Auch die Northwest Division gehört in diesem Jahr zu den interessantesten Divisions der Liga. Portland war in der vergangenen Saison eine der Überraschungen und sorgte für Furore. Laut Lillard haben sie in diesem Jahr ein Auge auf die Conference Finals geworfen und greifen damit die großen Teams an.

Die Thunder trennten sich bekanntermaßen von Kevin Durant und nun steht Westbrook in der Verantwortung und kann zeigen, wie weit er seine Mannschaft über eine ganze Saison tragen kann.

Utah gehörte auch zu den positiven Überraschungen des letzten Jahres und verstärkte sich in diesem Jahr noch einmal.

Denver muss den nächsten Schritt machen, verpasste in der Off-Season aber einschneidende Verbesserungen.

Und die Wolves? Mit Towns, Wiggins und LaVine haben sie eines der aufregendsten Trios der Liga in ihren Reihen und haben ein Auge auf Platz 8 geworfen.

Schauen wir uns die Teams etwas genauer an um die Chancen besser einschätzen zu können.

Teams (Bilanz letzte Saison):

  1. Oklahoma City Thunder (55-27)
  2. Portland Trail Blazers (44-38)
  3. Utah Jazz (40-42)
  4. Denver Nuggets (33-49)
  5. Minnesota Timberwolves (29-53)

Minnesota Timberwolves

Mit 29 Siegen landeten die Wolves in der vergangenen Saison „nur“ auf Rang 13. Bedenkt man jedoch, dass sie nur vier Siege weniger als der Zehntplatziere hatten, ist der Kontakt zu den vorderen Teams bereits hergestellt.

Zudem war auch eine klare Verbesserung zu erkennen und trotz des Dramas um den Tod von Flip Saunders, verbesserten sich die Wölfe in der Saison um 13 Siege. Die gesammelten Erfahrungen werden den Wolves helfen und so wollen sie sich auch in diesem Jahr weiter verbessern.

Mit Tom Thibodeau holte sich Minnesota zudem einen Top-Trainer, der als Assistant beim Celtics-Titel 2008 eine wichtige Rolle spielte und anschließend als Headcoach der Chicago Bulls im Osten zu den Top-Trainern gehörte.

Nun soll er die junge Mannschaft nach oben führen und Towns, Wiggins und Co. zu Top-Stars machen.

Vor allem Karl-Anthony Towns zeigte sich in der Rookie-Saison überragend und erinnerte in Phasen an einen jungen Tim Duncan. Er wiederholte den Rookie of the Year-Titel von Wiggins und bildet mit ihm und Dunk-Champion Zach LaVine ein vielversprechendes Trio für die Zukunft.

Der Kader blieb im Kern auch zusammen, auch wenn das Karriere-Ende von Kevin Garnett sicher ein kleiner Rückschlag im Hinblick auf die Entwicklung der jungen Spieler war. Neben ihm trennte sich Minnesota auch von Tayshaun Prince und Andre Miller und Center Nikola Pekovic wird einfach nicht fit. Er könnte erneut das gesamte Jahr verpassen.

Mit Jordan Hill, Brandon Rush und Cole Aldrich konnte man den Kader aber wieder etwas verstärken und der im Draft an 5. Stelle gezogene Rookie Kris Dunn, gilt als eines der größten Talente und als einer der Favoriten auf den Rookie of the Year Award.

So sind die Wolves also gut aufgestellt und bereit für den Angriff auf die Playoffs. Auch wenn diese in diesem Jahr vielleicht noch etwas zu früh sind, ist zu erwarten, dass sich die Mannschaft weiter verbessert. Mit Thibodeau an der Seitenlinie sollte sich vor allem die defensive Arbeit stark verbessern und als Grundlage für den Erfolg dienen.

Fakt ist, dass die Wolves so oder so Spaß machen werden und bereits jetzt eine große individuelle Klasse besitzen. Towns (20), Wiggins (21), LaVine (21), Dunn (22) und Tyus Jones (21) sind unfassbar jung und selbst Rubio ist gerade erst 26 Jahre alt geworden. Auf Minnesota darf man sich also freuen und eine klare Verbesserung sollte sich fast automatisch ergeben. Zuletzt hielten sich allerdings Trade-Gerüchte um Tyus Jones. Es bleibt abzuwarten, ob noch etwas passiert.

