Gegen Ende Januar plätschert das Geschehen in der besten Basketball-Liga der Welt meist recht unspektakulär dahin. Fans, Spieler und die Verantwortlichen der Clubs sind gedanklich schon beim All-Star-Game, das in diesem Jahr am 15. Februar von den zwei Hauptstadtteams der Liga, den Brooklyn Nets und den New York Knicks, ausgerichtet wird.

In diesem Jahr scheint sich das doch meist recht zähe Spielgeschehen immer mehr zu wandeln. Die 37-Punkte-Gala von Klay Thompson im dritten Viertel gegen die Sacramento Kings in der letzten Woche war wohl erst der Auftakt einer Reihe von individuellen Höchstleistungen die Kyrie Irving am Mittwoch fortsetzte. Er übertraf Thompson mit insgesamt 55 Punkten beim 99-94 Sieg seiner Cleveland Cavaliers über die Portland Trailblazers und stellte dabei nicht nur eine neue persönliche Bestleistung, sondern auch einen neuen Punkterekord der Cavaliers auf, die überraschend ohne Lebron James antreten mussten.

Was am Mittwoch so spektakulär begann, konnte am Donnerstag einzig das Spiel der Los Angeles Lakers gegen die Chicago Bulls fortführen. Zwar wurde die Saisonbestleistung von Kyrie Irving nicht getoppt, die Fans bekamen allerdings ein spannendes Duell der alten Kontrahenten zu sehen. Am Ende konnte sich Los Angeles nach zweifacher Verlängerung mit 123-118 durchsetzen.

Die Memphis Grzzlies zementierten währenddessen noch einmal ihren Favoritenstatus und demontierten die Denver Nuggets 99-69, obwohl den Grizzlies erneut Mike Conley Jr. verletzungsbedingt fehlte. Die New York Knicks konnten nach dem Sieg über die Oklahoma City Thunder nicht an den Überraschungserfolg anknüpfen und verloren in Indiana bei den Pacers mit 103-82. Außerdem schlugen die Milwaukee Bucks in Florida die Orlando Magic mit 115-100 und dürfen sich weiter Hoffnungen auf die Playoffs machen.

Abseits des Spielgeschehens wurden am Mittwochabend auch die Reservisten des diesjährigen All-Star-Games bekanntgegeben. Im Osten darf mit Jeff Teague, Al Horford und Paul Millsap gleich ein Trio der Atlanta Hawks nach New York reisen. Außerdem für den Osten dabei sind Jimmy Butler aus Chicago, Kyrie Irving aus Cleveland, sowie aus Miami Chris Bosh und Dwyane Wade, der aber vermutlich verletzt passen muss.

Im Westen dürfen sich mit Kevin Durant und Russell Westbrook gleich zwei Akteure der Oklahoma City Thunder über eine Nominierung freuen. Mit ihnen werden LaMarcus Aldridge aus Portland, Klay Thompson von den Golden State Warriors, Chris Paul von den Los Angeles Clippers, James Harden von den Houston Rockets und Tim Duncan aus San Antonio in New York vorspielen.

Nun aber schnell zur Vorschau der beiden Top-Spiele am Samstag. Die Toronto Raptors treten gegen die Washington Wizards an und kämpfen um die Krone der Eastern Conference, während die San Antonio Spurs die Los Angeles Clippers zu Gast haben.

Toronto Raptors – Washington Wizards – 1:00 Uhr

Das Duell von zwei sicheren Playoff-Mannschaften des Ostens wird vor allem ein spannendes Match der zwei frischgebackenen All-Stars Kyle Lowry und John Wall. Beide sind zum ersten Mal direkt von den Fans gewählt worden, Lowry sogar zum allerersten Mal in seiner Karriere. In New York werden sie dann zum ersten Mal zusammen spielen. Vorher gibt es allerdings noch ein Kräftemessen der zweit- und drittplazierten Mannschaft des Ostens.

Die Toronto Raptors galten schon vor der Saison als heißer Kandidat auf einen der Topplätze im Osten und konnten in den ersten Monaten der Saison ihren Favoritenstatus festigen. Erst eine Verletzung von Topscorer DeMar DeRozan brachte die Raptors arg ins Schleudern und ließ sie ihren Spitzenplatz an Atlanta verlieren.

Mittlerweile hat sich das Team von Trainer Dwane Casey, nach zwischenzeitlich acht Niederlagen aus zwölf Spielen, allerdings wieder gefangen und steht mit 31 Siegen und 15 Niederlagen souverän vor ihrem Gegner den Washington Wizards auf Platz zwei des Ostens. In den letzten zehn Spielen allerdings konnten die Raptors nur sechs Mal das Parkett als Sieger verlassen. Dabei war das Programm der letzten Spiele der Toronto Raptors nicht allzu schwer. Gleich zwei Mal mussten sie jeweils gegen die Philadelphia 76ers und Detroit Pistons ran, die in der sowieso schon schwachen Eastern Conference weit unten stehen. Immerhin ist der sehr ausgeglichene Kader nicht von Verletzungen geplagt und kann befreit aufspielen.

Auch die Washington Wizards können fast auf ihren gesamten Kader zurückgreifen, wenn sie am Samstag vor heimischem Publikum auflaufen, denn nur Nenê fehlt aufgrund einer Fußverletzung. Allerdings haben die Spieler um Anführer John Wall einen vier Spiele währenden Auswärtstrip in den Knochen, den sie mit jeweils zwei Siegen und Niederlagen beendeten. Der durchwachsene Ausflug in den Westen der USA war geprägt von knappen Siegen. In Denver schlugen die Wizards die Nuggets erst nach Verlängerung mit 117-115 und auch die Los Angeles Lakers wurden nur knapp mit 96-92 geschlagen.

