Der zweite Teil unserer Vorschau beschäftigt sich mit der Division des Meisters, der natürlich klarer Favorit in dieser Division und vielleicht auch in der gesamten Liga ist. Doch ausruhen dürfen sich die Cleveland Cavaliers nicht, haben die anderen Teams ausgestockt und wollen den Favoriten ärgern.

Werfen wir also einen genaueren Blick auf die Mannschaften.

Teams (Bilanz letzte Saison):

  • Cleveland Cavaliers (57-25)
  • Indiana Pacers (45-37)
  • Detroit Pistons (44-38)
  • Chicago Bulls (42-40)
  • Milwaukee Bucks (33-49)

Milwaukee Bucks

Nach dem tollen Abschneiden in der Saison 2014-15 folgte im letzten Jahr eine kleine Enttäuschung. Die Playoffs wurden verpasst, Neuzugang Greg Monroe brachte nicht die gewünschte Verstärkung und auch Michael Carter-Williams erwies sich nicht als die erhoffte Verbesserung auf der Point Guard Position.

Doch selbst wenn die Ergebnisse nicht stimmten, war nicht alles negativ. So entwickelte sich Khris Middleton zu einem wirklich starken Flügel, der regelmäßig überzeugte. Auch Jabari Parker zeigte gute Ansätze und scheint dem Team vor allem auf lange Sicht eine Verstärkung zu sein.

Zum Spieler mit dem größten Potenzial entwickelte sich aber Giannis Antetokounmpo. Der Grieche, der von Körperbau und Größe definitiv auf Position 3 einzusetzen ist, erwies sich auch als starker Point Guard und zeigte vor allem im zweiten Teil der letzten Saison starke Spiele, die auf eine tolle Zukunft hinweisen.

Die 33 Siege waren aber letztlich zu wenig und so soll in diesem Jahr der nächste Schritt erfolgen.

Leider verloren die Bucks mit OJ Mayo aber einen wichtigen Spieler, da er gegen das Anti-Drogen-Programm verstoß und von der Liga für zwei Jahre gesperrt wurde. Mit Jerryd Bayless und Greivis Vasquez gab man zudem zwei weitere Spieler aus dem Backccourt ab, konnte aber mit Matthew Dellavedova immerhin einen Championship-erfahrenen, jungen Point Guard verpflichten, der Carter-Williams in der Pre-Season als Starter ablöste und ihn und Antetokounmpo auf der 1 ersetzen bzw. unterstützen wird. Außerdem konnte man Mirza Teletovic dazu gewinnen, der für weitere Gefahr von außen sorgen wird und Michael Beasley, der nach seinem Jahr als MVP in China in der letzten Saison bereits ordentlich spielte.

Auch der an Platz 10 gedraftete Rookie, Thon Maker, sorgte bereits für Aufsehen und bringt viel Talent mit.

Jason Kidd steht weiter an der Spitze dieses jungen Teams und hofft auf den nächsten Schritt in der Entwicklung. Da sich aber auch viele andere Mannschaften in der Eastern Conference verbesserten, wird es in diesem Jahr sicher nicht leicht, auch wenn die Bucks hoffen mit Antetokounmpo einen aufstrebenden Star in ihren Reihen zu haben.

Zudem müssen die Bucks eine schwerwiegende Verletzung hinnehmen. Khris Middleton erlitt eine Oberschenkelverletzung und wird eventuell sogar die ganze Saison ausfallen.

Auch deshalb bleibt zuletzt die Frage, ob sich bis zum Saisonstart oder während der Saison sich nicht doch noch etwas im Kader verändert. Die letzten Gerüchte drehten sich um einen Trade von Michael Carter-Williams gegen Tony Snell, von den Chicago Bulls. Außerdem tauchte der Name Greg Monroe immer wieder in den Medien auf und vor allem nach der Verletzung Middletons ist ein Trade denkbar.

Passiert ist aber noch nichts, weshalb sich der Kader (ohne Middleton) wie folgte gestalten könnte.

Eine mögliche Starting Five könnte wie folgt aussehen:

  1. Matthew Dellavedova
  2. Rashad Vaughn
  3. Giannis Antetokounmpo
  4. Jabari Parker
  5. Greg Monroe

Die Bank wird wie folgt zusammengesetzt sein:

Michael Carter-Williams, Jason Terry, Jabari Brown, Steve Novak, Michael Beasley, John Henson, Mirza Teletovic, Thon Maker, Miles Plumlee, Khris Middleton

Coach: Jason Kidd

Chicago Bulls

Eigentlich sollten die Playoffs für die Bulls im letzten Jahr nur Formsache gewesen sein, doch die Saison belehrte die Fans, die Spieler und wohl auch das Management eines Besseren.

