Serie A 2016-2017 Tipps

Mit zwei spektakulären Transfers für die neue Saison machte die Serie A wieder einmal direkt von sich reden. Gelingt es Juve, den Meistertitel zu verteidigen, oder gibt es eventuell sogar einen Überraschungsmeister? Für welche Mannschaften könnte es bergab in die Serie B gehen? Ein ausführlicher Überblick liefert die momentanen Tendenzen. Hier seht ihr zuerst unsere Tipps…wenn ihr runterscrollt, auch unsere Vorschau!

Juventus Turin – Atalanta Bergamo Tipp 03.12.2016

Juventus – Atalanta, völlig überraschend werden beide Teams nach 14 Spieltagen nur durch fünf Punkte getrennt. Das liegt allerdings nicht an einer Schwäche von Juventus Turin, führt der Serienmeister die Tabelle doch schon wieder mit vier Punkten Vorsprung auf Rang zwei an.

SSC Neapel – Inter Mailand Tipp 02.12.2016

Napoli – Inter, beide Teams sind Tabellennachbarn, allerdings nur auf den für beide enttäuschenden Plätzen sieben und acht. Der SSC Neapel weist mit 25 Punkten immerhin noch vier Punkte mehr auf als Inter Mailand, liegt aber schon acht Punkte hinter Tabellenführer Juventus Turin zurück.

Inter Mailand – AC Florenz Tipp 28.11.2016

Inter – Fiorentina, auf den Rängen neun und acht stehend gehören beide Vereine bisher zu den Enttäuschungen dieser Saison. Inter Mailand, das mit 18 Punkten zwei Zähler hinter dem AC Florenz liegt, der zudem noch ein Spiel in der Hinterhand hat

CFC Genua 1893 – Juventus Turin Tipp 27.11.2016

Genua – Juventus, der Tabellenzwölfte unternimmt den Versuch, die Liga spannend zu halten und den schon wieder enteilten Spitzenreiter einzubremsen. Der CFC Genua 1893 steht mit 16 Punkten ordentlich da und hat noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Bei jeweils neun Punkten Rückstand auf die internationalen Plätze und Vorsprung auf die Abstiegszone könnte die Saison indes im grauen Mittelfeld verlaufen.

AC Mailand – Inter Mailand Tipp 20.11.2016

Milan – Inter, in den letzten Jahren war das Mailänder Derby weit entfernt von einem Spitzenspiel und ist es auch diesmal wieder. Allerdings schickt sich zumindest der AC Mailand als aktueller Tabellendritter mit lediglich fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Juventus Turin an, zumindest einigermaßen an alte Glanzzeiten anzuknüpfen.

Juventus Turin – Delfino Pescara Tipp 19.11.2016

Juve – Pescara, der Spitzenreiter mit 30 Punkten aus den ersten zwölf Spielen erwartet einen der Aufsteiger, der mit erst sieben Zählern auf dem drittletzten Platz rangiert. Während die Meisterschaft auch in diesem Jahr und damit zum sechsten Mal hintereinander wohl wieder nur über Juventus Turin führen wird

Die Meisteranwärter

Juventus Turin

Juventus Turin brach in der Vorbereitung auf die neue Saison alle Rekorde. Einerseits holte man aus Neapel den 36-Tore-Mann Higuaín für unfassbare 90 Millionen Euro. Auf der anderen Seite gab man Mittelfeldstar Paul Pogba für noch unbeschreiblichere 120 Millionen Euro an Manchester United ab. Und nebenher gab es noch einige weitere Zu- und Abgänge, die jedoch angesichts der Unsummen eben genannter Spieler fast ins Hintertreffen geraten sind.

Bevor man sich intensiver mit den Neuzugängen beschäftigt, ist es durchaus sinnvoll, auch einmal den Ist-Zustand Juves mit Blick auf vergangene Saison genauer zu analysieren. Massimo Allegri brachte Turin wieder einmal auf den Leistungsstand, den man von dem italienischen Rekordmeister gewohnt ist. In 38 Spielen kassierte man nur 20 Gegentreffer, konnte dafür 75 Mal ins gegnerische Netz treffen. Mit 9 Punkten Vorsprung vor Neapel beendete man die Saison und legte immer wieder beachtenswerte Siegesserien hin.

