige der besten Kicker des Planeten. Legenden und Stars wie David Beckham, Thierry Henry, Eric Cantona oder Dennis Bergkamp schnürten in der Premier League bereits ihre Schuhe – und wer den englischen Fußball aktuell verfolgt, der weiß: Auch in der aktuellen Zeit spielen etliche herausragende Akteure auf der Insel. Welche aber sind unter ihnen die besten?

Hier finden Sie den Versuch einer Antwort: ein Ranking der zehn besten Premier-League-Spieler!

(Hinweis: Zur Erstellung der Liste wurden vor allem die Leistungen ab der Saison 2018/19 bis in die Gegenwart (Januar 2020) gewichtet. Zum Vergleich über alle Positionen hinweg wurde neben allgemeinen Statistiken auch Faktoren wie der Einfluss auf den Teamerfolg oder die Klasse im Vergleich zur Konkurrenz auf derselben Position gewichtet.)

Platz 10: Wilfried Ndidi – Leicester City

Wilfried Ndidi.

Spoiler: Wilfried Ndidi ist der einzige Spieler auf dieser Liste, der nicht in Liverpool oder bei einem der Manchester-Klubs unter Vertrag steht. Der 23-jährige Nigerianer spielt für Leicester City – und ist dort einer der Hauptgründe für den Aufschwung in 2019.

 

Ndidi wechselte im Sommer 2017 auf die Insel, gerade 20 war er da. Er trat in große Fußstapfen: Ein gewisse N‘Golo Kante musste ersetzt werden.

 

Drei Jahre später ist Ndidi vielleicht sogar mehr als das gelungen. Im Jahr 2019 entwickelte er sich zum besten defensivorientierten Mittelfeldspieler der Liga – zumindest den Zahlen nach. Knapp 3 Ballgewinne und 2,7 abgefangene Pässe lieferte Ndidi 2019 im Schnitt, niemand kommt in Europas Top-Ligen auf höhere Werte.

 

Ndidi ist ein Spieler für die Drecksarbeit. Er läuft und läuft und läuft, stopft Löcher und schließt Lücken. Dank seiner herausragenden Positionsarbeit konnte Leicester-Coach Brendan Rodgers sich den Luxus erlauben, auf ein Dreier-Mittelfeld umzustellen und dadurch einen zusätzlichen Offensivspieler einzusetzen. Seit dieser Anpassung spielt Leicester auf Champions-League-Niveau. Rodgers Kommentar über seinen Weltklasse-Abräumer: „Er riecht die Gefahr.“

 

Mit seinen Qualitäten weckt Ndidi natürlich Begehrlichkeiten, über die Saison 2019/20 hinaus dürfte der Nigerianer kaum zu halten sein.

 

Platz 9: Trent Alexander-Arnold – FC Liverpool

Trent Alexander-Arnold.

Mit seinen 21 Jahren ist Trent Alexander-Arnold der klar jüngste Spieler dieser Top 10. Kein Wunder: Was dem Rechtsverteidiger an Erfahrung fehlt, macht er mit purer Klasse wieder wett – an beiden Enden des Feldes.

15 Vorlagen (!) lieferte Alexander-Arnold in der Saison 2018/19. Das ist nicht nur unter Defensivspielern der stärkste Wert, sondern in der gesamten Liga. Mit anderen Worten: Alexander-Arnold übertrumpfte die De Bruynes, Sterlings und Hazards der Liga, während er nebenbei die de Bruynes, Sterlings und Hazards der Liga verteidigte.

Und es sind nicht allein die Vorlagen, die Alexander-Arnold auszeichnen. Es ist sein Passspiel im Allgemeinen: Die Diagonalbälle, Dropkick-Zuspiele und Gassenpässe des Rechtsverteidigers füllen mittlerweile etliche Highlight-Videos, und sie sind derart schön, dass man sich fragt, warum dieser Mann eigentlich auf einer vermeintlichen Defensivposition agiert.

Alexander-Arnold beherrscht eben auch die Kunst der Verteidigung: Er ist sehr schnell, besitzt eine gute Antizipation und hat unter Jürgen Klopp in beeindruckendem Tempo an taktischer Reife gewonnen. Da der deutsche Coach die offensiven Qualitäten seines Youngsters kennt und schätzt, ist Alexander-Arnold dennoch stark ins Angriffsspiel seiner Reds eingebunden.