So ließen die Bulls ihre guten Leistungen vermissen und trotz eines namhaften Kaders um Spieler wie Rose, Gasol, Butler oder auch Noah, schaffte es die Mannschaft nicht bis in die Playoffs und landete auf Rang 9.

Coach Fred Hoiberg bekam auch seinen Teil von der Kritik ab und die Saison war zum Vergessen, vor allem da erneut viele Verletzungen mitspielten und nie einen Rhythmus aufkommen ließen. Rose (16 Spiele verpasst), Gasol (10), Butler (15), Noah (53) oder Dunleavy (51) sind die bekanntesten Beispiele für längere Ausfälle.

Zudem fiel auf, dass nicht klar war, wer der Anführer dieser Mannschaft ist. Home-Town-Hero und EX-MVP Rose oder Jimmy Butler, der immer wieder mit guten Leistungen überzeugen konnte.

In einer wilden Off-Season entschlossen sich die Bulls ihren Kader komplett umzubauen und damit auch die Frage nach dem neuen Anführer. Rose, Noah, Gasol, Dunleavy, Brooks, Moore und weitere Bankspieler durften gehen und hinterließen zum Teil große Lücken.

Aufgefangen werden, sollen diese aber mit nicht weniger namhaften Spielern. Vor allem die Verpflichtung von Dwyane Wade ist an dieser Stelle zu nennen. Doch neben ihm kamen auch Rajon Rondo und Robin Lopez zu den Bulls und Jerian Grant und Isaiah Canaan vertiefen ebenfalls das Team.

Als Rookie wurde der vielversprechende Denzel Valentine gezogen und mit Paul Zipser kommen auch die deutschen Fans auf ihre Kosten. Während Valentine verletzt ist und erst in den kommenden Tagen aufs Feld zurückkehrt, konnte Zipser bereits in einigen Spielen überzeugen.

Wade stellte sofort klar, dass dies Jimmy Butlers Team ist, der aus der Rückendeckung des Neuzugangs sicher weiteres Selbstvertrauen ziehen wird.

So fühlt sich das Management für die neue Saison gerüstet, doch Wade wollte nicht zu viel versprechen. So sei der Titel sowieso unrealistisch und das Ziel müssen die Playoffs sein. Mit ihm selbst, Rondo und Butler scheinen sie einen der besten Backcourts der Liga zu haben, doch sie müssen zunächst beweisen, ob sie defensiv mit den schnellen Guards mithalten können und ob die immer wichtiger werdende Waffe, der Dreipunktewurf, eine verlässliche Option im Spiel der Bulls sein kann. Coach Hoiberg hat also eine Menge Arbeit vor sich und steht nach der schwachen letzten Saison sicher auch unter Beobachtung.

Letztlich muss die Mannschaft aber die Leistung bringen und zeigen, dass sie weder auf den tiefen Positionen zu klein sind, noch zu langsam oder wurfschwach auf den Guard-Positionen sind.

Die Playoffs sind das (Minimal-)Ziel.

Eine mögliche Starting Five:

  1. Rajon Rondo
  2. Dwyane Wade
  3. Jimmy Butler
  4. Nikola Mirotic
  5. Robin Lopez

Die Bank:

Denzel Valentine, Tony Snell, Taj Gibson, Doug McDermott, Bobby Portis, Jerian Grant, Isaiah Canaan, Paul Zipser, Christian Felicio

Coach: Fred Hoiberg

Detroit Pistons

Stan van Gundy schaffte in der letzten Saison mit seinen Pistons den Einzug in die Playoffs. Zu rechnen war damit vor der Saison nicht unbedingt, doch der Macher der Mannschaft scheint mit seinem Konzept auf dem richtigen Weg und geht mit großen Hoffnungen und berechtigter Zuversicht in die kommende Saison.

Die Off-Season verlief relativ ruhig. Mit Anthony Tolliver, Jodie Meeks und Spencer Dinwiddie verloren sie keinen überaus wichtigen Spieler. Ish Smith, Jon Leuer und Boban Marjanovic scheinen die Abgänge zusammen mit den Rookies auffangen zu können, so dass sich das gesamte Team im System von van Gundy weiter entwickeln kann.

Herzstück der Mannschaft bleibt dabei natürlich Andre Drummond, der bereits verlauten ließ, erneut den Rebounding-Titel gewinnen zu wollen. Doch auch der in der letzten Saison akquirierte Tobias Harris scheint sich in Detroit wohl zu fühlen und bildet zusammen mit Drummond und Marcus Morris einen gefährlichen Front Court.

Etwas bitter sicherlich, dass sich Point-Guard Reggie Jackson am Knie verletzte und erst Ende November oder Anfang Dezember zur Mannschaft zurückkehren kann.

