Bayern vs. Paris Saint-German, Champions League Tipp 27.09.17

Inmitten der Oktoberfestwochen erwartet uns in München auch fußballerisch ein Gaumenschmauß: Die Bayern empfangen Paris Saint-Germain, der die gemeinsame Champions-League-Gruppe aktuell aufgrund des besseren Torverhältnisses anführt. In der Begegnung geht es jedoch nicht nur um Punkte fürs Weiterkommen. Das Spiel ist auch von zukunftsweisendem Charakter – für ganz Fußballdeutschland.

Paris Saint-Germain

Die letzten drei Ergebnisse: 0:0 vs. Montpellier, 2:0 vs. Olympique Lyon, 5:0 vs. Celtic Glasgow

Irgendwann hat auch die schönste Party ein Ende. Das gilt nicht nur für das gesellschaftliche Nachtleben, sondern auch für den Fußball. Dieser Tage muss diesen Leitspruch die Startruppe aus Paris am eigenen Leib erfahren: Nachdem PSG mit der Verpflichtung von Neymar (222 Millionen) alle angenommenen finanziellen Rahmen sprengte, nur um mit Kylian Mbappé (180 Millionen für einen 18-Jährigen) noch einen draufzusetzen, hatte die Mannschaft die aufkommende Kritik durch Fußball von einem anderen Stern verdrängt: 5:1 gegen Metz, 6:2 gegen Toulouse, 5:0 in Glasgow. Paris demütigte seine Gegner reihenweise, allen voran Neymar stand sinnbildlich dafür, dass PSG in der eigenen Liga größtenteils unterfordert bzw. überqualifiziert ist. Je nach Standpunkt. Dies zu zeigen, bereitete der Mannschaft helle Freude, ein Schützenfest reihte sich an das nächste – inklusiver feiner Kabinettstückchen und sehenswerter Tore.

Doch die Leistungen auf dem Platz waren offenbar nur Fassade: Innerhalb der Mannschaft brodelt es bedenklich. Vor allem der Elfmeterstreit zwischen Neymar und Edinson Cavani verdeutlicht, dass die Ankunft der Superstar die teaminterne Hierarchie aus den Angeln gehoben hat. Der 222-Millionen-Mann erhebt Ansprüche, die Platzhirsche akzeptieren ihn (noch) nicht als neuen Leader. Sollten sich die aktuell zunehmenden Querelen in der Mannschaft nicht schnell legen, könnte das dem sportlichen Erfolg in nicht vorhersehbarem Maß schaden.

Schon jetzt zeigt die Formkurve nach unten. Gegen Lyon war PSG zwar spielbestimmend, konnte das Spitzenspiel jedoch nur aufgrund zweier Eigentore für sich entscheiden. Gegen Montpellier schließlich reichte der Mannschaft ihre individuelle Klasse nicht mehr aus: Erstmals in der aktuellen Spielzeit blieb Paris ohne eigenen Torerfolg – ausgerechnet vor dem Gigantenduell mit den Bayern.

Das Timing könnte nicht schlechter sein, und doch liegt in der Nullnummer in der Liga auch eine große Chance: die Gelegenheit, sich zum Wohle des Erfolgs wieder auf das Wesentliche zu besinnen: den Sport. Sollte das gelingen, dürfte die Wahnsinssoffensive des PSG auch die Bayern vor erhebliche Probleme stellen.

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Bayern München

Die letzten drei Ergebnisse: 2:2 vs. VfL Wolfsburg, 3:0 vs. FC Schalke 04, 4:0 vs. FSV Mainz 05

Hätte die Partie zwischen den Bayern und dem VfL Wolfsburg nur eine Halbzeit lang gedauert, so könnte man hier ein Loblied auf den wiedererstarkten FCB singen: Es geht doch, da sind sie wieder, die dominanten Bayern. Die Unschlagbaren. Stattdessen sind Sorgenfalten in den Gesichtern der Bayernfans nach dem Remis gegen die Wölfe wieder größer. Nach drei klaren Siegen in der Vorwoche – Torverhältnis: 10:0 – hatte die Mannschaft auch bei der Werkself die Weichen auf Sieg gestellt: 2:0 stand es recht früh in der Partie dank Treffern von Robert Lewandowski und Arjen Robben.

Doch im weiteren Spielverlauf verpassten die Münchner es, den Deckel draufzumachen und die Führung zuverwalten – eigentlich eine der Kernkompetenzen des FCB. Stattdessen schenkte die Mannschaft den Vorsprung her und musste sich gegen immer stärker werdende Wölfe mit einem Punkt begnügen. Während der BVB die nächste Fußballparty feierte.

Die Kritik an Carlo Ancelotti wurde von dem leichten Dämpfer natürlich befeuert. Allerdings ist dem Trainer nach der Partie am Wochenende nichts Neues vorzuwerfen. Stattdessen die alte Leier: Das Team lässt keinen klaren spielerischen Faden erkennen, es mangelt an taktischer Flexibilität, um adäquat auf Veränderungen des Spielverlaufs, wie etwa gegen Wolfsburg, zu reagieren. Diesen Problematiken wird sich Ancelotti stellen müssen, will er in München weitere Titel sammeln. Bisher scheint es zumindest in der Öffentlichkeit, als würde sich der Italiener diesen offensichtlichen Schwächen verweigern. Gegen PSG könnte das bestraft werden.

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Interessante Quoten & Tipp

Erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit reisen die Bayern in den Augen der Buchmacher weder favorisiert noch auf Augenhöhe zu einem Gruppengegner in der Champions League. Stattdessen sind die Münchner quotentechnischer Außenseiter (ca. 3,60) gegen den französischen Serienmeister, der bei einem Sieg rund das Doppelte des eigenen Invests als Rendite abwirft.

Die Quoten zeigen: Die Machtverhältnisse sind ins Wanken gerade. Teams wie PSG oder Manchester City streben in die Weltspitze, den Bayern dagegen droht, aus eben dieser vertrieben zu werden. Dementsprechend richtungsweisend ist der Ausgang der Partie am Mittwoch. Klar ist jedoch: Noch ist es nicht soweit. Noch sind die Münchner das stärkere Team. Aus zwei Gründen: Erstens verfügen sie über ein klares Erfahrungsplus. So oft wie die Spieler des FCB hat in den vergangenen Jahren außerhalb Madrids niemand in Halbfinals der Champions League gespielt. Das wird sich auf dem Platz zeigen. Und zweitens: Die Bayern sind in der heimischen Liga gefordert. Sie müssen kämpfen, verteidigern, ackern und rackern. Von PSG, da mit schierer Klasse den Rest der Liga überragt, kann man das bislang nicht behaupten. Die Pariser werden erst auf Betriebstemperatur kommen müssen – wofür gegen die Bayern keine Zeit ist.

Daher die Prognose: Sieg für den FC Bayern München – Quote 3,60 bei Interwetten.com

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