Teilnehmer

Brasilien

Die Seleção hat sich nach WM-Gastgeber Russland als erste Nation für die Endrunde 2018 qualifiziert. In der Südamerika-Gruppe qualifizierte sich der fünffache Weltmeister, der als einziges Team bei bisher allen ausgetragenen 20 Weltmeisterschaften mit dabei war, locker als Gruppenerster. Bei 18 Spielen in der Zehnergruppe gab es zwölf Siege, fünf Unentschieden und nur ein Spiel ging Neymar & Co verloren. Dabei schoss der Rekordweltmeister 41 Tore und kassierte elf Gegentreffer. Als derzeitige Nummer zwei der FIFA Weltrangliste und vielen Topstars in ihren Reihen, ist Brasilien mit Sicherheit ein heißer Kandidat auf den Titel. Den letzten WM-Erfolg gab es 2002 in Südkorea. Damals siegte die Seleção durch zwei Tore von Ronaldo im Finale mit 2:0 gegen Deutschland. Für die kommende WM stehen Trainer Tito jede Menge gute Fussballer zur Verfügung, darunter Neymar, Philippe Coutinho, Alex Sandro, Jemerson, Danilo, Fernandinho, Marquinhos, Dani Alves, Paulinho, Willian, Jorge, Ederson, Roberto Firmino oder Gabriel Jesus.

 

Belgien

Die Belgier hatten in ihrer Qualifikationsgruppe überhaupt keine Probleme sich direkt für Russland zu qualifizieren. Mit neun Siegen und einem Unentschieden blieben die Red Devils gegen Nationen wie Griechenland, Bosnien-Herzogowina, Estland oder Zypern ungeschlagen, dabei standen 43 geschossenen Toren lediglich sechs Gegentore gegenüber. Der aktuell Fünfte der FIFA Weltrangliste hat sich außerdem als erstes europäisches Team das Ticket nach Russland gesichert. Immer noch spricht man in Belgien von der goldenen Generation, die jedoch bei den letzten zwei großen Turnieren, trotz großartiger Leistung, in der K.O.-Runde sehr früh ausschied. Mit Stars wie Kevin de Bruyne, Thibaut Courtois, Eden Hazard, Romelu Lukaku, Dries Mertens, Thomas Meunier, Marouane Fellaini, Alex Witsel, Vincent Kompany oder Mousa Demele hat man für die anstehende Endrunde eine schlagkräftige Auswahl beisammen, denen durchaus eine Überraschung zuzutrauen ist.

 

Iran

 

Der Iran zählt in Asien gemeinsam mit Japan zu den stärksten Mannschaften, die sich direkt für die WM-Endrunde qualifizieren konnten. Taktisch sehr diszipliniert ging es für den Iran ohne Niederlage und mit vier bzw. sechs Unentschieden durch die Qualifikation. Zunächst ließ Iran in Runde 2 Nationen wie den Oman, Turkmenistan, Guam oder Indien locker hinter sich, bevor man sich in Runde 3 der Qualifikation mit stärkeren Nationen wie Südkorea, Syrien, Usbekistan, China und Katar auseinandersetzte. Alles in allem gaben sich die Iraner kaum eine Blöße und kassierten in 18 Spielen nur fünf Gegentreffer. Viermal nahm Iran bisher an einer Endrunde teil: 1978, 1998, 2006 und 2014. Ihr wichtigster Spieler und Star des Teams ist Sardar Azmoun, der sein Gehalt beim russischen Spitzenclub Rubin Kazan verdient. Hierzulande dürfte Ashkan Dejagah wohl noch allen ein Begriff sein. Derzeit zwar ohne einen Verein, gehört er dennoch zum aktuellen Aufgebot der Iraner. Wenn die Iraner in der WM-Gruppenphase nicht überraschen, dürfte nach der Vorrunde Schluss sein.