Prunkstück Juves ist natürlich die Defensive, die mit Gigi Buffon einen Weltklasse-Rückhalt besitzt. Zur neuen Saison lotste Allegri Innenverteidier Benatia von den Bayern los und engagierte den Rechtsverteidiger Dani Alves vom FC Barcelona. Damit kann er die Verteidigungslinie nun noch ein Stück variabler und, wenn nötig, offensiver gestalten. Vor allem in Bezug auf die Champions League dürfte Juventus Turin hier das beste Spielermaterial besitzen.

Um das Offensivspiel kreativer aufstellen zu können, holte man den Bosnier Pjanic und den kroatischen Nationalspieler Marko Pjaca. Beide dürften gerade im Zusammenspiel mit Higuaín für große Torgefahr sorgen und den erneuten Angriff auf die Ligaspitze extrem durchschlagskräftig gestalten. Im Übrigen ist die Verpflichtung des argentinischen Sturmtanks insofern nachvollziehbar, da man Morata an Real Madrid verkaufen musste. Dass jedoch eine solch utopische Summe ausgegeben wurde, ist für einen Spieler, der immer wieder mit Übergewicht zu kämpfen hat, nicht ganz verständlich.

Allegri setzte vergangene Saison auf ein stabiles und kontrolliertes Spielsystem. Mit kurzen Pässen und viel Ballbesitz wurden die Gegner mürbe gespielt, ehe man mit Bällen durch die Gasse in die torgefährliche Zone gelang. Sollte Juve in Führung gehen, waren sie ausgezeichnet darin, diese auch über die 90 Minuten Spielzeit zu bringen. Dieses System wird man mit den neuen Spielern nicht über den Haufen werfen. Doch gerade ein Higuaín lebt davon, einige Bälle zugespielt zu bekommen und sich als Alleinunterhalter zu präsentieren. Wie er mit dem jungen und dynamischen Dybala harmonieren wird, lässt sich im Vorfeld nicht sagen.

SSC Neapel

Der SSC Neapel steht seit dem Weggang von Higuaín natürlich mit einem vollgepackten Geldkoffer da. Auf der anderen Seite wurde durch die Abwanderung des Fanlieblings zu Ligakonkurrent Juve auch ein neues Hassobjekt geschaffen. Wie wird man den Wegfall des Torgaranten auffangen können? Coach Sarri hat sich nicht lange mit Überlegungen aufgehalten, sondern direkt den aus der Bundesliga bekannten Arkadiusz Milik von Ajax Amsterdam verpflichtet.

Milik ist mit seinen 22 Jahren endlich auf dem Niveau angekommen, das ihm bereits seit ein paar Jahren vorauszueilen scheint. In der Bundesliga gelang ihm nie wirklich der Durchbruch, in Diensten vom holländischen Rekordmeister Amsterdam konnte er aber endlich die Torgefahr entwickeln, die man von ihm erwartet. Mit 21 Treffern in 31 Ligaspielen kann er natürlich eine beeindruckende Torquote vorweisen. Man muss aber auch konstatieren, dass es sich dabei nicht um eine absolute Topliga handelt. Daher wird es interessant, ob Neapel mit Milik im Sturm die gleiche Durchschlagskraft besitzen wird, wie mit Higuaín.

Aus Udinese holte man den zweiten Polen, nämlich Piotr Zielinski, der im zentralen Mittelfeld Zuhause ist. Der 22-jährige Rechtsfuß zeigte sich vergangene Saison durchaus torgefährlich, wobei seine Stärken eher in der Vorbereitung und im Spielaufbau liegen. Wahrscheinlich erhofft man sich bei Neapel, dass die beiden Polen, die sich auch aus der Nationalmannschaft kennen, auf dem Platz ausgezeichnet miteinander harmonieren.

