Mit einem Sieg in Brasilien kann der Deutsche Nico Rosberg von Mercedes AMG F1 am kommenden Wochenende die Weltmeisterschaft 2016 endgültig für sich entscheiden. Sein Verfolger, der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien), der 19 Punkte in der WM-Wertung zurückliegt, muss daher alles auf eine Karte setzen, um die Titelvergabe bis zum finalen Rennen in Abu Dhabi zu vertagen. Die Vorzeichen dafür sind aber nicht günstig: bei seinen bisherigen neun Rennstarts auf dem „Autodromo José Carlos Pace“ blieb dem Briten ein Sieg versagt. Dieser Statistik misst er allerdings wenig Bedeutung bei. „Seit dem Beginn meiner Formel 1-Karriere habe ich gesehen, dass sich das Blatt selbst im allerletzten Moment noch wenden kann. Deshalb musst du bis zum bitteren Ende kämpfen.“, sagte Hamilton.

Der Kurs, den alle „Interlagos“ nennen

Erstmals fand 1973 ein offizielles Formel 1-Rennen auf der Strecke nahe der Metropole Sao Paolo, die bei der Eröffnung 1940 den Namen „Interlagos“ (portugiesisch für „zwischen den Seen“) erhielt. Sieger war damals der Lokalmatador Emerson Fittipaldi auf Lotus. Bis auf eine Pause im Jahr 1978 sowie zwischen 1981 und 1989, wo der Brasilien-GP in Jacarepagua nahe Rio de Janeiro stattfand, ist die heute 4,3 Kilometer lange Strecke ein Fixpunkt im Formel-1 Kalender.

Den heutigen Namen „Autodromo José Carlo Pace“ verdankt die Strecke einem der ersten erfolgreichen Brasilianer in der Formel 1, der das Rennen im Jahr 1975 gewann. Pace fuhr ab 1972 in der Formel 1 und fuhr seine stärksten Ergebnisse für das Brabham-Team, dessen Manager damals „Mister Formel 1“ Bernie Ecclestone war. Bekannt als großer Kämpfer und Tüftler galt der Brasilianer als künftiger Weltmeister für viele, ehe seine Karriere tragisch zu Ende ging. Nach einem guten Start in die Saison 1977 verunglückte Pace mit Frau und Kindern bei einem Flugzeugabsturz beim Heimflug zu seiner Farm nahe Sao Paolo. Keiner der Insassen überlebte. Kurz darauf wurde ihm zu Ehren die Strecke, auf der Pace seinen größten Triumph in der Formel 1 feiert, umbenannt. Der ursprüngliche Name Interlagos hat sich dennoch bis heute gehalten.

Aufgrund der Höhenlage und des tropischen Klimas in der Region ist immer wieder mit Regenfällen zu rechnen. Kombiniert mit der hohen Luftfeuchtigkeit und der Tatsache, dass gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, stellt Interlagos hohe Anforderung an die Kondition der Piloten. Früher kamen dazu auch die Bodenwellen, die aber mit einer Neuasphaltierung vor dem Rennen 2015 beseitigt wurden. Als Schlüsselstellen für eine schnelle Runde werden von den Piloten die erste Kurve, das „Senna-S“, und die letzte Kurve gesehen. Aus diesen gilt es viel Geschwindigkeit für die folgenden Geraden mitzunehmen. Dieser Bedarf an guter Beschleunigung gilt auch für den technisch anspruchsvollen Mittelteil. Insgesamt sind daher die Hybrid-Systeme und, aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, auch die Bremsen äußerst gefordert.

Letztes Heimrennen für den „30-Sekunden-Weltmeister“ Felipe Massa

Neben Rosberg und Hamilton ist für einen weiteren Fahrer das diesjährige Rennen in Interlagos wohl eines der wichtiges seiner Karriere. Der Lokalmatador Felipe Massa, der wie berichtet mit Saisonende seine Formel 1-Karriere beenden wird, fiebert seinem letzten Heimrennen besonders motiviert entgegen. „Ich freue mich darauf, jede einzelne Runde zu genießen. Ich war in Interlagos schon oft auf dem Podium und es wäre schön, ein weiteres einzufahren. Es wird nicht einfach, aber ich werde für meine Leute und für Brasilien in meinem letzten Heimrennen alles geben“, sagte Massa vor dem bevorstehenden Rennwochenende.