 

Japan

 

Fußballerisch gesehen, ist Japan sicherlich die reifste Mannschaft aus der Asien Qualifikation. Schon fünfmal waren die Japaner bei einer WM-Endrunde mit von der Partie. Für die WM 2018 verlief die Direkt-Qualifikation jedoch sehr knapp. Mit nur einem Punkt Vorsprung leisteten die Japaner Minimalarbeit gegen Saudi-Arabien und Australien. Während man noch ungeschlagen durch Runde 2 gegen Nationen wie Syrien, Singapur, Kambodscha und Afghanistan marschierte, reichten in Runde 3 sechs Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen zur direkten Qualifikation. Viele Spieler der Samurai Blue, wie die japanische Auswahl auch gerne in der Heimat genannt wird, sind aus der Bundesliga vielen sicherlich bestens bekannt. Im derzeitigen Aufgebot unter anderem mit dabei sind Shinji Kagawa, Hiroki Sakai, Keisuke Honda, Gotoku Sakai, Atsuto Uchida, Makoto Hasebe, Shinji Okazaki, Yuja Osako, Takeshi Inui, Hiroshi Kyotake, Yoshinori Muto, Keni Haraguchi, Takashi Usami. Die stets sehr einsatzbereiten Japaner haben vielleicht das Potenzial die Gruppenphase schadlos zu überstehen, das Achtelfinale ist jedoch das höchste der Gefühle, was den Japanern in Russland zuzutrauen ist.

 

Deutschland

 

Mit zehn Siegen aus zehn Qualifikationsspielen, dazu ein Rekord-Torverhältnis, setzt die DFB-Elf ein klares Zeichen für die WM-Titelverteidigung. Der Fifa Weltranglistenerste ist nach seinem vierten WM-Sieg in Brasilien 2014 gemeinsam mit dem ebenfalls vierfachen WM-Gewinner Italien wieder die zweiterfolgreichste Fussballnation der Welt. Für die anstehende Endrunde in Russland hat der Bundestrainer Jogi Löw, was die Kaderauswahl angeht, ein echtes Luxusproblem. Viele neue Spieler drängen in die Startelf. Schon beim Gewinn des Confederations-Cup 2017 hat sich gezeigt, wie gut selbst die „zweite Garde“ drauf ist. In der Qualifikation ließ „Die Mannschaft“ Nationen wie Nordirland, der Tschechischen Republik, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino keine Chance. Wer von den Spielern letztlich mit nach Russland fahren wird, bleibt warhscheinlich bis zum Ende spannend. Für die WM gesetzt sein, sofern keine Verletzung dazwischen kommt, dürften wohl Manuel Neuer, Marc Andre ter Stegen, Mesut Özil, Toni Kroos, Mats Hummels, Jerome Boateng und Joshua Kimmich. In der weiteren Auswahl dürften sich Timo Werner, Leroy Sane, Antonio Rüdiger, Thomas Müller, Emre Can, Ilkay Gündogan, Julian Draxler, Jonas Hector, Sebastian Rudy, Julian Brandt, Matthias Ginter, Lars Stindl, Sandro Wagner, Niklas Süle und Julian Weigl berechtigte Hoffnung machen mitzufahren.

 

Argentinien

 

Mit einem 3:1 Pflichtsieg über Ecuador sprang der zweimalige Weltmeister Argentinien erst im letzten Moment auf den WM-Zug auf. Der Dank gebührt nach einer sehr holprigen Qualifikation mal wieder Superstar Lionel Messi, der im letzten Qualifikationsspiel das Match im Alleingang entschied. Nach 0:1 Rückstand gegen Ecuador, dreht Messi mit drei Toren das Spiel und sorgte für Argentiniens 17. WM-Teilnahme. In 18 Spielen reichten sieben Siege, sieben Unentschieden und vier Niederlagen für das direkte Russland-Ticket. Die Gauchos sollte man in Russland jedoch nicht unterschätzen, auch wenn sich viele argentinische Spieler dann bereits im fortgeschrittenen Fussballeralter befinden. Neben dem herausragenden Lionel Messi zählen die Argentinier unter anderem auf Gonzalo Higuain, Sergio Agüero, Paulo Dybala, Angel Di Maria, Javier Mascherano, Carlos Tevez, Erik Lamela oder Federico Fazio. Auch der kürzlich in die Bundesliga zu Bayer Leverkusen gewechselte Lucas Alario könnte für die WM im nächsten Jahr ein Thema sein.