Durch die Qualifikation für die Champions League wird sich der SSC Neapel auf eine deutliche Mehrfachbelastung einstellen müssen. Letztes Jahr spielte man noch in der Europa League, dieses Jahr soll der Angriff in der Königsklasse mindestens bis zum Achtelfinale gelingen. Dafür holte man sich auch für die Innenverteidigung Unterstützung und engagierte Tonelli aus Empoli. Außerdem kam aus der Premier League der vergangene Saison eher unglücklich wirkende Giaccherini. Während der EM zeigte er endlich wieder seine Klasse und konnte befreit aufspielen. Das war man von ihm in der Art und Weise beim AFC Sunderland nicht gewohnt gewesen.

Wie auch immer der Versuch gestartet werden wird, Champions League und Serie A unter einen Hut zu bringen. Neapel ist grundsätzlich ausgezeichnet aufgestellt, muss nun nur noch die Eingewöhnung der neuen Spieler so schnell wie möglich einleiten. Dann könnte es auch diese Saison wieder einmal sehr weit nach vorne gehen und am Ende vielleicht sogar für den ultimativen Sieg reichen.

AS Rom

Im erlesenen Kreis der Titelanwärter findet sich auch der AS Rom, der die letzte Saison auf Platz drei beendete. Nur zwei Punkte Abstand auf den Zweitplatzierten sollten Rom am Ende fehlen. Da will man diese Saison natürlich noch mehr Konsequenz walten lassen, um den größtmöglichen Erfolg einzuläuten. Dafür bekam Spalletti auch einige Mittel in die Hand, um sein Team in der Breite besser aufzustellen.

Für das Offensivspiel wurde aus Brasilien der mit 19 Jahren noch sehr junge Gerson geholt, dem eine großartige Zukunft prognostiziert wird. Vom FC Chelsea holte man den Flügelflitzer Salah, aus Mailand kommt Linksaußen El Shaarawy. Und auch das Sturmzentrum soll verstärkt werden, weshalb man sich für den sehr erfahrenen und kantigen Edin Dzeko entschied. Diese Verpflichtungen versprechen natürlich ein gehöriges Offensivefeuerwerk – vorausgesetzt Spalletti gelingt es, die Einzelkönner zusammenzuschweißen.

Auf der Torwartposition wurde sich ebenso verstärkt. Der Pole Szczesny ist nicht ganz der sichere Rückhalt, den man sich versprochen hat. Deshalb kam aus Brasilien mit Alisson hochkarätiger Ersatz, der mindestens Druck auf die Stammposition machen soll. Vielleicht gelingt es ihm aber auch sogar, sich den Platz zwischen Pfosten zu erkämpfen.

Es wird vor allem spannend zu sehen sein, wie man den Verlust von Mittelfeldmotor Pjanic kompensieren kann. Der Bosnier war Dreh- und Angelpunkt, die verlässliche Schaltzentrale der Roma. Hier dürfte auch der einzige Schwachpunkt liegen, den Spalletti unter Kontrolle kriegen muss. Die vielen Stars, die sich in seinem Team befinden, sind immer wieder einmal für Leistungsschwankungen gut. Das ist angesichts der Möglichkeit, sich über Quali-Spiele für einen Startplatz in der Champions League zu qualifizieren, eines der größten Mankos im Kader von Rom.

Teams mit Überraschungspotenzial

Inter Mailand

Ein Trainerwechsel, der alles mit sich bringen kann – sowohl enttäuschende Leistungseinbrüche, als auch der noch größere Erfolg als in der Vorsaison. Nachdem sich Mancini und Inter trennten, wurde Frank de Boer engagiert. Der Holländer war zuvor Chefcoach von Ajax Amsterdam und kam dort auf einen beeindruckenden Punkteschnitt von 2 Punkten pro Spiel. Wie wird ihm der Einstieg bei einem so renommierten Klub wie Inter Mailand gelingen? Angesichts der Neuverpflichtungen könnte es definitiv weiter nach oben gehen.