Seinem Offensivdrang ist auch eines der Big Plays des Fußballjahres 2019 zu verdanken: Im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona benötigte der FC Liverpool einen 4:0-Sieg im Rückspiel, um ins Finale einzuziehen. Es lief die 79. Spielminute, Alexander-Arnold hatte gerade einen Eckball herausgeholt und den Ball für Jordan Henderson bereitgelegt.

Der Verteidiger hatte sich bereits einige Schritte von der Pille entfernt, als ihm die unsortierte Barca-Defensive und der komplett unbewachte Divock Origi auffiel. Alexander-Arnold machte kehrt und schlug einen Pass genau auf den Fuß des verdutzten Stürmers. Origi schaltete gerade noch rechtzeitig, um den Ball im Tor unterzubringen. Es war der Treffer zum 4:0-Endstand. Vier Wochen später gewann Liverpool die Champions League.

Die Szene hat Symbolcharakter: Alexander-Arnold ist schlitzohrig, gedankenschnell und ein exzellenter Passer. Würde ihm nur eines dieser Attribute fehlen, wäre dieses Tor wohl nie gefallen – und die Reds wären womöglich nicht Gewinner der Königsklasse geworden.

 

Platz 8: Alisson Becker – FC Liverpool

Alisson Becker.

Als Alisson Becker 2018 beim FC Liverpool anheuerte, waren die Erwartungen groß: Der brasilianische Keeper sollte eine der letzten großen Baustellen im Team von Jürgen Klopp schließen. Man erinnere sich: Zuvor hütete ein gewisser Loris Karius den Kasten…

Becker wurde in Porto Alegre ausgebildet, in Rom reifte er zum Weltklasse-Tormann. Seine 1,93 Meter Gardemaß bewegt er mit herausragender Agilität, was regelmäßig zu spektakulären Paraden führt. Auch und gerade im Eins-gegen-Eins, der Paradedisziplin für Keeper, ist Becker derzeit führend. Unzulänglichkeiten in der Strafraumbeherrschung, die ihm in Rom noch nachgesagt wurden, traten seit seiner Ankunft an der Anfiele Road kaum einmal zu Tage. Stattdessen: Souveränität pur.

Gleich in seiner ersten Premier League Saison schaffte es Becker, einen Rekord aufzustellen: Er blieb 21 Mal ohne Gegentreffer. Diesen Wert erreichte nicht einmal sein Landsmann Ederson vom Triple-Sieger ManCity (20).

Als wäre dies nicht genug, durfte sich Becker im Sommer 2019 auch noch über den Gewinn der Copa America freuen, bei der er erst im Finale erstmals hinter sich greifen musste (1 Gegentor aus 6 Spielen). Natürlich sind weiße Westen nicht allein der Verdienst des Keepers, doch es steht außer Frage, dass Becker mit seinen Reflexen und Rettungstaten für Sicherheit und Stabilität sorgt. Vollkommen zurecht wurde er deshalb 2019 zum Welttorhüter genannt – vor André Ter Stegen, Ederson und Manuel Neuer.

Wer sich gegen solch eine Konkurrenz durchsetzen kann, der ist in der Liste der zehn besten Premier-League-Spieler alternativlos.

 

Platz 7: Paul Pogba – Manchester United

Paul Pogba.

Paul Pogba hat es nicht leicht: Seit Jahren wartet die Fußballwelt darauf, dass der wohl begnadetste Spielmacher seiner Generation die nächste Evolutionsstufe erreicht. In seinem Fall heißt das: Die Stufe „Messi, Ronaldo, Neymar“.

Bislang ist Pogba diesen letzten Durchbruch schuldig geblieben, und deshalb schwingt oft ein Hauch Enttäuschung mit, wenn Medien über die Leistungen des langen Franzosen berichten. Macht man sich jedoch einmal von diesen Erwartungen und Voreinstellungen frei, so kann man nur zu einem Schluss kommen: Dass Pogba auch in seiner aktuellen Verfassung zu den besten auf seiner Position gehört. Weltweit, wohlgemerkt.