 

Costa Rica

 

In den letzten zehn Jahren hat sich die Auswahl von Costa Rica immer für die WM-Endrunde qualifiziert. Die Weltmeisterschaft in Russland ist für Costa Rica schon die fünfte WM-Teilnahme. In der Qualifikation setzte sich das zentralamerikanische Land gemeinsam mit Mexiko und Panama direkt durch. Die Gruppenphase beendete man mit vier Siegen, vier Unentschieden und zwei Niederlagen als Zweiter. Das Team um Kapitän Bryan Ruiz ist durchaus mal für eine Überraschung gut, dennoch dürfte der Mannschaft insgesamt die Durchschlagkraft fehlen. Ein Überstehen der Gruppenphase wäre ein riesiger Erfolg für Costa Rica. Zu den bekannteren Spielern der Los Ticos gehören unter anderem Keylor Navas, Joel Campbell, Celso Borges, Oscar Duarte, Johnny Acosta oder der aus der Bundesliga bekannte Junior Diaz.

 

Ägypten

 

Die WM-Geschichte des ägyptischen Fussballs ist schnell erzählt. Bisher kann Ägypten auf zwei WM-Teilnahmen zurückblicken, kam aber über die Vorrunde nie hinaus. Auf dem afrikanischen Kontinent sieht es da schon erfolgreicher aus. Schon sieben Mal holte Ägypten dort die Afrikameisterschaft. Zuletzt gelang dies 2010, als die ägyptische Nationalmannschaft zum dritten Mal in Folge Afrikameister wurde. In der Qualifikation setzten die Ägypter sich zunächst gegen Tschad durch, bevor man in Runde 3 Uganda, Ghana und Kongo hinter sich ließ. Vier Siege und eine Niederlage gab es in der Gruppenphase, was Platz 1. und die Direkt-Qualifikation bedeutete.   Aktueller Star der Truppe ist Mohammed Salah, der in dieser Saison zum FC Liverpool wechselte. Außerdem internationales Format haben Mohammed Elneny von Arsenal und Ramadan Sobhi von Stoke City. Interessant ist der Trainer der Ägypter, der Argentinier Hector Cuper. In bisher 12 Spielen gab es unter Cuper acht Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen. Bei der WM in Russland dürfte Ägypten aber keine große Rolle spielen. Die Heimreise nach der WM-Vorrunde sollte Ägypten unbedingt einplanen.

 

England

 

Die Three Lions sind souverän und ohne Niederlage durch die Qualifikation gegangen. Sehr stabil und mit taktischem Geschick zeigte sich vor allem die starke Abwehr der Engländer, die in zehn Spielen gegen Mannschaften wie Slowakei, Schottland, Slowenien, Litauen und Malta insgesamt nur drei Gegentreffer kassierte. Der letzte Erfolg bei einer WM ist für das Mutterland des Fussballs ist schon lange her. Lediglich bei der heimischen WM 1966 klappte es mit dem Titel. Die WM in  Russland ist für England die 15. WM-Endrundenteilnahme. Momentan sind sie auf Platz 12 der Fifa Weltrangliste. Für die WM-Endrunde in Russland hat Trainer Gary Southgate einen guten Mix aus talentierten jungen Spielern und gestanden Profis, die man durchaus auf der Rechnung haben muss. Allen voran der erst 24-jährige Kapitän und Star der Truppe Harry Kane, der bei seinem aktuellen Verein Tottenham Hotspurs Woche um Woche trifft. Wie sich englischen Löwen bis zu WM-Start noch verändern werden und wer es letzten Endes in das Aufgebot schafft, wird sich zeigen. Für die WM gesetzt sein dürften Namen wie Jamie Vardy, Daniel Sturrigde, Dele Alli, Joe Hart, Adam Lallana, Alex Oxlade-Chamberlain, Theo Walcott, Danny Welbeck, Eric Dier und Jack Wilshere. Über das Viertelfinale dürfte es für England im nächsten Jahr dennoch nicht hinausgehen. Gegen Top-Teams wie Frankreich, Spanien, Deutschland oder Brasilien wird es schwer für die englische Auswahl.