Starwechsel ist auf jeden Fall der von Antonio Candreva. Der Mittelfeldregisseur wird bei Inter gemeinsam mit dem jungen Kondogbia und dem sehr erfahrenen Banega eine hochkreative Schaltzentrale entstehen lassen. Der italienische Nationalspieler bringt die Stabilität und Führungsstärke mit, die Mailand braucht, um endlich den nächsten Schritt in der Entwicklung zurück zu alter Stärke vornehmen zu können.

Vom AS Rom kam mit Dodô ein noch recht junger und damit sehr hungriger Spieler, der auf der linken Verteidigerposition Zuhause ist. Auch für die Außenverteidigerposition wurde Ansaldi vom FC Genua verpflichtet. Aus Kroatien kam Brozovic, der als Backup für das Mittelfeld vorgesehen ist. Sollte er mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen, ist de Boer natürlich einer, der auf junge Talente setzt und sie schneller in die Startaufstellung zu überführen weiß, als es so manch andere Trainer tun.

Wie auch immer die Saison starten wird: Inter Mailand ist gespickt mit außerordentlichen Talenten, die sowohl erfahrene Spieler zur Seite gestellt bekommen, als auch mit jungen Akteuren ordentlich Druck spüren dürften. Coach de Boer muss es schaffen, eine Balance hinzubekommen, was angesichts solch stolzer Spieler wie Perisic, Candreva und Erkin schwer genug werden dürfte. Entwickelt sich hier ein Gleichgewicht aus emotionaler Aggressivität und gleichzeitiger Mannschaftsdienlichkeit, könnte Inter endlich einmal wieder ganz vorne mitmischen. Zu wünschen wäre es dem Team natürlich, da es schon seit Jahren im Mittelfeld herumdümpelt, ohne wirklich auf sich aufmerksam zu machen.

AC Mailand

Spätestens hier wird jedem Leser klar, dass die Mailand-Klubs in einer Krise stecken. Diese zieht sich aber bereits mehrere Jahre hindurch. Stetigkeit kennen beide Vereine nicht mehr, die ganz großen Transfers wollen nicht gelingen und der eigene Nachwuchs lässt leistungstechnisch ziemlich auf sich warten. Der AC Mailand schloss die vergangene Saison auf Tabellenplatz 7 ab. Das ist nicht nur eine durchschnittliche Platzierung, sondern zeigt auch, wie grau das Offensivspiel geworden ist. Die Zeiten von großartigen Spielern wie Seedorf, Kaká und Shevchenko sind lange vorbei. Manch ein Fan ist sich wohl auch schon nicht mehr sicher, ob diese Zeiten wirklich wiederkehren werden.

Ein neuer Trainer soll es nun richten. Mit Vincenzo Montella wurde ein engagierter Charakter verpflichtet, der sich vor allem taktisch immer wieder einiges zutraut und der es auch gewohnt ist, intensiv zu arbeiten, um Erfolg zu haben.

Größte Schwachstelle der Mailänder Mannschaft ist die Defensive. Und das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Denn die Verteidigungslinie war zu früheren Zeiten mit Nesta und Maldini eine der besten Europas!

Für die Innenverteidigung verpflichtete man Gustavo Gómez, der aus der argentinischen ersten Liga nach Italien wechselt. Außerdem holte man für die Außenverteidigerposition den sehr erfahrenen Leonel Vangioni. Ob damit bereits das Problem des teils miserablen Umschaltspiels gelöst werden konnte, ist fraglich.

Auch die Offensive soll mehr Qualität bekommen, deshalb verpflichtete man Gianluca Lapadula von Delfino Pescara. Der 1,78 m große Mittelstürmer erzielte vergangene Saison für Deflino in der Serie B 27 Treffer und konnte 11 weitere Tore vorbereiten. Wie er sich in der ersten italienischen Liga schlägt, kann man natürlich noch nicht beurteilen. Die Anlagen hat er selbstverständlich, jedoch musste er sich auch noch nie in der Serie A beweisen.

