Wie jedes Jahr findet der Saisonabschluss der ATP-Tour in London statt. Zum Auftakt der ATP World Finals (früher auch als Masters oder ATP-WM bekannt) trifft der Serbe Novak Djokovic auf den Österreicher Dominic Thiem. Beide verbindet eine überragende erste Saisonhälfte und zuletzt (für ihre Verhältnisse) eher wenig zufriedenstellende Ergebnisse. Der „Djoker“ hat zudem kürzlich die Führung in der ATP-Weltrangliste an den Schotten Andy Murray abgeben müssen, kann sich diese aber mit einem Turniersieg wieder zurückholen. Für Thiem, der erstmals bei den World Tour Finals dabei ist, ist die Teilnahme alleine schon ein großartiger Erfolg.

Novak Djokovic

Seit Anfang 2015 hatte der 29-jährige Serbe die ATP-Tour in einer beeindruckenden Art und Weise dominiert und war unantastbar. Zu Beginn der diesjährigen ATP-Tour erreichte er bei den Australien Open sein fünftes Grand-Slam-Finale in Serie und sicherte sich gegen Andy Murray den sechsten Titel in Melbourne. Es folgte das Aufstellen eines neuen Rekordes an gewonnenen ATP 1000-Turnieren und für die im Verlauf einer Karriere gewonnen Preisgeldsumme. Bei den French Open gelang ihm schließlich mit dem Finalsieg (wiederum gegen Murray) die Vollendung des Karriere-Grand-Slams. Zu dieser Zeit schätzten viele Tennisexperten die Chance auf einen „Golden Slam“ (dem Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere und des olympischen Tennisturniers innerhalb eines Kalenderjahres) von Djokovic als sehr realistisch ein. Zuletzt war dies der deutschen Tennislegende Steffi Graf im Jahr 1988 gelungen.

Jedoch erfolgte dann in Wimbledon der Einbruch, als er in der dritten Runde gegen den US-Amerikaner Sam Querrey überraschend ausschied. Erstmals nach 28 Grand-Slam-Turnieren war der Serbe vor dem Viertelfinale ausgeschieden. Wenige Wochen später musste er seinen Traum von Olympia-Gold schon nach der ersten Runde beerdigen, als er gegen den Argentinier Juan Manuel Del Potro, der nach langer Verletzungspause ein überragendes Comeback hinlegte und später die Silbermedaille holte, verlor. Bei den US Open zog er ins Finale ein, wo er dann dem Schweizer Stan Wawrinka unterlag.

Auch wenn seit dem Rogers Cup in Toronto Ende Juli dem Djoker kein Turniersieg mehr gelang: von einem totalen Einbruch zu sprechen ist übertrieben. Die Saisonbilanz mit 61:8 und sieben gewonnen Turnieren ist wirklich gut. Der Verlust der Spitzenposition hat auch damit zu tun, dass die bisherige Nummer zwei der Welt Andy Murray seit Mitte September eine Siegesserie hingelegt hat, während der Serbe Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen konnte. Damit rückte der Schotte immer näher, und schließlich kam es dann beim ATP 1000-Turnier in Paris zum Wechsel an der Spitze des ATP-Rankings.

Nach vielen Jahren wieder in der Rolle des Herausforderers, scheint Djokovic wieder die Freude am Tennis, die ihm nach eigenen Aussagen nach dem Sieg bei den French Open etwas abhanden gekommen war, zu haben. „Raus aus den Federn, es ist Zeit für Rock’n Roll“ gab der Serbe am Mittwoch in den sozialen Medien von sich. Für ihn ist das World Tour Finals ein Turnier, das ihm besonders liegt: die letzten fünf Austragungen in Serie entschied der „Djoker“ für sich. „Ich bin jedenfalls hier, um zu genießen“, so die Nummer zwei der Welt.

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Dominic Thiem

Nach seinem frühen Ausscheiden beim ATP 1000-Turnier in Paris gegen den US-Amerikaner Jack Sock musste der 23-jährige Niederösterreicher um die Teilnahme in London gehörig zittern. Dank Andy Murray und Milos Raonic, die Thiems Konkurrenten Tomas Berdych und Jo-Wilfried Tsonga besiegten, darf Dominic Thiem zum ersten Mal in seiner Karriere beim Abschlussturnier der besten Acht der Saison teilnehmen. „Ich bin so glücklich hier zu sein“, sagte Thiem, der sich am Donnerstag mit der Spielstätte vertraut machte. „Das ist das erste Mal, dass ich eine eigene Garderobe habe. Ich werde wahrscheinlich aus dem Hotel auschecken und hier einziehen“, meinte Thiem mit einem Augenzwingern.