 

Frankreich

 

Die Blues sind bei der WM 2018 ein ernstzunehmender Titelanwärter. Trotz schwieriger Qualifikationsgruppe gemeinsam mit Holland, Schweden und Bulgarien, hatte Frankreich keine Probleme die Gruppe als Erster abzuschließen. Lediglich gegen die unbequem zu spielenden Schweden gab es für die Mannschaft von Didier Deschamps eine Niederlage. Nach dem Skandal bei der WM 2010 in Südafrika wirkt die französische Nationalmannschaft endlich wieder hungrig. Bei der WM 2014 in Brasilien scheiterte man nach zuvor starken Auftritten im Viertelfinale am späteren Weltmeister Deutschland. Zwei Jahre später bei der Europameisterschaft im eigenen Land patzte Frankreich nur im Endspiel gegen clevere Portugiesen. Zum aktuellen Aufgebot gehören Stars wie Antoine Griezman, Ousmane Dembele, Paul Pogba, Dimitri Payet, Oliver Giroud, Kingley Coman, Laurent Koscielny, Raphael Varane, Alexandre Lacazette, Hartem Ben Arfa, Mathieu Valbuena, Moussa Sissoko, Adil Rami, Bacary Sagna oder Tiemoué Bakayoko. Mit Frankreich ist in Russland unbedingt zu rechnen.

 

Island

 

Die Wikinger haben sich in den letzten Jahren fussballerisch enorm entwickelt und sind nun völlig zurecht zum ersten Mal bei einer Fussball Weltmeisterschaft mit dabei. Schon bei der Europameisterschaft in Frankreich 2016 stellten die Isländer ihre Qualitäten unter Beweis und spielten sich mit ihrem kämpferischen Stil in die Herzen vieler Zuschauer. Am Ende scheiterten die Isländer im Viertelfinale. In der Qualifikation ließ Island Kroatien, Türkei, Ukraine, Finnland und Kosovo hinter sich. Sieben Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen reichten den Wikingern für ein direktes WM-Ticket. Nicht alle Isländer der ersten Elf haben internationales Format. Anführer des Teams ist Aron Gunnarsson, der bei Cardiff City unter Vertrag steht. Noch aus der Bundesliga, damals Hoffenheim, einigen bekannt sein dürfte Gylfi Sigurdsson, der momentan beim FC Everton in der Premier League sein Geld verdient. Auch Alfred Finnbogason, der in dieser Saison für Augsburg wieder auf Tore-Jagd ist, gehört zu den besseren Spielern der Isländer. In Russland könnte das Team von Heimir Halgrimsson für viele Mannschaften zu einem unbequemen Gegner werden, spätestens im Achtelfinale sollte den Isländern die Puste jedoch ausgehen.

 

Kolumbien

 

Kolumbien hat sich in der Südamerika Qualifikation als viertes Team direkt qualifiziert. Am letzten Spieltag reichte Kolumbien gegen den direkten Verfolger Peru ein 1:1. Nach 18 Spielen standen sieben Siege, sechs Unentschieden und fünf verlorene Partien zu Buche. Der zurzeit Fifa Weltranglisten 13. schaffte die WM-Qualifikation damit zum sechsen Mal. Mit Kapitän Falcao, FC Bayern Star James Rodriguez und Juan Cuadado, momentan Juventus Turin, ist Kolumbien offensiv bestens besetzt. Defensiv mangelt es dem Team von José Pékerman jedoch an Alternativen. Bei der WM 2014 in Brasilien begeisterte Kolumbien die Fussballwelt mit seiner Offensiv-Power. Nachdem Kolumbien mit neun Punkten die Vorrunde als Sieger abschloss und danach im Achtelfinale Uruguay mit 2:0 abfertigte, hatte man ausgerechnet WM-Ausrichter Brasilien vor der Brust. In einem packenden Spiel mit vielen Chancen hielt Kolumbien gut dagegen, verlor jedoch am Ende mit 1:2. Schafft es Pékerman in Russland die Defensive in den Griff zu bekommen und seine Stars auf den Punkt in Topform zu bringen, könnte es bei einem guten Lauf für das Viertelfinale reichen.