Van Gundy blieb aber gelassen und hofft, dass seine Mannschaft dies auffangen kann.

Die Pistons gehören vor dieser Saison sicher zu den Mannschaften die großes Potenzial haben und wurden teils sogar als Top 3 Mannschaft der Eastern Conference gehandelt. Gleichzeitig bleiben jedoch Zweifel, auf Grund des jungen Alters der Mannschaft und der eventuell fehlenden Tiefe. So ist die Bank nicht wirklich namhaft besetzt und es bleibt fraglich, wer in der zweiten Fünf Verantwortung übernehmen soll.

Stan van Gundy ist jedoch zufrieden mit seinem Team und will den nächsten Schritt. Wie weit es gehen kann, bleibt abzuwarten, zeigten die Cavs den Pistons in Runde 1 der letztjährigen Playoffs ihre Grenzen auf. Detroit spielte wirklich gut und versuchte alles, doch am Ende wurden sie doch gesweept.

Dieses Jahr wollen sie weiter nach vorne um einem erneuten Duell in Runde 1 mit den Cavs aus dem Weg zu gehen. Mit folgenden Spielern wir van Gundy dieses Ziel in Angriff nehmen.

Mögliche Starting Five:

  1. Reggie Jackson
  2. Kentavious Caldwell-Pope
  3. Tobias Harris
  4. Marcus Morris
  5. Andre Drummond

Die Bank lässt allerdings einige Fragen offen:

Ish Smith, Reggie Bullock, Ray McCallum, Lorenzo Brown, Stanley Johnson, Jon Leuer, Boban Marjanovic, Aaron Baynes

Coach: Stan van Gundy

Indiana Pacers

In der vergangenen Saison bewies Paul George das er zurück ist und führte ein mittelmäßig besetztes Team auf Platz 7 und damit in die Playoffs. Hier brachte er dann die Toronto Raptors an den Rand einer Niederlage, zog aber mit seiner Mannschaft nach sieben Spielen den Kürzeren.

So hatte zumindest George die Zweifel ausgeräumt und zeigte sich im Vorfeld dieser Saison angriffslustig und selbstbewusst. MVP zu werden sei sein Ziel und die Neuzugänge könnten ihm dabei die nötige Unterstützung geben.

So tat sich in dieser Off-Season einiges bei den Pacers, angefangen mit der etwas überraschenden Entlassung von Coach Frank Vogel.

Doch damit nicht genug. Auch ihr Point Guard der letzten Jahre, George Hill, verließ das Team Richtung Utah und Namensvetter Jordan Hill suchte sich ebenfalls eine neue Mannschaft. Ty Lawson, Ian Mahinmi oder auch Chase Budinger suchten ebenfalls das Weite oder „wurden gegangen“, sodass Larry Bird eine Menge Arbeit vor sich hatte.

Diese erledigte er allerdings mit Bravur. Nate McNillan bringt Coaching-Erfahrung mit und soll die gute Arbeit von Vogel fortführen. Dazu bekam er ordentliches Spielermaterial, auch wenn die ganz großen Namen fehlten. Jeff Teague, Thaddeus Young, Al Jefferson oder auch Aaron Brooks bringen All-Star- und Playoff-Erfahrung mit und sind durchaus solide Starter. Mit George als Go-to-Guy und der Möglichkeit, sowohl klein und schnell, als auch langsamer und über Jefferson zu spielen haben die Pacers eine Menge Optionen, die sie nur abrufen müssen.

Das Alter und die Verletzungsanfälligkeit einzelner Spieler dürfen dabei zwar nicht vergessen werden, doch insgesamt scheinen die Pacers tief genug für eine erfolgreiche Saison aufgestellt.

Sicher sollte man ebenfalls nicht vergessen, dass sowohl Teague, als auch Ellis, Young und Jefferson nie den Sprung zum absoluten Top-Star schafften, aber stets gute Leistungen ablieferten. Mit George als Go-To-Guy, einem jungen Myles Turner und weiteren soliden Bankspielern, sind die Playoffs Pflicht und sicher nur das absolute Minimal-Ziel einer motivierten und hungrigen Pacers-Mannschaft.

Mögliche Starting Five:

  1. Jeff Teague
  2. Monta Ellis
  3. Paul George
  4. Thaddeus Young
  5. Myles Turner

Die Bank:

Aaron Brooks, Rodney Stuckey, CJ Miles, Glenn Robinson III, Lavoy Allen, Jeremy Evans, Al Jefferson, Kevin Seraphin

Coach: Nate McNillan

Cleveland Cavaliers

Den Abschluss in dieser Conference macht der amtierende Meister, die Cleveland Cavaliers.