Pogba ist ein Fußball-Aristoteles, ein Universalbegabter: Top-Athlet, Zweikämpfer, Denker und Lenker, Künstler, Leader und Vollstrecker. In jedem Spielfelddrittel kann der Franzose großen Einfluss nehmen. Wenn man jedoch eine Fähigkeit besonders herausheben müsste, so wäre es wohl sein Passspiel: An einem guten Tag reißen Pogbas Zuspiele Lücken, wo eigentlich keine sind, und wenn er am anderen Feldende einen Rashford, Griezmann oder Martial starten sieht, dann findet er deren Füße zielgenau.

Im vergangenen Jahr bereitete Pogba neun Tore vor. Unter den zentral-defensiven Mittelfeldspielern lag er damit ganz vorne – und nicht nur dort: Mit 13 Treffern war der (Vize-)Kapitän ManUniteds so torgefährlich wie noch nie in seiner Karriere.

 

Platz 6: Sergio Agüero – Manchester City

Sergio Agüero.

Der bekannteste Mittelstürmer der Premier League ist Harry Kane. Der beste ist Sergio Agüero. 21 Tore erzielte der Argentinier in der Saison 2018/19. Damit fehlte ihm nur eines zur Torjägerkrone – und das, obwohl er deutlich weniger Minuten spielte (2.480) als die Gewinner Pierre-Emerick Aubameyang (2.731), Sadio Mané (3.086) und Mohammed Salah (3.261).

Agüero ist ein Stürmer der klassischen Art, ein Gerd Müller der Neuzeit. Er ist weder der schnellste noch der robusteste oder technisch versierteste Spieler – aber er weiß, wo das Tor steht. Spiel für Spiel führen ihn seine untrüglichen Instinkte in die gefährlichsten Räume, und hat er den Ball einmal in aussichtsreicher Position vor dem Fuß, können die Techniker im Etihad Stadium schon einmal die Finger auf den Tormusik-Button legen. Agüeros Nervenstärke ist enorm.

Dass der Argentinier seltener im Rampenlicht steht als es seine Leistungen fordern, liegt vor allem an zwei Faktoren: Zum Einen ist Agüero ein eher öffentlichkeitsscheuer Mann, ein Fußball-Arbeiter, der den Rummel der Medien meidet. Zum Anderen spielt Agüero bei Manchester City in einer absoluten Weltklasse-Offensive, sodass sein Beitrag neben Sterling, De Bruyne & Co. oftmals zu klein daherkommt.

Dabei sind die Zahlen eindeutig: Agüero ist der bei Weitem konstanteste Angreifer der Premier League. In der Saison 2018/19 gelangen ihm zum fünften Mal in Folge mindestens 20 Treffer – von solch einer Kontinuität können seine Kollegen in dieser Liste nur träumen. Noch beeindruckender wird diese Statistik vor dem Hintergrund, dass Agüero selten an der maximalen Spielzeit gekratzt hat. Mit anderen Worten: Er spielt extrem effektiv. Fast alle 100 Minuten gelang ihm 2019 ein Tor – in der Hinrunde 2019/20 sogar nur alle 77!

Auf Champions-League-Niveau erreichten im selben Zeitraum nur zwei Spieler höhere Werte: Robert Lewandowski und Lionel Messi.

Platz 5: Kevin De Bruyne – Manchester City

Kevin de Bruyne.

Diese Liste kommt selbstverständlich nicht ohne Kevin de Bruyne aus. Der belgische Blondschopf gehört nicht nur zu den besten Spielern der Premier League – viele würden ihn wohl auch zu den zehn besten der Welt zählen. Warum? Weil sein Mix aus Qualitäten einzigartig ist.

De Bruyne versteht es wie kein Zweiter, seine Mitspieler in Szene zu setzen: Er ist extrem spielintelligent und aktionsschnell, noch dazu besitzt er eine herausragende Technik. De Bruyne kann von Gegenspielern umringt sein – mit seinem starken ersten Touch findet er häufig Lösungen in unlösbaren Situationen. Seine Flanken und scharfen Pässe gehören zu den Besten der Welt – 19 und 16 Torvorlagen in den Saisons 2016/17 und 2017/18 sprechen eine klare Sprache – hinzu kommen seine zahllosen Pässe zum Assist.