 

Nigeria

 

In der Afrika-Qualifikation hat sich Nigeria gemeinsam mit Ägypten vorzeitig für die WM-Endrunde 2018 qualifiziert. Nachdem man in der Vorrunde in zwei Spielen Swasiland besiegte, ließ Nigeria in Runde 3. der Gruppenphase Nationen wie Kamerun, Sambia und Algerien hinter sich. Ohne ein Spiel zu verlieren gab es vier Siege und ein Unentschieden. Während der WM 1994 und 1998 beeindruckte Nigeria bei seinen ersten zwei WM-Auftritten, danach blieben die Afrikaner jedoch jedes Mal unter den hochgesteckten Erwartungen, bis es bei der WM 2014 in Brasilien endlich wieder bis in die zweite Runde reichte. Bekanntester Spieler der Nigerianer ist John Obi Mikel, der aktuell in der chinesischen Super League spielt. Des Weiteren interessant im Aufgebot der Afrikaner sind Victor Moses vom FC Chelsea, Ahmed Musa und Kelechi Iheanacho beide bei FC Leicester, Emmanuel Emenike von Olympiacos Piräus oder Obafemi Martins der ebenfalls in China sein Geld verdient. Bei der bevorstehenden sechsten WM-Teilnahme in Russland dürfte es für den derzeit 41. der Fifa Weltrangliste sehr schwer werden die Vorrunde zu überstehen. Mit etwas Losglück könnte es Nigeria wieder in die K.O-Runde schaffen.

 

Panama

 

Panama ist die Überraschung der Nord- und Mittelamerika Qualifikation. Nachdem Panama die WM 2014 in Brasilien noch haarscharf verpasste, als man damals im entscheidenden Playoff-Spiel gegen die USA denkbar verlor, hat es nun endlich mit der ersten WM-Teilnahme geklappt. Auch wenn das letzte Qualifikationsspiel gegen Costa Rica nicht ganz fair durch ein Phantom-Tor gewonnen wurde, herrscht in Panama der Ausnahmezustand. Der Tag der Qualifikation wurde von Staatspräsident Juan Carlos Varela prompt zum Nationalfeiertag gemacht. Die Vorfreude der La Marea Roja, so der Spitzname der Nationalmannschaft, ist riesengroß. Ohne jegliche Stars in der Mannschaft geht es 2018 nach Russland. Der Gesamtwert der Mannschaft beläuft sich zurzeit auf etwa acht Millionen Euro. Von den 32 teilnehmenden Teams in Russland ist Panama der klare Außenseiter.

 

Mexiko

 

Mexiko ist ein regelmäßiger Gast bei jeder stattfindenden Fussbal Weltmeisterschaft. Mittlerweile kann das fanatische Fussball-Land auf 15 WM-Teilnahmen zurückblicken. Die Qualifikation in der Nord- und Mittelamerika-Gruppe erledigten die Mexikaner im Spaziergang. Zunächst gab man sich in Runde 4 der Qualifikation keine Blöße gegen Nationen wie Honduras, Kanada oder El Salvador. In der späteren Phase der Qualifikation schüttelte man Costa Rica, USA, Panama, Honduras und Trinidad und Tobago locker ab. Lediglich gegen Honduras verlor die Auswahl von National-Coach Juan Carlos Osorio im Oktober 2017 mit 3:2. Das Team um Kapitän Rafael Márquez hat durchaus gute Qualität. Spieler wie Javier Hernández, uns besser bekannt als Chicharito, kann im Sturm für mächtig Wirbel sorgen. Außerdem nennenswert aus dem Kader der Mexikaner sind José Andrés Guardado (PSV Eindhoven), Raúl Jiménez (Benfica Lissabon), Carlos Vela (Real Sociadad), Héctor Herrera, Miguel Layún, Jesús Corona (alle FC Porto) oder Mittelfeld-Star Marco Fabián von Eintracht Frankfurt. Viele Spieler aus dem aktuellen Kader verdienen ihr Geld in der mexikanischen Liga. Interessant wird, wie Mexiko bei der WM-Endrunde in Russland auftreten wird. Bei den vorherigen Weltmeisterschaften war Mexiko stets als gefährlicher Gegner einzustufen, blieb aber oftmals glücklos zu Beginn der K.O.Phase hängen. In Brasilien scheiterte Mexiko nach starker Vorrunde im Achtelfinale gegen Holland mit 1:2.