Bei seinem Rennen in der Heimat konnte Massa neben drei Podiumsplätzen auch zwei Siege verzeichnen, wobei der zweite Sieg im Jahr 2008 (der gleichzeitig auch der bisher letzte in seiner Karriere) gleichzeitig der bitterste Moment in der Formel 1-Karriere des Brasilianers war. Damals stellte das Rennen nahe Sao Paolo den Schlusspunkt der Formel 1-Saison dar. Massa, der damals für Ferrari fuhr, fuhr damals die Saison seines Lebens und lieferte sich ein spannendes Duell um den WM-Titel mit Lewis Hamilton, der im Jahr zuvor den sicher geglaubten Titel noch an Massa Teamkollegen Kimi Raikkönen verloren hatte.

Bei einem Rückstand von sieben Punkten war klar, dass Massa mit einem Sieg sich zum Weltmeister krönen würde, wenn Hamilton nicht mindestens Fünfter werden sollte. Bei der Bestzeit in der Qualifikation sicherte sich der Brasilianer eine gute Ausgangsbasis für die Aufholjagd, während der Brite Startplatz vier eroberte. Im Rennen legte Massa einen perfekten Start hin und behielt die Führung fast das ganze Rennen durch. Immer wieder kehrende Regenfälle sorgten für zahlreiche Reifenwechsel und Positionswechsel. Der damalige Toyota-Pilot Timo Glock setzte dabei alles auf eine Karte, indem er trotz des einsetzenden Regens in der Schlussphase des Rennes auf Trockenreifen blieb. Diese Taktik brachte Position vier vor Hamilton und Sebastian Vettel. Zwei Runden vor Schluss, als der Regen stärker wurde, fuhr Hamilton eine Kurve viel zu weit an und Vettel schlüpfte durch auf Rang fünf. Damit war Massa der „virtuelle“ Weltmeister.

Als er die Ziellinie passiert, brach großer Jubel in der Ferrari-Box aus. Jedoch ging es auf den Plätzen dahinter drunter und drüber: Glock konnte sich auf den Trockenreifen dem anstürmenden Vettel, der wie die restlichen Spitzenfahrer auf den Intermediates gewechselt hatte, nicht erwehren und fiel nach einem Überholmanöver zu Beginn des dritten Sektors auf Platz fünf zurück. Schließlich lief auch Hamilton auf den rutschen Toyota auf und schaffte es nach einem Manöver in der letzten Kurve noch auf Platz fünf, was ihm mit einem Punkt Vorsprung den WM-Titel einbrachte. Keine 30 Sekunden waren zwischen den Zieleinläufen von Massa und Hamilton geschehen.

Bei der Siegesfeier sah man einen Sieger mit enttäuschtem Gesichtsausdruck, ein wohl einzigartiger Moment in der Formel 1-Historie. Felipe Massa hatte nach eigenen Angaben „fast alles perfekt gemacht“ und das Rennen gewonnen, und dennoch reichte es nicht zum Weltmeister. Bei der Pressekonferenz zeigte er sich als großer Sportsmann, als er sagte: „Wir haben Lewis zu gratulieren. Er hat eine starke Saison gezeigt und mehr Punkte geholt als ich, daher verdient er sich den Titel. Heute ist ein weiterer Tag in meinem Leben, von dem ich viel lernen werde“.

Nach diesem Rennen am 2. November 2008 ergab sich aber für den Brasilianer nie wieder eine derartige Chance auf den WM-Titel. Im Jahr darauf traf ihn während der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn eine Metallfeder, die sich vom Wagen seines Landsmannes Rubens Barrichello gelöst hatte, bei Tempo 240 am Helm, wodurch er kurz das Bewusstsein verlor und gegen einen Reifenstapel prallte. Eine Schädelfraktur samt Gehirnerschütterung bedeutet das Aus für die restliche Saison. In den Jahren danach mutierte er dann zur klaren Nummer zwei bei Ferrari hinter Fernando Alonso, ehe er sich dann mit dem Wechsel zu Williams aus dem Kreis der WM-Anwärter verabschiedete.