Mit nur einer Niederlage mehr stehen die Washington Wizards mit einer Bilanz von 31-16 knapp hinter den Toronto Raptors auf Platz drei der Eastern Conference und sind dementsprechend motiviert. Das junge Team kann vor allem offensiv ein wahres Feuerwerk abbrennen. Das größte Problem in Washington ist die Disziplin und Konstanz. Das Team von Coach Randy Wittman verliert vor allem bei schnellen Punkten des Gegners die Geduld. Es folgen überhastete Abschlüsse und Fehler in der Defensive.

Das Duell der beiden Verfolger der Atlanta Hawks wird ein „dog fight“. Beide Teams bewegen sich offensiv wie defensiv auf einem Level und werden sich nichts schenken. Trotzdem geht der Zuschlag an die Raptors, da sie in der Lage sind konstant auf einem hohem Level zu agieren. Die Wizards können nicht über 48 Minuten mithalten. Auch im einzigen Aufeinandertreffen in dieser Saison hatten die Raptors die Nase vorn.

Tipp: Toronto Raptors – Spread noch nicht raus, aber die Wizards werden als Favorit angesehen, so dass es einen Plus-Spread auf Toronto geben sollte.

Player to watch: Kyle Lowry

Der Point Guard der Toronto Raptors wurde zurecht als Starter von den Fans ins All-Star-Game gewählt. Er führt seine Mannschaft bei den Punkten (19,4), Assists (7,4) und Steals (1,6) an und ist der klare Anführer des jungen Teams aus Kanada. Die Nominierung zum All-Star wird ihn zusätzlich motivieren und seinen Raptors zum Sieg verhelfen.

Los Angeles Clippers – San Antonio Spurs

In Texas trifft der NBA-Champion des letzten Jahres auf die Los Angeles Clippers. Ein Duell zwischen zwei Trainern mit zwei Philosophien. Auf der einen Seite Doc Rivers, der mit Point Guard Chris Paul viel auf das Blocken und Abrollen setzt. Auf der anderen Seite Gregg Popovich, der mit seiner internationalen Mannschaft vor allem eins zelebriert: Team-Basketball.

Trotz der Meisterschaft in der letzten Saison bleibt der Erfolg der Spurs in dieser Spielzeit weit hinter den Erwartungen zurück. Einzig Tim Duncan ruft die gleichen Statistiken ab, die er auch in der Meisterschafts-Saison auflegte. Nicht umsonst wurde er in diesem Jahr zum 15. Mal ins All-Star-Game berufen. Mit einer Bilanz von 30 Siegen und 17 Niederlagen finden sich die San Antonio Spurs nur auf dem sechsten Rang der Western Conference wieder.

Dabei hat sich das Spiel der Spurs nicht großartig verändert. Schon im letzten Jahr zeigten sie eine Mischung aus cleverer Defensive und laufintensivem und smartem Angriffsspiel. Die Basis des Erfolgs ist dabei der durch die Bank sehr hohe Basketball-IQ von Popovichs Mannschaft. Jeder Spieler weiß zu jedem Zeitpunkt des Spiels, was zu tun ist. Was im letzten Jahr allerdings noch recht überraschend war, steht mittlerweile auch in den Notizbüchern anderer Coaches.

Einziges echtes Manko der Spurs ist die Athletik. Hier ist allein Kwahi Leonard erwähnenswert. Dessen unaufgeregtes aber auch leider von Zeit zu Zeit etwas unkonstantes Spiel ist vor allem in der Defensive unabdingbar.

In Sachen Athletik kann den Los Angeles Clippers kaum ein Team der Liga ernsthafte Konkurrenz machen. Allein der Frontcourt bestehend aus Center DeAndre Jordan und Power Forward Blake Griffin strotz nur vor schierer Kraft. So ist Los Angeles in der Lage, kleinere und schwächere Teams der Liga einfach durch ihre körperlichen Vorteile zu besiegen. Den Erfolg der Clippers allein an der Athletik festzumachen wäre jedoch vermessen. Immerhin hat Trainer Glen „Doc“ Rivers mit Chris Paul einen der besten Point Guards der Liga im Kader.

Doch trotz des kongenialen Duos Chris Paul und Blake Griffin wirkt das Spiel der Clippers an einigen Stellen noch recht unfertig und berechenbar. Dies liegt nicht zuletzt an Blake Griffin, der gerade dabei ist, sein Spiel zu entwickeln und weiter vom Korb weg zu bewegen. In dessen Spiel finden sich immer mehr Sprungwürfe aus der Mitteldistanz. Sogar einige Dreier verwandelte der ehemalige Rookie of the Year in dieser Saison.

Auch dieses Duell zweier Top-Mannschaften wird eng und umkämpft sein. In den Power Rankings stehen die Clippers derzeit an Position zwei, die Spurs an zwölfter Stelle. Doch nicht nur dies ist der Grund dafür, warum die Clippers dieses Spiel, obwohl sie in Texas antreten müssen, gewinnen werden. Die Spurs können der Mischung aus Athletik und Finesse in dieser Saison nicht sehr viel entgegensetzen, auch wenn sie in der Verteidigung alles geben werden. Außerdem ist Coach Popovich sehr großzügig was Schonzeiten für seine Stars betrifft.

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Player to watch: Chris Paul

Ein Spiel, ganz nach Chris Pauls Geschmack. Mit seiner enormen Übersicht und Spielverständnis ist er in der Lage die Defensive der San Antonio Spurs zu lesen und entsprechend zu agieren. Mit Athleten wie Blake Griffin an seiner Seite sollte er zu Höchstform auflaufen. Vor allem nach seiner insgesamt achten All-Star-Nominierung.