 

Polen

 

Die Polen beherrschten ihre Qualifikationsgruppe dank ihrer Tormaschine Robert Lewandowski, der allein 16 von insgesamt 28 Toren schoss. In zehn Spielen unterlagen die Polen nur einmal, beim 0:4 im September 2017 gegen Dänemark. Die restlichen Mannschaften der Qualifikationsgruppe wie Rumänien, Montenegro, Armenien oder Kasachstan bereiteten Polen wenig Probleme, so dass der direkten WM-Qualifikation nichts im Wege stand. Nach zwei verpassten Weltmeisterschaften, nehmen die Polen erstmal seit der WM 2006 in Deutschland wieder an einer WM-Endrunde teil. Insgesamt ist dies die siebte Teilnahme für Polen bei einer Fussball Weltmeisterschaft. Neben Super-Star Robert Lewandowski haben die Polen mit Wojciech Szcz?sny einen starken Torwart. Sonst gehören ?ukasz Piszczek von Borussia Dortmund, Jakub „Kuba“ B?aszczykowski (VFL Wolfsburg) und Arkadiusz „Arek“ Milik (SSC Neapel) zu den hervorzuhebenden Spielern des Kaders. In Russland dürfte es für die Bialo-Czerwoni (die Weiß-Roten) jedoch sehr schwer werden. Ein leichtes Plus könnte für Polen aber die Nähe des Veranstaltungsortes sein.

 

Portugal

 

Der aktuelle Europameister hat sich in der Qualifikation mit der Schweiz ein heftiges Kopf an Kopf Rennen geliefert. Erst am letzten Spieltag revanchierte sich Portugal mit einem 2:0-Sieg für die zuvor kassierte Auftaktniederlage gegen die Schweiz und sorgte in der Gruppe für klare Verhältnisse. Nach der Erstmatch-Niederlage gegen die Schweiz ballerte sich Portugal gegen Teams wie Ungarn, Faröer, Lettland und Andorra aber regelrecht durch die Gruppe und schoss in den neun darauffolgenden Spielen 32 Tore bei nur zwei Treffern gegen sich. Aktuell belegt Portugal in der Fifa Weltrangliste hinter Brasilien und Deutschland Platz 3. Nach der verpatzten WM 2014 in Brasilien, als man in der Vorrunde sang und klanglos ausschied, wollen die Portugiesen es bei ihrer siebten WM-Teilnahme besser machen. Neben Stürmer-Star Christiano Ronaldo stehen erfahrene Spieler wie Pepe, Nani, Quaresma, João Moutinho, Fábio Coentrão, Raúl Meireles zur Verfügung. Aber auch eine neue junge Generation drängt in den Kader der Portugiesen, darunter André Silva (AC Mailand), Raphaël Guerreiro (Borussia Dortmund) oder Bruma (RB Leipzig). Bei Portugal muss man auf alles gefasst sein. Die Europameisterschaft 2016 gewannen sie völlig überraschend, nachdem sie viele EM-Spiele sehr defensiv angegangen waren. Entweder sie scheiden frühzeitig aus oder kommen ganz weit.