Williams im Kampf um Platz vier mit Force India, Red Bull vor Vizeweltmeisterschaft

„Interlagos ist meine Heimat, hier bin ich aufgewachsen“, betonte Massa in den Interviews zuletzt. Man kann davon ausgehen, dass er daher besonders motiviert sein wird, auch wenn es heuer für ihn nicht nach Wunsch lief. Nicht nur für ihn spielt ein gutes Ergebnis eine wichtige Rolle. Auch für sein Team Williams ist wichtig, mit einem starken Ergebnis an Force India im Kampf um Platz vier in der Konstrukteurswertung dran zu bleiben. Die brasilianischen Fans werden auf jeden Fall werden alles geben für ihren Felipe. Vielleicht beflügelt dies ja das ganze Williams-Team zu einer erfolgreichen Aufholjagd auf Force India. Neun Punkt beträgt der aktuelle Rückstand der Briten auf die Inder

Diese Spannung um Platz vier kann das Duell um Platz zwei bei den Konstrukteuren nicht mehr bieten. Ganze 62 Punkte beträgt der Vorsprung von Red Bull auf Ferrari. Die Chancen der Scuderia Ferrari sind nur mehr theoretisch. Für die Italiener steht daher ein anständiger Saisonausklang mit Podiumsplatzierungen im Fokus. In Mexiko war man im Rennen auf Augenhöhe mit Red Bull. Ein besseres Ergebnis wurde durch ein vermasseltes Qualifying zerstört, wo man unter den Temperaturen litt. Laut Ferrari hat man die Ursache dafür erkannt. Man darf gespannt sein, wie sich das auf die Leistungen am Rennwochenende auswirken wird.

Tipps und Prognosen

Wie bereits erwähnt ist Nico Rosberg mit einem Sieg fix durch in der WM. Ein zweiter Platz reicht ihm dann, wenn Hamilton nicht auf dem Podium landet. Aufgrund der Dominanz beider Mercedes zuletzt ist aber davon weniger auszugehen. Für Rosberg spricht die starke Bilanz in Interlagos, wo er die letzten beiden Rennen jeweils gewann. Hamilton ist wie zuvor erwähnt noch ohne Sieg in Brasilien. Auch wenn der Brite zuletzt zweimal als Sieger von den Rennwochenende heimfuhr: der Druck liegt bei ihm. Rosberg reicht zwei zweite Plätze in Brasilien und Abu Dhabi zum Gewinn der Weltmeisterschaft. Dieser Umstand wird den Deutschen locker und entspannt machen. Aufgrund dieser Tatsache und der bisherigen Statistik der beiden in Brasilien empfehlen wir den Tipp auf Sieg Nico Rosberg bei William Hill, wo darauf eine Quote von 2,88 geboten wird.

Ein weiterer interessanter Kandidat in Sachen Wetten ist Felipe Massa. Dieser will sich natürlich ordentlich von seinen Landsleuten verabschieden. Ihm wird dabei wahrscheinlich ein Podiumsplatz vorschweben. Das wird allerdings bei trockenen Rennverhältnissen eher utopisch sein. Zu stark sind die Teams von Red Bull und Ferrari und zuletzt auch Force India. Sollte allerdings der Regen im Rennen einsetzen, was ja nicht unüblich ist, dann wird der Brasilianer seine Chance haben auf eine gute Platzierung. Die Motivation stimmt, und auf seiner Heimatstrecke gelangen ihm regelmäßig gute Ergebnisse. Dazu kommt eine äußerst lukrative Quote bei den Wettanbietern.

Tipp1: Sieg Nico Rosberg 2,88 William Hill (starke Quote!)

Tipp2: Top 6 Race Finish Felipe Massa – 5,50 William Hill (sehr gute Auswahl)

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