Nach einem Durchhänger im Vorjahr spielte de Bruyne 2019/20 die beste Halbserie seiner Karriere: Sieben Tore und 15 Vorlagen aus 21 Spielen – da konnten selbst die Ausnahmekönner aus Liverpool nicht mithalten.

Angesichts solcher Zahlen ist es normal und alternativlos geworden, Kevin de Bruyne zu den besten Spielern der Welt zu zählen. Wer allerdings den Weg des Belgiers kennt – gerade in Deutschland dürfte er vielen bekannt sein – der wird sich doch in manch ruhigem Moment denken: Hut ab, was aus dem schmächtigen Jungen von der Weser geworden ist!

In Bremen nämlich ging de Bruynes Stern auf: Mit 21 Jahren wechselte der rotblonde Mittelfeldmann aus Genk zu den Werderanern – wo er auf Anhieb zum Leistungsträger mutierte. Mit seinem feinen Passspiel und seiner Kreativität wurde de Bruyne zum Dreh- und Angelpunkt des Bundesligisten, am Ende der Saison 2012/13 standen 19 Scorerpunkte in 33 Spielen zu Buche. Zahlen, die einen gewissen José Mourinho aufmerksam machten. Der exzentrische Starcoach lotste de Bruyne nach Chelsea, doch die Blues, man mag es heute kaum glauben, waren für den Youngster eine Nummer zu groß. Nur drei Einsätze bestritt de Bruyne in der Hinrunde 2013, nach nur einem Halbjahr ging es deshalb zurück in die Bundesliga: zum VfL Wolfsburg.

Hier fand de Bruyne zurück zu alter Stärke und knüpfte nahtlos an Bremer Zeiten an: Binnen zwei Jahren reifte er zum Topstar der Liga. Nach insgesamt 56 Scorerpunkten aus 73 Pflichtspielen fühlte sich de Bruyne bereit für den Schritt, an dem er zwei Jahre zuvor gescheitert war: den Wechsel in die Premier League.

Manchester City überwies 80 Millionen Euro für die Dienste des Belgiers – und mittlerweile wissen wir: Dieses Geld war extrem gut investiert. De Bruyne ist unter den Citizens, auch dank der Ankunft Pep Guardiolas, zum Weltstar gereift, er vereint Qualitäten, die ihresgleichen suchen. Das beängstigende aus Sicht der Gegner: De Bruyne ist immer noch erst 28 Jahre alt – ihm bleibt also noch reichlich Zeit, überforderte Defensivreihen zu terrorisieren.

 

Platz 4: Raheem Sterling – Manchester City

Raheem Sterling.

„Wenn du so weiter machst, bist du mit 17 entweder im Gefängnis oder in der Nationalmannschaft.“

Diese Worte soll ein Lehrer an Raheem Sterling gerichtet haben. Im Kindes- und Jugendalter galt der Brite als problematisch, wieder und wieder zog es ihn auf die schiefe Bahn. Seine Eskapaden und Tabubrüche führten ihn bis ins Heim für Schwererziehbare, wo sich ein Lehrer zum obigen Statement genötigt sah. Aus heutiger Sicht ist klar: Dieses unschöne Kapitel liegt hinter dem Jungen – stattdessen entwickelte sich Sterling zu einem der besten Fußballer der Welt.

Der nur 1,70 Meter kleine Flügelspieler ist bei ManCity gesetzt, und das mag viel heißen in einer Offensive, die vor Weltklasse nur so strotzt. Während Pep Guardiola Spieler wie Silva, Sané, Mahrez oder Jesus je nach Gegner einsetzt oder auch nicht, ist Sterlings Platz in wichtigen Spielen sicher. Weil er fast nie enttäuscht.

Sterlings große Stärke ist seine Dynamik und Koordination. Zwar machen sich Fans im Netz seit Jahren über seinen unorthodoxen Laufstil lustig, doch im gesamten Weltfußball gibt es höchstens eine Handvoll Spieler, die so schnell und wendig sind wie der ehemalige Liverpooler. Was Sterling den meisten von ihnen voraus hat: Er ist obendrein ein exzellenter Raumdeuter und Vollstrecker. 46 Tore und 29 Assists gelangen dem gebürtigen Jamaikaner ihm binnen zweieinhalb Jahren. Mehr Scorerpunkte sammelte im selben Zeitraum nur ein gewisser Mo Salah.