 

Russland

 

Der dieses Mal automatisch qualifizierte WM-Gastgeber Russland kam nach der Aufteilung der früheren Sowjetunion bei allen bisherigen drei WM-Teilnahmen nicht über die Vorrunde hinaus. Zuletzt scheiterte Russland in Brasilen an Algerien, Südkorea und Belgien, als man ohne gewonnenes Spiel die Heimreise antreten musste. Zwei Jahre später bei der EM 2016 in Frankreich schied Russland gegen Wales, England und Slowakei als Gruppenletzter aus. Der dringend benötigte Umbruch im Team läuft jedoch weiter beschwerlich. Beim vorbereitenden Confed-Cup gewannen die Russen zwar gegen Neuseeland, verloren jedoch danach gegen Mexiko und Portugal. Auch in den darauffolgenden Freundschaftsspielen war die Leistung eher mäßig. Einem 4:2-Sieg gegen Südkorea folgte ein ernüchterndes 1:1 gegen Iran. Zu den Spielern mit internationalem Format zählen Torwart Igor Akinfeev, Alan Dzagoev, Fedor Smolov, Alexander Kokorin, Denis Glushakov oder Aleksandr Samedov. Roman Neustädter, der vielen noch vom FC Schalke 04 bekannt sein dürfte, findet aktuell keine Berücksichtigung für die russische Nationalmannschaft. Bei der heimischen WM muss Russland auf den Rückenwind des zwölften Mannes hoffen, ansonsten ist die WM nach drei Spielen vorbei.

 

Serbien

 

Zum ersten Mal trat Serbien 2006 als eigenständiges Land bei einem Länderspiel an. Die erste europäische WM-Qualifikation spielte Serbien zur WM 2010 in Südafrika. Damals sicherten sich die Serben prompt das WM-Ticket. In den letzten Jahren reichte es für Serbien aber nicht mehr zur Teilnahme bei einem internationalen Turnier. Auf dem Weg nach Russland bekamen es die Serben in der Qualifikation mit Irland, Wales, Österreich, Georgien und Moldawien zu tun. Sechs Siege, drei Unentschieden und eine Niederlage reichte aus, um sich direkt zu qualifizieren. Zu den hervorzuhebenden Spielern gehören Aleksandar Mitrovic, Dusan Tadic, Nemanja Matic, Luka Milivojevic, Adem Ljajic, Nikola Maksimovic und die drei aus der Bundesliga bekannten Spieler Matija Nastasic (Schalke 04), Filip Kostic (Hamburger SV) und Milos Veljkovic (SV Werder Bremen). Bei der WM 2018 ist den sehr unberechenbaren Serben durchaus etwas zuzutrauen.

 

Spanien

 

Spanien muss man bei der WM in Russland unbedingt auf dem Zettel haben und zählt neben Brasilien, Deutschland und Frankreich zu den Top-Favoriten auf den Titel. Die Qualifikation lief für Iniesta, Ramos & Co problemlos. In zehn Spielen gab es neun Siege und nur ein Unentschieden. Bei den Spielen gegen Italien, Albanien, Israel, Mazedonien und Lichtenstein erzielten die Spanier 36 Tore und bekamen selbst nur 3 Gegentore. Für die Operation zweiter WM-Titel kann Trainer Julen Lopetegui aus den vollen Schöpfen. Ein gesunder Mix aus gestanden Profis und jungen hungrigen Spielern stehen bereit. Für das spanische Aufgebot im nächsten Jahr gesetzt sein dürften Sergio Ramos, Gerard Pique, Alvaro Morata, Isco, Cesc Fabregas, Diego Costa, David Silva, Sergio Busquets, Thiago Alcantara, Juan Mata, Daniel Carvajal, Jordi Alba und Sergi Roberto. Die Spanier werden definitiv ein Wörtchen mitreden um den Titel, alles andere würde schwer wundern.