Die potenziellen Absteiger

Für die Serie A ist es irgendwie typisch, dass gleich mehrere Mannschaften für den Abstieg in Frage kommen. Das liegt unter anderem daran, dass die finanziellen Mittel bei vielen Teams mehr als begrenzt sind und man sich über die Jahre hinweg häufig verschuldet hat. Welche Vereine um den Verbleib in der Serie A bangen müssen, zeigen wir hier:

Sampdoria Genua

Letzte Saison konnte sich Sampdoria Genua mit 40 Punkten aus 38 Spielen noch knapp dem Abstieg entziehen. Um die Nähe zur Serie B aufzuzeigen: Carpi stieg mit 38 Punkten ab. Auch Sampdoria entschied sich für die neue Saison also für frischen Schwung auf der Trainerbank und verpflichtete daher Marco Giampolo. Der 49 Jahre alte Coach trainierte zuvor den FC Empoli, blickte dort aber auch eher auf eine durchwachsene Saison zurück.

Das Spielermaterial, auf welches Giampolo zurückgreifen darf, ist durchaus mit Hochkarätern besetzt. Antonia Cassano hat mit 34 Jahren selbstredend seine Blütezeit hinter sich, jedoch kann er mit seiner Erfahrung jedem Team helfen. Im Sturm steht außerdem der Kolumbianer Muriel bereit, dessen Qualitäten europaweit bekannt sind. Einzig und allein verlässlich in Szene zu setzen, gelang in der vergangenen Saison nicht.

Was verändert sich im Hinblick auf die kommende Saison. Im ersten Augenblick musste sich Sampdoria erst einmal von verlässlichen Stabilisatoren verabschieden. Roberto Soriano wechselte nach Spanien zum FC Villarreal, der junge Correa ging zum FC Sevilla. Auch der defensive Mittelfeldspieler Fernando verließ das Team und wechselte nach Russland zu Spartak Moskau. Diese Wechsel sind zwar einerseits nur schwer zu verkraften, spülten jedoch auch einiges an Geld in die klamme Kasse. Dass natürlich nicht alles direkt wieder in Spielermaterial umgesetzt werden konnte, erklärt sich von selbst.

Dennoch blieb man nicht untätig und engagierte mit Fabio Quagliarella einen sehr erfahrenen Stürmer, der auch schon als Nationalspieler Italiens auf sich aufmerksam machen konnte. Außerdem holte man mit Jacopo Sala einen talentierten Rechtsverteidiger, aus Polen kam der 21-jährige Linetty, der das Mittelfeldzentrum verstärken soll.

Eine Platzierung Sampdorias vorauszusagen gleicht einem Blick in die Glaskugel. Durch den Verlust wirklich brauchbarer Spieler wie Soriano und Correa dürfte dem Team jedoch das wegfallen, was man unbedingt braucht: Nämlich verlässliche Stützen, wenn es mal brenzlig werden sollte.

Udinese Calcio

Vor nicht allzulanger Zeit war Udinese eine schlagkräftige Truppe, die in europäischen Pokalwettbewerben auf sich aufmerksam machte. Doch von dieser sehr erfolgreichen Zeit ist heute wenig übriggeblieben. Vergangene Saison stieg man nur aufgrund eines mickrigen Pünktchens nicht in die Serie B ab.

Was wird sich also ändern für die kommende Saison? Ein Umbruch hat bereits stattgefunden, denn Udinese stellt den jüngsten Kader für die Saison 2016/2017. Dieser Schritt ist nur allzu verständlich, wenn man wirklich einen Wandel einleiten möchte. Auch auf der Trainerbank wurde rotiert: Guiseppe Iachini ist nun Hauptverantwortlicher und soll für ein frisches und erfolgreiches Spielsystem sorgen.

Gleich drei Talente verließen das beinahe gesunkene Schiff. Zielinski ging wie bereits erwähnt zum SSC Neapel, Nico López wechselte nach Brasilien und Valerio Verre wechselte zum Aufsteiger Delfino Pescara.