Mögliche Starting Five:

1 Ricky Rubio

2 Zach LaVine

3 Andrew Wiggins

4 Gorgui Dieng

5 Karl-Anthony Towns

Die Bank:

Kris Dunn, Tyus Jones, Brandon Rush, Shabazz Muhammad, Cole Aldrich, Jordan Hill, Nemanja Bjelica, Adreian Payne, Rasual Butler, John Lucas III, (Nikola Pekovic)

Coach: Tom Thibodeau

Denver Nuggets

Die Nuggets gehören in dieser Saison zu den großen Unbekannten in der Liga. Mit 33 Siegen machten sie im letzten Jahr allerdings nur einen kleinen Schritt nach vorne und hatten während der gesamten Saison wieder einmal mit vielen Verletzungen zu kämpfen. So verpasste mit Wilson Chandler einer der wichtigsten Spieler das gesamte letzte Jahr. Neben ihm fehlte außerdem Danilo Gallinari 29 Spiele und außer Will Barton bestritt kein anderer Spieler alle 82 Partien.

Immerhin hatten die jungen Spieler so viel Zeit sich zu entwickeln und Emmanuel Mudiay, Gary Harris, Nikola Jokic oder auch Jusuf Nurkic ließen ihre Klasse phasenweise aufblitzen. Mit Jamal Murray sicherten sie sich zudem einen weiteren sehr jungen (19 Jahre alt) Rookie, der in der Pre-Season ebenfalls überzeugen konnte. Somit haben die Nuggets fünf äußerst talentierte Spieler, von denen keiner älter als 22 ist.

Leider ist der Rückkehrer Chandler aber die einzige Verstärkung, so dass die jungen Spieler weiter viel Verantwortung tragen werden. Glücklicherweise mussten sich die Nuggets aber nur von DJ Augustin trennen, so dass die Mannschaft zumindest eingespielt sein sollte.

Coach Mike Malone weiß also genau, mit welcher Truppe er arbeiten kann und es wird sicher interessant zu beobachten sein, ob der nächste Schritt in der Entwicklung erfolgt ist.

Außer Mike Miller und Jameer Nelson ist kein Spieler älter als 30, sodass die Zukunft für Denver positiv aussieht. Ob langfristig auf die Jugend gesetzt wird, oder ob eventuell ein Trade dafür sorgt, dass sich die Mannschaft verbessert bleibt abzuwarten, es scheint sich jedenfalls bereits jetzt eine ordentliche Rotation zu finden.

Nun gilt es Verletzungen in den Griff zu kriegen, individuell, sowie als Mannschaft den nächsten Schritt zu machen um nicht nur die „großen“ Teams zu ärgern, sondern vielleicht selbst ein Wörtchen um die Playoffs mitzureden und so für eine Überraschung zu sorgen.

Sollte es in diesem Jahr nicht klappen, ist man aber zumindest für die Zukunft gut aufgestellt.

Mögliche Starting Five:

1 Emmanuel Mudiay

2 Gary Harris

3 Danilo Gallinari

4 Kenneth Faried

5 Nikola Jokic

Die Bank könnte wie folgt aussehen:

Jamal Murray, Jameer Nelson, Will Barton, Wilson Chandler, Jusuf Nurkic, Darrell Arthur, Mike Miller, Junacho Hernangomez, Malik Beasley

Coach: Michael Malone

Utah Jazz

Mit nur einem Spiel Unterschied verpassten die Utah Jazz im letzten Jahr nur ganz knapp die Playoffs. Die Rockets setzten sich erst in den letzten Spieltagen durch und zu allem Überfluss ließen die Jazz im letzten Spiel der Saison noch einmal 60 Punkte des alternden Kobe Bryant zu.

Doch die Jazz-Saison war trotzdem keine Verlorene, hatten sie einige Ausfälle zu beklagen. Exum verpasste die gesamte Saison, Favors verpasste 20 Spiele, Burks 51, Burke musste 18-mal passen, Gobert saß 21-mal nur auf der Bank und kein einziger Spieler konnte alle 82 Spiele bestreiten.

Dass die Saison trotzdem recht ordentlich verlief war sicher Gordon Hayward und Derrick Favors zu verdanken, die sich als Top-Scorer im Team etablierten und eine tolle Saison spielten. Auch Rudy Gobert dominierte phasenweise und entwickelte sich vor allem zum Ende der Saison zum absoluten Rückhalt.