 

Südkorea

 

Südkorea ist mit seinen bisher neun WM-Teilnahmen und dem Erreichen des Halbfinales 2002 im eigenen Land die erfolgreichste Nation Asiens. In der ersten Runde der Qualifikation schossen sie Nationen wie Libanon, Kuwait, Myanmar und Laos regelrecht ab. Alle acht Spiele Vorrundenspiele wurden ohne einen Gegentreffer gewonnen und dabei erzielte man 27 Tore. Im weiteren Verlauf der Qualifikation bekam es Südkorea dann mit Iran, Syrien, Usbekistan und China zu tun. Am Ende reichten vier Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen für das direkte WM-Ticket. Das  Südkorea für andere Nationen unbequem zu spielen ist, stellten sie des Öfteren unter Beweis. Besonders ihre Laufbereitschaft und Geschlossenheit zeichnet die Mannschaft aus. Viele Spieler der südkoreanischen Nationalmannschaft verdienen zudem in Europa ihr Geld und zeigen dort, dass sie durchaus internationales Format haben. Star der Truppe ist der EX-Hamburger Heung-Min Son, der mittlerweile bei Tottenham Hotspurs in der Premier League auf Torejagd geht. Aus Augsburg bekannt sind außerdem Ja-Cheol Koo und Dong-Won-Ji. Bei der WM in Russland benötigen die Südkoreaner aber eine leichte Gruppe, um bis ins Achtelfinale vorzustoßen. Realistischer ist ein Ausscheiden in der Vorrunde.

 

Saudi-Arabien

 

Saudi-Arabien war 1994 bei der WM in den USA zum ersten Mal bei einer WM-Endrunde mit dabei und schaffte es auf Anhieb in die K.O.-Runde, wo sie gegen Schweden ausschieden. Auch für die drei folgenden Weltmeisterschaften, einschließlich der WM 2006 in Deutschland, reichte es für die Saudis zur Teilnahme, jedoch war das Turnier nach der Gruppenphase immer beendet. Zur WM nach Südafrika und Brasilien reichte es für Saudi-Arabien jeweils nicht und auch die Direktqualifikation für Russland war denkbar knapp. Punktgleich mit Australien aber mit dem besseren Torverhältnis, beendeten die Saudis einen Punkt hinter Japan die Gruppe. Außerdem ließ man die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak und Thailand in der Qualifikation hinter sich. Trainer Bert van Marwijk wurde trotz erfolgreicher Qualifikation gefeuert, und wurde nun vom Argentinier Edgardo Bauza ersetzt. Den Saudis kommt sicherlich Zugute, dass sie im arabischen Raum die stärkste nationale Liga haben und alle Nationalspieler bei heimischen Vereinen spielen. Dennoch fehlt vielen dadurch die internationale Klasse, da sie keine Chance haben sich mit besseren Spielern zu messen. Etwas heraus sticht der Star der Saudis Fahad Al-Muwallad, der auf Rechtsaußen eingesetzt wird. Sein aktueller Marktwert wird auf €2,6 Millionen geschätzt, womit er sich deutlich von seinen Mitspielern abhebt. Das restliche Team kommt zusammen auf einen Marktwert von €15 Millionen Euro. In Russland wird es vermutlich für Saudi-Arabien nicht reichen in die 2. Runde einzuziehen.

 

Uruguay

 

Uruguay ist hinter Rekordweltmeister Brasilien momentan die zweite Kraft in Südamerika, auch wenn bei 18 Spielen der südamerikanischen Zehnergruppe neun Siege, vier Unentschieden und fünf Niederlagen ausreichten, um die Qualifikation als Zweiter abzuschließen. Mit Edison Cavani und Luis Suárez im Sturm besitzt Uruguay geballte Offensiv-Power, die jede Abwehr in Verlegenheit bringen kann. Zudem sorgen Diego Godin und Jose Gimenez von Atletico Madrid hinten für Ruhe, und im Mittelfeld ziehen Matias Vecino von Inter Mailand sowie der talentierte Rodrigo Bentacur von Juventus Turin die Fäden. Schafft es Trainer Óscar Tabárez die Himmelblauen für Russland rechtzeitig in Topform zu bringen, wird der zweimalige Weltmeister sehr schwer zu schlagen sein.