Das Duell der zwei absoluten Überraschungsteams. Der Aufsteiger Eintracht Frankfurt bricht gerade alle Rekorde während das so oft kritisierte Nürnberg ebenfalls oben mitspielt nach drei Spieltagen. Für beide Teams geht es darum den Positivtrend fortzusetzen, wobei sie mir durchaus unterschiedlichen Strategien herangehen. Alle Fußballliebhaber dürften sich allein schon an der Tatsache erfreuen so viel Bundesliga-Tradition in der ersten Liga zu sehen, denn beide Vereine haben eine lange Leidensgeschichte, die manchmal auch in die zweite Liga führte.

1. FC Nürnberg

Die Franken erkämpften sich gegen den amtierenden Meister einen Punkt und gegen Gladbach sogar einen Auswärtssieg. Damit fällt es schwer die Ergebnisse als reines Glück abzutun. In Wahrheit ist es logische Evolution und die Belohnung für einen Verein, der endlich einmal auf Konstanz und Substanz setzte. Als in der Vorsaison vieles nicht gut lief, wurden schon Stimmen laut, Hecking zu feuern, doch die Vereinsführung glaubte daran, dass er der richtige ist um endlich ein Team mit Perspektive aufzubauen. Nun wird Nürnberg für seinen Mut belohnt endlich einmal nicht auf eine Armee von ausgeliehenen Spielern zu setzen. Wie unter Hecking zu erwarten geht bei Nürnberg alles über die Einstellung und den Kampf auf dem Platz. Dazu kam der richtige Riecher mit Hiroshi Kiyotake, der bereits drei Treffer vorbereitete und einen selbst erzielte. Nürnberg scheint eine gute Mischung aus Erfahrung und Talent im Kader zu haben und alle jungen Spieler haben in dieser Saison einen Sprung nach vorn gemacht, ob Mak, Esswein, Pekhart oder Chandler.

Voraussichtliche Aufstellung Nürnberg: R. Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Balitsch, Simons – Mak, Kiyotake, Esswein – Pekhart

Eintracht Frankfurt

Die noch größere Überraschung dürfte die Eintracht sein. Drei Siege aus drei Spielen sind ein unglaublicher Start für einen Aufsteiger (der niemals hätte absteigen dürfen) und so überrascht die Euphorie im Verein nicht. Auch wenn die Frankfurter dabei sehr gut aussahen, so gibt es zwei Dinge, die nicht unerwähnt bleiben können. Sie haben mit dem HSV und Hoffenheim gleich zwei Gegner gehabt, die momentan keine wirklichen Gegner sind. Leverkusen als dritter im Bund war im Arbeitsverweigerungsmodus am ersten Spieltag. Die zweite Tatsache ist, dass man genau die Spielweise zeigt, die man von Veh erwartet: viel Offensive, einiges an defensiven Patzern. Wofür man die Eintracht jedoch loben muss, ist die Einkaufspolitik. Es fällt mir tatsächlich schwer einen Neuzugang zu finden, der wirklich als Fehler bezeichnet werden könnte, ABER es fällt mir im Moment noch schwer zu sehen ob man einen wirklichen Knipser im Sturm haben wird. Bislang spielt die Eintracht wie in der zweiten Liga, vor allem aus dem offensiven Mittelfeld heraus wo sie dank Meier, Aigner und Lanig sehr viel Torgefahr haben. Am Ende wird der Abwärtstrend gegen stärkere Gegner auch wieder abflachen, aber mit dem Abstieg wird dieses Team nichts zu tun haben. Probleme werden sie gegen defensiv kampfstarke Teams haben, denn darauf ist das Schönspielen von Veh nicht ausgerichtet.

Voraussichtliche Aufstellung Eintracht Frankfurt: Trapp – S. Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka – Schwegler, Rode – Aigner, Meier, Inui – Occean

Tipp

Das letzte Argument geht nicht mir nicht aus dem Kopf. Eine Mannschaft von Hecking ist immer kampfstark und dieses Nürnberg sowieso. Genau das hat Veh-Teams schon immer Probleme bereitet und am Ende könnte es der entscheidende Vorteil für die Franken sein.

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