Neben dem Platz ist von dem Störenfried Sterling nicht mehr viel übrig, er ist enorm gereift. Statt mit Anzeigen, Länderspielabsagen oder Frauengeschichten, die zu Beginn seiner Karriere die Schlagzeilen bestimmten, sorgte Sterling 2019 vor allem mit seinen Statements gegen Rassismus für Aufmerksamkeit. Seine zunehmend laute Stimme in sozialen Belangen brachte ihm vollkommen zurecht die Nominierung zur „BBC Sports Personality of the Year“.

Honorable Mentions – weitere Top-Spieler der Premier League

Ehe die drei besten Spieler der Liga verkündet werden, sollen an dieser Stelle noch ein paar weitere Namen Platz finden. Diese Spieler haben es letztlich nicht in die Top 10 geschafft – aber herausragenden Fußball boten sie trotzdem.

 

Harry Kane – Tottenham Hotspur: Wenn es um die besten Mittelstürmer der Welt geht, dann taucht Harry Kane stets vorne mit auf. Der Topstar der Tottenham Hotspur ist ein Torgarant, seine Abschlussstärke ist immens. Hätte Kane in der Saison 2018/19 keine Verletzungssorgen gehabt – er verpasste zehn Spiele – so wäre er in dieser Liste wohl vertreten gewesen.

 

Aaron Wan-Bissaka – Crystal Palace: Er spielte bei Crystal Palace dermaßen stark auf, dass sich Manchester United für 50 Millionen seine Dienste sicherte: Aaron Wan-Bissaka gehört auf der Position des Außenverteidigers zum Besten, was die Premier League zu bieten hat. Sein Mix aus Physis, Schnelligkeit und Verbissenheit macht ihn zu einem unangenehmen Gegenspieler – ganz gleich, wer gegen ihn antritt.

 

Pierre-Emerick Aubameyang – FC Arsenal: Der Angreifer des FC Arsenal wurde mit 22 Toren Torschützenkönig – an der Seite zweier Stars, die in dieser Liste noch auftauchen werden. Dass Pierre-Emerick Aubameyang diese Auszeichnung bei den kriselnden Gunners erringen konnte, ist ihm hoch anzurechnen. Sein Speed und seine Instinkte bewegen sich auf absolutem Welt-Niveau.

 

David Silva, „Der Maestro“ – Manchester City: Es fällt schwer, sich eine Welt vorzustellen, in der David Silva nicht mehr das Mittelfeld von Manchester City dirigiert. Der Spanier spielt auch in fortgeschrittenem Alter in seiner eigenen Liga, wenn es um Ballsicherheit und -verteilung geht. In einer der drei besten Offensiven der Welt fungiert er als steter Initiator.

 

Aymeric Laporte – Manchester City: Laut seines Trainers ist er der beste linke Innenverteidiger der Welt: Aymerick Laporte hat bei Manchester City eine wichtige Lücke geschlossen. Seine Ruhe im Spielaufbau, seine Resolutheit im Zweikampf, seine Agilität in der Luft – dank dem Franzosen verkörpern die SkyBlues endlich auch in der Innenverteidigung oberste Klasse. Hätte sich Laporte zum Jahresende nicht schwer verletzt, wäre in dieser Liste wohl Platz für ihn gewesen.

 

Jamie Vardy – Leicester City: Der ewige Vardy! Auch mit bald 35 Jahren gehört Jamie Vardy noch zu den besten und schnellsten Stürmern der Premier League. 18 Tore gelangen ihm 2018/19, in der Saison 2019/20 reichte ihm schon die Hinrunde für 17 Treffer. Bei dem Kapitän von Leicester City scheint es wie mit Wein zu sein: Er wird im Alter besser.

 

Nun zu den Top 3 der besten Premier-League-Spieler der Gegenwart.

 

Platz 3: Mohammed Salah – FC Liverpool

Mohammed Salah.