Erfreulich daher sicherlich auch die Tatsache, dass sie mit Trevor Booker und Trey Burke nur zwei Spieler verloren und sie im Gegenzug mit George Hill, Joe Johnson und Boris Diaw nicht nur Erfahrung, sondern auch an Qualität dazu gewinnen konnten.

Vor allem die Verpflichtung Hills deckte das Problem auf der Point Guard Position, auf der Utah nicht wirklich mit den anderen Teams mithalten konnte.

Obwohl Utah mit Hayward, der bis Ende November ausfallen könnte, Favors (fraglich für das erste Spie) und Burks, erneut drei nicht unwichtige Verletzte zu beklagen hat, kann Coach Quin Snyder durchaus mit Zuversicht in die Saison gehen.

Die Neuzugänge werden helfen, bedenkt man, dass sich Hill in den letzten Jahren als fähiger Point Guard bei den Pacers bewies, Johnson im letzten Jahr mit den Heat noch einmal richtig aufdrehte und auch Boris Diaw bei San Antonio stets ein fester Bestandteil der Rotation war.

Kommen die Verletzten dann zurück, sollte die Mannschaft einen weiteren Schritt machen, was in Anbetracht der letzten Saison die Playoffs wären.

Doch es sei Vorsicht geboten, wissen die Jazz genau, dass der Erfolg nicht von ungefähr kommen wird und dass sie viel dafür arbeiten müssen. So haben sich die anderen Teams bekanntermaßen auch verbessert und es bleibt am Ende abzuwarten, ob Utah bei gegebener Gesundheit das ordentliche Ergebnis des letzten Jahres verbessern kann.

Die Möglichkeiten hätten sie und wie ein Blick auf den Kader beweist, hat die Bank nun auch die nötige Tiefe und Erfahrung um das Ziel der Playoffs als realistisch zu betrachten.

Die Starting Five setzt sich wohl wie folgt zusammen:

1 George Hill

2 Rodney Hood

3 Gordon Hayward

4 Derrick Favors

5 Rudy Gobert

Auf der Bank befinden sich folgende Spieler:

Dante Exum, Raul Neto, Alec Burks, Shelvin Mack, Joe Johnson, Joe Ingles, Trey Liles, Boris Diaw, Jeff Whitey

Coach: Quin Snyder

Portland Trail Blazers

Während die Medien und Experten den Blazers im letzten Jahr nach den Abgängen von Aldridge, Batum, Lopez und Matthews kaum eine Chance einräumten, hatte der einzig verbliebene Starting Five Spieler, Damian Lillard, bereits vor der Saison ein gutes Gefühl. Er sagte, dass die Playoffs nicht unrealistisch wären und da die Leistungen stimmten, sorgte das junge Team aus Portland für viele erstaunte Gesichter.

Selbst wenn sie in Runde 1 davon profitierten, dass sich Chris Paul und Blake Griffin bei den Clippers verletzten, zeigten sie bereits in den ersten Spielen, dass sie auch mit den Beiden alles andere als chancenlos gegen die Clippers waren. Am Ende setzten sie sich dann auch durch, wurden in Runde 2 aber von den Warriors gestoppt.

Trotzdem konnte man sich über eine gelungene Saison freuen, auf der man sicher aufbauen kann.

In der Off-Season verhielt sich Portland dann auch wie ein Spitzenteam. Auch wenn die Summen teilweise horrend waren, konnten sie wichtige Schlüsselspieler halten und auch die Abgänge von Alan Henderson, Brian Roberts und Chris Kamen mehr als gleichwertig ersetzen.

Mit Evan Turner, Festus Ezeli und Shabazz Napier brachte das Management die nötige Tiefe in den Kader und Spieler, die sich gut hinter Lillard und McCollum eingliedern können.

Das junge Guard-Duo war natürlich ausschlaggebend für den Erfolg und setzte sich regelmäßig gegen vermeintlich erfahrenere Guard-Kombos durch.

Ins All-Star Game wurde unverständlicherweise niemand berufen, was letztlich aber sicher für weitere Motivation sorgen könnte.

Coach Terry Stotts, der sich sowieso immer für seine Spieler stark machte weiß, dass er vor allem mit Lillard einen der besten Point Guards der Liga in seinem Team hat. Mit seinen 26 Jahren hat er zwar noch keine großen, individuellen Auszeichnungen erhalten, aber dafür schon Playoff-Serien und etliche Spiele in den letzten Sekunden entschieden. Nach seinem guten Gespür vor der letzten Saison, zeigte er sich auch in dieser Off-Season selbstbewusst und sagte in einem Interview, dass er gerne in die Conference Finals einziehen möchte und sein Team dafür gewappnet sieht.