Im letzten Jahr galten sie als einer der Top-Favoriten und wurden ihrer Rolle letztlich gerecht.

LeBron James spielte erneut überragende Playoffs und Finals und brachte die langersehnte Championship nach Cleveland. Unvergessen sicher der überragende Block von James gegen Iguodala und anschließend der entscheidende Dreier von Kyrie Irving über Steph Curry. Mit gerade einmal 24 Jahren untermauerte Irving so seine überragende Klasse und bewies einmal mehr, warum er zu den besten, jungen Spielern der Liga gehört.

Auch die Probleme, die während der Saison aufkamen, steckten die Cavs weg. Erwähnenswert an dieser Stelle sicher der Coaching-Wechsel von David Blatt zu Tyronn Lue, der von seiner Mannschaft die nötige Rückendeckung bekam, wodurch die Cavs noch enger zusammenrückten.

So fanden die Spieler nach und nach ihre Rollen und konnten am Ende sogar einen 1-3 Rückstand in den Finals noch umbiegen.

Wie bei einem Meisterteam zu erwarten ist, tat sich in der Off-Season daher relativ wenig. Der Abgang Matthew Dellavedovas schmerzt sicher noch am meisten, doch sowohl er, als auch Timofey Mozgov spielten zum Ende keine oder nur noch eine kleine Rolle in der Rotation und bekamen fette Verträge in Milwaukee bzw. LA.

Mike Dunleavy und Chris Anderson kamen als Neuzugänge und auch Rookie Kay Felder soll die Mannschaft vertiefen.

Der Kern des Teams blieb also erhalten und auch Richard Jefferson macht einen Rückzug von seinem Karriere-Ende. JR Smith durchlebte eine ähnliche Posse wie Tristan Thompson in der letzten Saison und erhielt erst in den vergangenen Tagen einen Vertrag über vier Jahre und fast 60Mio Dollar.

Damit scheinen auch die letzten Unklarheiten beseitigt und das Team kann sich voll und ganz auf die neue Saison konzentrieren.

Auch wenn die Konkurrenz nicht schlief, sind die Cavs als Titelverteidiger und mit LeBron an der Spitze das Team, welches es zu schlagen gilt.

Verletzungen gibt es derzeit nicht, LeBrons Druck den Titel nach Cleveland zu holen ist weg und so kann man voller Zuversicht und Selbstvertrauen in die neue Saison gehen, bei der für die Cavs alles andere als die Titelverteidigung wohl eine Enttäuschung wäre.

Mögliche Starting Five:

  1. Kyrie Irving
  2. Iman Shumpert
  3. LeBron James
  4. Kevin Love
  5. Tristan Thompson

Die Bank:

Mo Williams, JR Smith, Richard Jefferson, Mike Dunleavy, Channing Frye, Chris Anderson, James Jones, Kay Felder, Jordan McRae

Coach: Tyronn Lue

Prognose

Die Cavs werden diese Conference gewinnen. Selbst bei Verletzungen scheinen die individuellen Leistungen zu gut und mit James, Irving und Love hat man nicht nur drei Top-Stars die ihre Mannschaft tragen können, sondern zudem ein Team, das weiß wie man mit Ausfällen umgehen muss.

Die Pacers scheinen trotz der vielen Veränderungen noch das stärkste Team zu sein. Paul George ist hungrig und will den MVP-Titel. Seine Mitspieler wissen, dass es sein Team ist und sind alt und erfahren genug ihre Rolle in der Mannschaft zu finden. Platz 2 in der Central Division scheint daher für Indiana realistisch.

Die Pistons sind jung und lassen die großen Namen vermissen, doch bereits im letzten Jahr freuten sie sich über 44 Siege und die Playoffs. Der nächste Schritt würde Verbesserung bedeuten und damit auch ein weiteres Klettern in der Tabelle.

Chicago gehört sicher zu den Teams, die von den Namen her mit die beste Off-Season hatten, aber Wade und Rondo sind nicht mehr die Jüngsten und es bleiben einige Fragezeichen, zumal auch Wade bereits auf die Euphoriebremse trat. Am Ende müssen sie erst beweisen, besser zu sein als die Pacers und Pistons, weshalb wir sie nur auf Platz 4 sehen.

Als Schlusslicht bleiben die Milwaukee Bucks, die den hohen Erwartungen des letzten Jahres nicht gerecht wurden und nun mit Middleton einen Schlüsselspieler schmerzlich vermissen. Antetokounmpo und Co. darf man nicht unterschätzen, doch in dieser Conference scheinen die anderen Teams einfach einen Tick besser aufgestellt.

  1. Cleveland Cavaliers
  2. Indiana Pacers
  3. Detroit Pistons
  4. Chicago Bulls
  5. Milwaukee Bucks