Sportwetten als Beruf – Möglich oder nur ein Traum?

 

Die Vorstellung, am heimischen Fernseher zu sitzen und nebenbei auf dem Laptop Sportwetten bei diversen Buchmacher zu platzieren, mit denen sich der Lebensunterhalt bestreiten lässt, klingt sicherlich für viele Menschen verlockend. Und in der Tat gibt es Menschen, die mit professionellen Sportwetten sogar sehr gut leben können und weit mehr verdienen als der gemeine Bürger, der Montag bis Freitag von morgens bis abends ins Büro, auf die Baustelle oder in die Werkstatt hechelt.

 

 

Wir haben uns intensiv mit dem Thema Sportwetten als Beruf beschäftigt, nennen die grundlegenden Voraussetzungen sowie wichtige Regeln und erlauben uns abschließend auch ein Fazit.

 

Kann man von Sportwetten leben?

 

Die Antwort auf diese Frage ist ein uneingeschränktes Ja. Allerdings muss direkt danach die Anmerkung folgen, dass dies nur für einen vernichtend geringen Bruchteil aller Menschen gilt, die gerne Sportwetten platzieren. Der Illusion, heute den langjährigen Job zu kündigen, um dann ab morgen Tausende von Euro pro Monat mit Sportwetten einsacken zu können, sollte man sich in jedem Fall nicht hingeben. Auch ist es eine falsche Annahme, dass professionelle Sportwetter nur unmittelbar vor einem Event ihre Wetten platzieren und ansonsten auf der faulen Haut liegen.

 

 

Wie praktisch in jedem Beruf ist auch bei professionellen Sportwetten harte Arbeit die Voraussetzung für langfristigen und zumindest einigermaßen verlässlichen Erfolg. Letzterer stellt sich aber in aller Regel nicht von einem Moment auf den anderen ein, sondern ergibt sich erst in einem längeren Prozess. Davon, mit Sportwetten als Beruf alles auf eine Karte zu setzen, ist daher klar abzuraten. Vielmehr empfiehlt es sich, klein zu beginnen und dann mit wachsendem Erfahrungsschatz und der besseren Kenntnis der Abläufe mehr zu wagen.

 

Einstieg ins Geschäft: Wie wird man Sportwetten- Profi?

 

Ganz wichtig ist, sich darüber im Klaren zu sein, dass es sich bei Sportwetten um Glücksspiel handelt, bei dem Gewinne keineswegs garantiert sind. Professionelle Sportwetter verstehen es aber, dass Verlustrisiko auf verschiedene Art und Weise so zu minimieren, dass unter dem Strich mit hoher Wahrscheinlichkeit Gewinne übrigbleiben. Allerdings sind Gewinne nicht garantiert, was dazu führt, dass der Traum von Sportwetten als Beruf für viele Menschen meist eher früher als später platzt.

 

 

Um das Verlustrisiko zu senken und gleichzeitig die Chance auf Gewinne zu erhöhen, sind einige wesentliche Voraussetzungen unerlässlich. So ist es zwingend erforderlich, eine passende Wett-Strategie zu haben, die unterschiedlich aussehen kann, aber in jedem Fall einige Kernpunkte umfassen sollte. In einem ersten Schritt sollte man sich viel Zeit nehmen, um wesentliche Eckpunkte einer Strategie zu erstellen und dabei auch daran denken, dass nicht immer alles rund laufen wird.

 

Grundlegende Voraussetzungen

 

Unbedingt nötig ist ein gewisses Grundkapital, das im schlechtesten Fall nicht fehlen darf, um sich und gegebenenfalls eine Familie zu ernähren. Ebenfalls erforderlich sind Konten bei vielen Buchmachern, um stets mit den besten Quoten wetten zu können. Und um möglichst schnell Geld zwischen den einzelnen Buchmachern hin und her transferieren zu können, empfehlen sich moderne Bezahlverfahren wie die mittlerweile verschiedenen E-Wallets (Skrill, Neteller, etc.). Zudem sollte man sich bei der persönlichen Wettstrategie auf Märkte konzentrieren, auf denen exzellentes Fachwissen vorhanden ist.