Unter den Neuverpflichtungen findet sich beispielsweise das kroatische Jungtalent Perica. Der 1,92 m große Sturmtank dürfte vor allem als Anspielstation für hohe Bälle in Frage kommen. Aus Brasilien holte man den sehr schnellen und technisch äußerst versierten Rechtsaußen Ewandro, der mit dem ebenfalls jüngst verpflichteten Linksaußen de Paul vom FC Valencia für neuen Offensivdampf sorgen soll.

Iachini muss einige Arbeit investieren, um das teils brachliegende System wieder auf Vordermann zu bringen. Die Abstimmungen beim Umschaltspiel waren vergangene Saison teils haarsträubend schlecht, viele Gegentore wurden durch schwache Verteidigungsleistung auf den Außen eingeleitet.

US Palermo

Zwei Dinge sind offensichtlich bei US Palermo. Einerseits der Versuch, möglichst keine neuen Schulden zu machen. Dafür verkaufte man die Spitze Vázquez an den FC Sevilla und suchte selbst nicht nach neuen, teuren Verstärkungen auf dem Transfermarkt. Andererseits hatte man unfassbare Probleme, vergangene Saison den eigenen Ballbesitz konstruktiv zu gestalten. Es reichte teilweise schon simples Anpressen, da verlor US Palermo bereits den eigenen Ball.

Was wird man in der kommenden Saison anders machen? Auf der Trainerbank gab es bereits während der Saison 2015/2016 einen Wechsel. Davide Ballardini übernahm Palermo im April und sorgte direkt für mehr Stabilität und Konzentration. Urplötzlich gab man sich nicht mehr einfach so auf und versuchte zudem, aus einer gesicherten Defensive Tore zu erzielen.

Diese Spielweise wird man auch 2016/2017 erwarten können, Ballardini setzt dabei auf dieselben Spieler wie vergangene Saison. Das ist natürlich auch ein Zeichen von Vertrauen in den Kader. Erwähnenswert ist einzig und allein der Zugang von Ex-Darmstadt Profi Slobodan Rajkovic. Der kantige Innenverteidiger soll die Verteidigungslinie verstärken und die Spielöffnung Palermos unterstützen.

Ob dieses Vertrauen auf die Kaderstärke tatsächlich ausreicht, wirklich die Klasse zu halten, bleibt angesichts der klammen Vereinskasse fraglich. Ein Abstieg wäre furchtbar für Palermo, da man auf die Fernsehgelder und ein halbwegs volles Stadion natürlich angewiesen ist.

Delfino Pescara

Der bekannteste Kopf Pescaras sitzt auf der Trainerbank: Massimo Oddo, der Ex-Verteidiger vom FC Bayern, schaffte mit Delfino den Aufstieg in die Serie A. Doch man musste auch einen herben Verlust einstecken. Ihr Tor- und Aufstiegsgarant Lapadula verließ das Team und wechselte zum AC Mailand. Wie wird Oddo den so unbeschreiblich treffsicheren Stürmer nun ersetzen?

Wahrscheinlich ist, dass Oddo den Wegfall des Stürmers durch den ein oder anderen taktischen Kniff zu kompensieren versucht. Delfino fehlt das Geld, einen gleichwertigen Stürmer zu verpflichten. Man leiht deshalb bis nächste Saison gleich zwei Offensivakteure von Ligakonkurrent Inter Mailand aus. Caprari und Manaj werden somit um den Startplatz in der Elf von Oddo kämpfen, in der voraussichtlich nur ein echter Stürmer Platz haben wird.

Von Inter Mailand holte man außerdem noch Cristiano Biraghi, der auf der defensiven Außenbahn vor allem durch seine mutigen Offensivakzente das Spielsystem Pescaras variabler gestalten könnte. Für das Mittelfeld wurde Valerio Verre von Udinese Calcio verpflichtet.

Auch wenn Delfino natürlich größte Ambitionen hat, die Klasse zu halten. Durch den Wegfall Lapadulas wird ihnen ein entscheidender Faktor fehlen, der maßgeblich für den Aufstieg war. Ich denke nicht, dass es Oddo gelingen wird, das Team in der Serie A zu halten.