Eine klare Kampfansage an die Warriors, Spurs und Clippers und es scheint als haben die Blazers vor, sich nur zwei Jahre nach dem Auseinanderbrechen einer kompletten Starting Five, in der Spitzengruppe der Western Conference festsetzen zu wollen.

Den Druck erlegten sie sich damit ein wenig selbst auf, doch letzten Endes sind die Blazers wieder ein wenig im Schatten der „großen“ Teams. Lillard will aber selbst dazu gehören und seine Blazers weiter nach vorne bringen.

Mögliche Starting Five:

1 Damian Lillard

2 CJ McCollum

3 Evan Turner

4 Al- Farouq Aminu

5 Mason Plumlee

Ein Auszug der Bank:

Shabazz Napier, Allen Crabbe, Pat Connaughton, Ed Davis, Festus Ezeli, Moe Harkless, Meyers Leonard, Noah Vonleh

Coach: Terry Stotts

Oklahoma City Thunder

Mit 11 Siegen Vorsprung konnten die Thunder die Northwest Division im letzten Jahr gewinnen. In den Playoffs scheiterten sie dann in den Conference Finals, obwohl sie sich bereits eine 3-1 Führung gegen die Warriors erspielt hatten. Die Enttäuschung war groß und jeder der die NBA auch in der spielfreien Zeit verfolgte, konnte mit ansehen, wie das Team nach der Niederlage einige kaum zu ersetzende Abgänge hinnehmen musste.

So verließ Superstar und Ex-MVP Kevin Durant seine Thunder um bei den Golden State Warriors anzuheuern. Gleichzeitig wurde auch Serge Ibaka getradet und verließ das Team Richtung Orlando.

Vom einstigen Top-Team um Westbrook, Durant, Harden und Ibaka ist also nur noch Westbrook übrig, der aber in der Verletzungs-Zeit von Durant bereits bewies, eine Mannschaft alleine tragen zu können. Als wandelndes Triple-Double wurde er phasenweise beschrieben und nach dem Abgang seines kongenialen Partners, trägt er nun die komplette Verantwortung und wird die Thunder im nächsten Jahr alleine anführen.

Somit gilt er auch als einer der Favoriten auf den MVP-Titel, da erwartet wird, dass seine Statistiken nochmal ansteigen werden. Einfach wird dies aber nicht, da der Teamerfolg nicht fehlen darf.

Neben Durant und Ibaka verließen außerdem Randy Foye und Dion Waiters die Mannschaft. Im Gegenzug versuchte das Management durch die Verpflichtungen von Victor Oladipo, Ersan Ilyasova und Ronnie Price Schadensbegrenzung zu betreiben, was in Anbetracht der enormen qualitativen Abgänge aber sicher nur bedingt gelang.

Obwohl vor allem Durants Art des Abgangs dem Team weh tat, scheint sich die Mannschaft zusammen gerottet zu haben, um die Verluste gemeinsam aufzufangen. Natürlich spielte der Wechsel den Medien auch in die Karten und immer wieder wurde versucht einen Keil zwischen Durant und seine Ex-Team-Mitglieder zu treiben. Westbrook zeigte sich sichtlich genervt und wollte teils gar nichts mehr zu dem Thema sagen, da seine Konzentration verständlicherweise bei seiner Mannschaft und der anstehenden Saison liegt.

So darf man sich auf einen entfesselten Westbrook freuen, der sicherlich für viele Highlights in diesem Jahr sorgen wird. Was jedoch den Erfolg angeht, könnten es die Thunder durchaus schwer haben und selbst der Division-Sieg wir schwer zu wiederholen sein.

Coach Billy Donovan wird das Spiel auf Westbrook und Oladipo umstellen und Westbrook hat eine riesige Chance, sich selbst und seinen Kritikern zu beweisen, dass er ein Superstar ist, der ein Team auch alleine zu großen Erfolgen führen kann.

Mögliche Starting Five:

1 Russell Westbrook

2 Victor Oladipo

3 Andre Roberson

4 Ersan Ilyasova

5 Enes Kanter

Die Bank:

Cameron Payne, Kyle Singler, Joffrey Lauvergne, Anthony Morrow, Alex Abrines, Nick Collison, Steven Adams, Domantas Sabonis, Mitch McGary, Josh Huestis