 

Risiken ausschließen

 

Frei machen muss man sich als Sportwetten-Profi von jeglichen Emotionen, sondern ausschließlich der erstellten Strategie folgen und scheinen darüber hinausgehende Tipps noch so lukrativ. Denn mit nicht in die Struktur passenden Wetten wird man über einen längeren Zeitraum hinweg in aller Regel Verluste einfahren.

Dasselbe gilt auch für Kombinations- und Live-Wetten, die zwar verlockend sein mögen, im Vergleich zu vor einem Event abgegeben Einzelwetten aber auch ein erhöhtes Risiko mit sich bringen. Bei Kombinations-Wetten potenziert sich das bei jeder Wette vorhandene Risiko mit jeder Auswahl und bei Live-Wetten besteht die Gefahr, unter Zeitdruck Fehler zu machen.

Bei Pre-Game-Tipps können hingegen vorab alle Eventualitäten durchdacht und darauf basierend die Einsätze nach persönlicher Risikoeinschätzung gewählt werden. Generell gilt, dass sich Sportwetten-Profis mit vergleichsweise kleinen, dafür aber regelmäßigen Gewinnen zufriedengeben. Das ist eine Folge davon, dass im Normalfall als weitgehend sicher einzustufende Wetten platziert werden, was sich auch in der jeweiligen Quote niederschlägt.

 

 

Weil auch die beste Strategie ab und an nicht aufgehen wird, muss man als Sportwetten-Profi auch lernen, mit Rückschlägen umzugehen. Ganz wichtig ist im Fall der Fälle, dass ein kühler Kopf bewahrt und weiter dem Grundkonzept samt seriösem Money-Management vertraut wird. Unüberlegte Wetten in der Hoffnung die Verluste schnell kompensieren zu können, führen dagegen oft dazu, dass sich die Negativspirale weiterdreht und das gesamte Business in Gefahr gerät.

Kurz zusammengefasst noch einmal die wichtigsten Voraussetzungen für Sportwetten als Beruf:

  • Grundkapital
  • langjährige Erfahrung mit Sportwetten
  • eine durchdachte Wett-Strategie
  • Wetten ohne Emotionen
  • mit kleinen, dafür regelmäßigen Gewinnen zufrieden sein
  • Konten bei zahlreichen Buchmachern
  • Nur Einzelwetten und keine Live-Wetten

 

Limits und Steuerpflicht nicht außer Acht lassen

 

Buchmacher wollen mit ihren Kunden Geld verdienen. Wer regelmäßig gewinnt, ist dem Wettanbieter daher natürlich wenig willkommen und ein Dorn im Auge. Deshalb droht in diesem Fall die Gefahr, dass das persönliche Einsatzlimit drastisch herabgesetzt wird und ein bislang bevorzugter Buchmacher für künftige Wetten nicht mehr wirklich in Betracht gezogen werden kann. Passiert dies nach und nach bei den meisten Buchmachern mit einem hohen Quotenniveau, sinkt die Rendite und damit gerät auch das eigene Business in Gefahr.

 

 

Ebenfalls nicht vernachlässigen darf man, dass bei einer gewerbsmäßigen Tätigkeit als Sportwetter die eigentliche Steuerfreiheit von Wettgewinnen nicht mehr greift. Das heißt, erzielte Gewinne müssen versteuert werden und fallen dann unter dem Strich nochmals geringer aus.

 

Fazit: Möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert

 

Es war in unserer Analyse zwar nur ein Satz, doch aus unserer Sicht ist entscheidend, dass es sich bei Sportwetten um Glücksspiel handelt, das bei seriöser Betrachtung nicht dafür geeignet ist, sich eine berufliche Existenz zu schaffen. Der seit Jahren unaufhörlich boomende Sportwetten-Markt lässt erkennen, dass die vielen und immer zahlreicher werdenden Buchmacher sehr gut von den Verlusten ihrer Kunden leben können. Auf Dauer überwiegen bei nur einem sehr geringen Prozentsatz aller Sportwetter die Gewinne. Dazu zu gehören, erfordert neben viel Aufwand und Geschick jede Menge Glück, das indes auch eines Tages plötzlich aufgebraucht sein könnte.