Hätte man dieses Ranking im Jahr 2018 erstellt, so wäre Mo Salah zweifellos ganz oben gelandet. 44 Tore und 16 Assists erzielte der Ägypter binnen einer einzigen Saison. Er übertrumpfte damit nicht nur die Konkurrenz in der Premier League – er übertrumpfte sogar Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Die Fabelsaison 2017/18 machte Salah zum Weltstar und Hoffnungsträger eines ganzen Kontinents. Doch sein Ruhm hat zuletzt ein wenig gelitten – weil Salah das Niveau seiner Wunderspielzeit nicht ganz halten konnte. Angesichts von über 24 Scorerpunkten und der Verteidigung der Torschützenkrone in der Saison 2018/19 fällt diese Einschätzung allerdings unter die Kategorie: Meckern auf höchstem Niveau.

Überhaupt ist es erstaunlich, wie weit es Salah gebracht hat – denn lange wirkte es, als habe die Fußballwelt zu viele Hoffnungen in den Ägypter gesteckt. Nachdem er beim FC Basel seinen Durchbruch feierte, wechselte er bereits 2013 auf die Insel zum FC Chelsea – doch bei den Blues saß Salah eineinhalb Jahre lang auf der Bank. Es folgten eine Leihe nach Florenz und schließlich ein Wechsel nach Rom. Erst dort fand Salah wieder in die Spur – und bescherte dem FC Liverpool eines der besten Investments der Vereinsgeschichte. 40 Millionen überwiesen die Reds an den AS Rom. Sie bekamen den Fabel-Salah der Saison 2017/18.

In 2019, wie gesagt, kühlte Salah etwas ab, die Lorbeeren für den Champions-League-Sieg musste er sich mit dem aufstrebenden Sadio Mané und dem ewig unterschätzten Roberto Firmino teilen. Daran dürfte er sich allerdings nicht allzu sehr gestört haben: Salah gilt als bodenständig und schüchtern. Wer den Ägypter einmal vor Kameras hat sprechen hören, dürfte wissen, woher dieser Eindruck stammt.

Viel lieber lässt Salah seine Füße sprechen, vor allem den Linken. Ob aus der Ferne oder in der Box, aus der Drehung oder in Bedrängnis – Salah hat in den vergangenen Jahren Abschlussqualitäten entwickelt, die Flügelspieler nur in seltensten Fällen erreichen. Diese Fähigkeit paart der Superstar mit enormer Schnelligkeit und einer guten Auffassungsgabe, was ihn im System Klopp zu einem unverzichtbaren, oft zum goldenen Puzzle-Stück hat werden lassen. Allein Salahs Präsenz auf dem Platz bindet Gegenspieler und schafft Räume. Und wer weiß: Vielleicht gelingt es Salah, der in der Hinrunde 2019/20 schon wieder bei zehn Treffern steht, die Fabelzahlen von einst nochmals aufzurufen.

 

Platz 2: Sadio Mané – FC Liverpool

Sadio Mané.

Sadio Mané ist nicht der bekannteste Offensivspieler der Premier League, auch nicht der bestbezahlte oder der am häufigsten interviewte. Doch wenn es um reine Leistung geht, muss der Name des Senegalesen ganz oben genannt werden. Binnen eines Jahres wurde Mané Champions-League-Sieger, Torschützenkönig der Premier League und Afrikas Fußballer des Jahres (2019) – Auszeichnungen, die selbst eine ganze Karriere ausreichend schmücken würden.

Mané, 27, steuert auf die Blüte seines Schaffens zu. Seit seiner Ankunft in Liverpool im Sommer 2016 steigt und steigt sein Niveau, von 19 Scorerpunkten in seiner ersten Spielzeit hin zu 41 im abgelaufenen Jahr. Und wer Mané in der Hinrunde 2019/20 hat Fußball spielen sehen, dem dürfte klar sein: Die Formkurve zeigt weiterhin nach oben (11 Tore und acht Assists in 19 Spielen). Hierin unterscheidet er sich von seinem Nebenmann Mo Salah, der nach seiner Weltklasse-Saison zuletzt zwei vergleichsweise stagnierende Spielzeiten hinlegte.

Was Mané auszeichnet ist zum einen seine exorbitante Schnelligkeit, zum anderen Vermögen, diese auch einzusetzen. Anders als andere Flügelspieler kann Mané weit mehr als nur die Linie hoch und runter laufen: Er ist torgefährlich, sowohl aus der Ferne als auch in der Box, er ist ein exzellenter Dribbler, der mit dem Ball am Fuß kaum an Tempo verliert – und mit seinen Sturmkollegen Roberto Firmino und Salah hat er ein nahezu blindes Verständnis entwickelt.

