Showdown im dritten „Robin Round“-Spiel der Gruppe „Ivan Lendl“: Milos Raonic und Dominic Thiem spielen im direkten Duell um das Ticket in das Halbfinale der ATP World Tour Finals 2016. Während der Österreicher mit seinem Drei-Satz-Erfolg über den Franzosen Gael Monfils seine Chance auf den Aufstieg gewahrt hat, hat der Kanadier mit einer sehr knappen Niederlage gegen den Serben Novak Djokovic die vorzeitige Qualifikation verpasst. Der 25-jährige Raonic gilt mit seiner Aufschlagstärke als Favorit. Allerdings hat der 23-jährige Thiem, der zu Beginn als großer Außenseiter galt, sich besser als erwartet geschlagen und geht ohne große Druck in die Partie.

Milos Raonic

Im vergangenen Match gegen Novak Djokovic erwies sich Milos Raonic als ebenbürtiger Gegner. Erst nach 2:15 Stunden Spielzeit stand der Serbe mit 7:6 (6), 7:6 (5) als Sieger fest. Wie eng das Spiel war, zeigt der Blick auf die Statistik: von insgesamt 168 gespielten Punkten ging 83 an Raonic und 85 an Djokovic. „Es hätte auch anders ausgehen können. In beiden Tie-Breaks war ich früh hinten. Aber ich bin dran geblieben und Druck auf Milos‘ zweiten Aufschlag gemacht. Gegen so einen starken Aufschläger zu gewinnen gibt viel Selbstvertrauen“; sagte ein erleichterter Djokovic nach dem Spiel.

Tatsächlich war Raonic der auffälligere Spieler am Platz: mit 42 Winnern (bei 27 unerzwungenen Fehlern) lag er klar vor dem 29-jährigen Serben, dem lediglich 11 direkte Punktegewinne, aber gleich 22 unerzwungene Fehler unterliefen. Vor allem im ersten Satz wackelte der „Djoker“, als er bis zum Tie-Break dreimal einen Breakball abzuwehren hatte. Raonic hingegen gab in seinen sechs Aufschlagspielen im ersten Satz ganze acht Punkte ab. Im zweiten Satz, in dem vier Breaks geschahen, stand die Nummer vier der ATP-Weltrangliste bei 6.5 knapp vor dem Satzausgleich, als es Break- und Satzball zugleich gab. Diesen konnte die ehemalige Nummer eins der Welt mit Ach und Krach abwehren, um sich im Anschluss in den Tie-Break zu spielen.

Warum es dann zur Niederlage gegen einen alles anderen als souveränen Novak Djokovic kam? Mit ein Grund war die dürftige Leistung beim ersten Aufschlag von Raonic (nur 58 Prozent gegenüber 64 Prozent) verbunden mit nur 36 Prozent gewonnener Punkte auf zweiten Aufschlag. Dazu kommt laut dem Kanadier der Unterschied im Umgang mit gegnerischen Breakchancen. „Ich glaub, dass Novak bei all meinen Breakchancen, außer beim Satzball für mich im zweiten Satz, jedes Mal seinen ersten Aufschlag reinspielt. Bei seinen Breakchancen hingegen gelang mir das nicht, glaub ich. Diese kleinen Sachen machen dann den Unterschied. Gerade in Drucksituationen steht Novak auf und spielt sehr, sehr gut. Ich zögere da vielleicht ein bisschen zu viel. Dennoch gibt es viele Dinge, die mir gut gelungen sind und auf die ich stolz sein kann“, sagte Raonic nach dem Spiel.

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Dominic Thiem

„Es ist hier alles Neuland, du kannst hier nicht prognostizieren“, sagte Günter Bresnik, der Coach von Dominic Thiem, kurz vor den ATP World Tour Finals und hielt damit die Erwartungshaltung bewusst niedrig. Nach den zwei Gruppenspielen kann man sagen, dass dies hilfreich war für den 23-jährigen Österreicher. Wer hätte nach dem Zittern um das Ticket nach London (Thiem qualifizierte sich nach seinem frühen Ausscheiden in der Seine-Metropole nur dank Schützenhilfe von Andy Murray und seinem jetzigen Gegner Milos Raonic) gedacht, dass der Österreicher im finalen „Robin Round“-Spiel im Kampf um das Halbfinale voll dabei ist?

Auch in seinem zweiten Spiel der ATP World Tour Finals ging es für Dominic Thiem über drei Sätze, dieses Mal jedoch mit dem besseren Ende für ihn. Nach 1:31 Stunden Spielzeit ging die Nummer neun der Welt mit 6:3, 1:6, 6:4 über Gael Monfils als Sieger vom Platz. Wie schon gegen Djokovic gelang zum Auftakt der Satzgewinn, ehe dann im zweiten Satz der Einbruch kam. „Ich habe versucht, im dritten Satz stark zu bleiben. Aber natürlich waren die drei Doppelfehler von Gael eine kleine Hilfe für mich“, sagte Thiem, der sich begeistert von der Atmosphäre in der O2-Arena zeigte: „Dieses Turnier, die vielen Zuseher geben mir und wahrscheinlich auch den anderen Spielern hier viel Energie“.

Mit diesem Sieg verbesserte der 23-jährige seine diesjährige Bilanz in den Entscheidungsätzen auf 22:3, womit er der Beste auf der ATP-Tour in dieser Kategorie ist. Entscheidend für den Sieg gegen Monfils war , dass Thiem nach einem völlig misslungenen zweiten Satz wieder zurück ins Match fand. Ein Beispiel: gewann der Österreicher in Satz zwei nur 22 Prozent der Punkte auf ersten Aufschlag, so steigerte er sich im Entscheidungssatz auf 79 Prozent (89 Prozent im ersten Satz). Insgesamt gewann die Nummer neun der Welt 67 Prozent der Punkte auf ersten Aufschlag, was fast dem Wert aus dem Djokovic-Spiel (66 Prozent) entspricht.

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Tipps und Prognosen

Zum bisher einzigen Aufeinandertreffen der beiden kam es Mitte August diesen Jahre im Viertelfinale des ATP 1000-Turniers von Cincinnati. Dieses gewann Milos Raonic mit 6:3, 6:4, wobei der Kanadier seine Aufschlagstärke eindrucksvoll demonstrierte (65 Prozent beim ersten Aufschlag, 94 Prozent gewonnene Punkte auf diesen).

In London allerdings scheint der Kanadier derzeit Probleme beim ersten Aufschlag zum haben. Beträgt der Saisonwert auf Hartplatz (wozu auch die Spiele in der Halle zählen) bei Raonic 63 Prozent, so gelangen bei den beiden bisherigen Spielen in London nur 57 bzw. 58 Prozent. Wie bereits erwähnt, gilt Milos Raonic als Favorit in diesem Duell. Es wird interessant werden, wie er mit dieser Drucksituation umgehen wird. Will er ins Halbfinale, dann muss er seine Serviceleistungen bei den „Big Points“ steigern. Dominic Thiem dagegen hat jetzt schon mehr erreicht, als ihm viele zugetraut haben, und spielt befreit auf in Paris. Möglicherweise gelingt ihm abermals ein Start mit Satzgewinn wie in den letzten zwei Spielen. Wir denken, es wird ein sehr umkämpftes Spiel, und schlagen als zweiten Tipp das Setzen auf Total Sets 3 vor, wofür betway eine Quote von 2,88 ausgegeben hat.

Tipp: Anzahl gespielter Sätze 3 – 2,88 bei betway (der aktuell beste Bonues)

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