Im vergangenen Jahr war er noch als Zuschauer in London gewesen. „Damals habe ich mir noch gedacht: es ist unmöglich, hier herzukommen. Jetzt hier zu sein, macht einen wirklich stolz“, so Thiem. Dass dies möglich wurde, ist mit einer deutlichen Leistungssteigerung zu begründen. Ende 2015 die Nummer 20 im ATP-Ranking, zeigte Thiem auf der diesjährigen ATP Tour sich vor allem in den Return-Kategorien verbessert. So verwertete er 40 Prozent seiner Breakchance (2015: 33 Prozent) und gewinnt 24 Prozent der Return-Games (2015: 20 Prozent). „Ich hatte im letzten Jahr eine sehr gute Offseason, was gut für meinen Körper war, und mich vor allem auf den schnellen Belägen verbessert“, so der jüngste aller Teilnehmer in London.

Mit aktuell 57 Siegen (bei 22 Niederlagen) weist der Österreicher den drittbesten Wert auf der diesjährigen ATP-Tour auf. Dabei fühlte sich Thiem auf alle Belägen wohl. Während auf Sand der Turniersiege in Nizza und Buenos Aires (u.a. Sieg über den Sandplatzkönig Rafael Nadal) und der Halbfinaleinzug bei den French Open zu den Saisonhöhepunkten zählten, gelang ihm mit Acapulco ein Turniererfolg auf Hartcourt und in Stuttgart ein Triumph auf Rasen (Sieg über Roger Federer). Verbunden mit dem Antreten bei zahlreichen Turnieren, führte die Erfolgsserie des 23-jährigen dazu, dass Thiem eine hohe Anzahl an Matches spielte. Die renommierte Zeitung New York Times beschrieb die aktuelle Nummer neun der Welt gar als „the hardest working man in tennis“.

Mit der Fortdauer der Saison forderte dieser hohe Aufwand auch seinen Tribut. Nach Wimbledon hatte Thiem mit einigen Blessuren zu kämpfen. Bei den US-Open kam es dann im Achtelfinale zur Aufgabe gegen Juan Martin del Potro aufgrund von Blessuren an den Füßen und Knien. Kurz danach stand er in Metz kurz davor, als erster vierter Spieler der ATP-Historie mindestens ein Turnier auf allen Belägen (Halle zählt als eigene Kategorie) innerhalb einer Saison zu sichern, ehe ihn Lokalmatador Lucas Pouille im Finale schlug. Die Turniere danach in Asien verliefen enttäuschend für Thiem wie auch die Auftritte in Wien und, wie bereits erwähnt, in Paris.

Aufgrund dieser Ergebnisse zuletzt und auch des erstmaligen Antritts in London ist die Erwartungshaltung von Thiems Coach Günter Bresnik gering: „Du kannst hier nichts prognostizieren, es ist alles komplettes Neuland für ihn. Dominic macht das normalerweise gut, wenn er das erste Mal irgendwo ist“, meinte Bresnik.

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Tipps und Prognosen

Die Rollen für dieses Match sind klar verteilt: Novak Djokovic ist trotz des Verlusts der Weltranglistenführung der eindeutige Favorit, Thiem der Außenseiter. Wie bereits erwähnt, eint beide Kontrahenten ein starkes erstes Halbjahr und ein Formeinbruch im zweiten. Vor allem bei Thiem scheint der Spielfluss nach dem Metz-Finale nicht mehr ganz dazu sein. Dazu kommt, dass Djokovic sich in London sehr wohl fühlt.

Bisher trafen der Serbe und der Österreicher dreimal auf der ATP-Tour aufeinander. Zwei Matches fanden heuer statt. In allen drei Matchen behielt Djokovic die Oberhand, und das jeweils ohne Satzverlust. Es deutet wenig daraufhin, dass das dieses Mal anders kommen könnte. In Sachen Wetten erscheint uns ein Setzen auf Handicap Novak Djokovic -5 am lukrativsten.

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