Neben den Hard Skills sollte man in Manés Fall allerdings auch eine mentale Fähigkeit erwähnen: Der Senegalese gilt als extrem ehrgeizig und zugleich bodenständig. Mit seinen Fähigkeiten hätte Mané zwar die Möglichkeit, jede Faser seines Körpers zu vermarkten, sich Luxuskarossen zu kaufen, Bling-Bling-Instagram-Stories hochzuladen, kurz: das zu tun, was viele seiner Kollegen tun. Doch aus Manés Mund hörte man kurz vor seiner Auszeichnung zu Afrikas Bestem folgenden Satz: „Wofür will ich zehn Ferraris und 20 Uhren mit Diamanten?“

Es sind vermutlich die bescheidenen Verhältnisse, die Mané geerdet haben. Bambali heißt die Ortschaft im Südwesten Senegals, aus der der Flügelspieler stammt. Anders als der ein oder andere Kollege ist Mané seinen Wurzeln sehr verbunden geblieben. Er gehört heute zu den wichtigsten Investoren in die Infrastruktur der Region. „Ich habe gehungert. Ich habe in den Feldern gearbeitet, ich habe barfuß gespielt, ich bin nicht in die Schule gegangen“, erinnerte sich Mané im Januar 2020. Und weiter: „Jetzt bin ich stolz, zu helfen.“

 

Platz 1: Virgil van Dijk – FC Liverpool

Virgil van Dijk.

Ein Innenverteidiger auf Platz 1! Gerade aufgrund seiner Position darf Virgil van Dijk zurecht als bester Spieler der Premier League bezeichnet werden. Denn anders als seine offensiveren Kollegen auf dieser Liste ist van Dijk der Konkurrenz auf seinem Posten meilenweit enteilt. Im Jahr 2019 war “The Dyke” der klar beste Innenverteidiger der Welt.

Wenn man diese Tatsache auf eine einzige Statistik zurückführen müsste, dann wäre es wohl diese: Zwischen März 2018 und August 2019 verlor van Dijk in der Premier League keinen einzigen Zweikampf! 50 Spiele gegen die De Bruynes, Rashfords  und Kanes der Liga – eineinhalb Jahre schaffte es niemand, an van Dijk vorbeizukommen. Unfassbar.

Auch wenn diese Serie mittlerweile gerissen ist: van Dijk hat seither kein Stück nachgelassen. Als Konstante in der Verteidigung der Reds erinnert er an den ewig fehlerlosen Philipp Lahm beim FC Bayern – nur dass van Dijks Einfluss auf den Champions-League-Sieger 2019 noch größer ist.

Als van Dijk im Januar 2018 aus Southampton an die Anfield Road wechselte, fand er beileibe nicht die exquisite Defensivreihe vor, die man heute kennt: Liverpool war unter Klopp zwar längst auf dem Weg in die Weltspitze – doch insbesondere die Innenverteidigung entsprach nicht den höchsten Ansprüchen. Van Dijk, zu jener Zeit der teuerste Innenverteidiger der Welt (84 Millionen), sollte diese Lücke schließen. Und das tat er.

Der hünenhafte Rechtsfuß wechselte als gestandener Profi nach Liverpool, 26-jährig und mit acht Berufsjahren in den Knochen. Dass er unter Klopp noch einmal einen beeindruckenden Sprung hinlegte- vor allem hinsichtlich seiner Reputation und Spieleröffnung – ist dem Niederländer hoch anzurechnen. Van Dijk verkörpert pure Souveränität, seine Sicherheit und Körpersprache hilft seinen jungen Nebenleuten, Trent Alexander-Arnold und Andrew Robertson, enorm.

Dazu ist van Dijk sowohl in der Luft als auch am Boden nahezu unbezwingbar, weil er exzellente physische Attribute mit starken Instinkten und Entscheidungen verbindet. Hat er den Ball einmal erobert, überzeugt er zudem mit Flach- und Diagonalpässen, die wie an einer Schnur gezogen scheinen. Und ach ja: Wenn im Angriff einmal Not am Mann ist, ist er stets für ein wichtiges Tor nach Standards gut. Kein Zweifel – ein würdiger Anführer der Premier League Top 10!

 

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