Reich an Ereignissen verliefen das dritte Training und das Qualifikationstraining des Großen Preises von Österreich am Samstag. Nach einer Qualifikation mit einigen Zwischenfällen (mehr dazu später) und einem Q3 auf auftrocknender Strecke wird am Sonntag der britische Mercedes-Pilot Lewis Hamilton von der Pole-Position starten. Neben ihm steht der deutsche Sensationsmann Nico Hülkenberg (Force India).

In der zweiten Reihe steht der zweite Überraschungsmann Jenson Button von McLaren-Honda vor dem finnischen Ferrari-Mann Kimi Raikkönen. Hamiltons Teamkollege, der WM-Führende Nico Rosberg, erzielte zwar die zweitschnellste Zeit in Q3, wurde aber aufgrund eines Getriebewechsels ebenso wie Sebastian Vettel (Platz 4 in Q3) um fünf Plätze in der Startaufstellung zurückgereiht.

Zahlreiche Brüche an Aufhängungen – Streit um erhöhte Kerbs geht weiter

Die am Freitag begonnene Diskussion um die erhöhten gelben Randsteine („Kerbsgate“) fand am Samstag in den Trainings zum Rennen ihre Fortsetzung. Wir erinnern uns: um ein zu weites Ausholen der Fahrer in den Kurven zu verhindern, wurden erhöhte Randsteine in Gelb an den Kurvenaußenseiten montiert.

Nach einem Zwischenfall mit dem Red-Bull-Piloten Max Verstappen, dem am Freitagvormittag ein Teil des Frontflügels und ein Teil der vorderen Radaufhängung abgebrochen waren, wurde in der Nacht zum Samstag über das Beibehalten der Kerbs diskutiert. Schließlich fiel die Entscheidung für die Kerbs. Eine Entscheidung, die möglicherweise die Startaufstellung für das Rennen am Sonntag beeinflusst hat.

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Die Strecke in Spielberg und Details

Rosberg, Vettel und Perez in der Rolle der Verfolger

Für einige Fahrer steht morgen ein harter Renntag bevor. Nach dem Ferrari-Piloten Sebastian Vettel, der aufgrund des Getriebewechsels vor dem Rennwochenende eine Rückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung kassierte, widerfuhr dieses Schicksal auch dem bis dahin schnellsten Mann in den Spielberg-Trainings, Nico Rosberg (Mercedes AMG F1). Im dritten freien Training am Samstagvormittag brach dem Führenden in der Weltmeisterschaft in Kurve zwei das linke Hinterrad weg.

Den Crash in den Leitplanken überstand der Deutsche unbeschadet. Die erheblichen Beschädigungen an seinem Wagen machten den Einbau eines neuen Hecks und eines neuen Getriebes notwendig, was zu einer automatischen Rückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung geführt hat. Dank der Mithilfe der Mechaniker-Crew von Teamkollegen Hamilton schaffte man es rechtzeitig vor dem Beginn von Q1, den Wagen fit zu bekommen.

Kritik von allen Seiten

Als nächsten erwischte es den mexikanischen Force India-Pilot Sergio Perez, der für einige Experten als Kandidat für das Podium am Sonntag gegolten hat. In Q1 zwischenzeitlich auf Platz 3, war der Arbeitstag für „Checo“ kurz darauf aufgrund einer gebrochenen Radaufhängung hinten rechts zu Ende. Kurz vor Ende von Q1 wurde der russisches Toro-Rosso-Pilot Daniil Kvyat ebenfalls zum „Bruchpiloten“ beim Überfahren der gelben „Killerkerbs“.

Im Interview danach bezog der Russe klar Meinung zu den Kerbs: „Es ist, wie wenn du über eine kleine Mauer fährst. Viel zu gefährlich“. Ähnlich dachte der „Pole-Man“ Hamilton: „Die Idee, Abkürzungen in den Kurven zu verhindern, ist an und für sich gut. Es sieht so aus, dass diese gelben Randsteine gefährlich sind. Ich weiß nicht, wie viele Zwischenfälle es noch braucht“.

Mut zum Risiko bei Force India führt Hülkenberg in Reihe 1

Während bei Perez die Qualifikation zum Vergessen war, strahlte sein deutscher Teamkollege Nico Hülkenberg über beide Ohren nach Qualifikationsende. Ein weiteres Mal zeigte sich das Force-India-Team als Zocker bei der Strategie. Nach Regen kurz vor Q3, dem Sonnenschein folgte, setzten die Inder bei auftrocknender Strecke sofort auf Trockenreifen beim „Hulk“, was sich als goldrichtig erwies.

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Die Top10 der Startaufstellung!

Hamilton pokert hoch

Für Hamilton ist der morgige Große Preis von Österreich ein Schlüsselrennen. Mit seiner Pole-Position und Rosbergs siebten Startplatz hat Hamilton sehr gute Karten, den WM-Rückstand auf seinen Teamkollegen zu reduzieren. Ein Sieg ist für ihn auch aus einem weiteren Grund wichtig. Hamilton hat in Spielberg bereits jetzt die fünfte Version von Motorteilen verbaut. Ab der sechsten Version hat dies eine Rückversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung zur Folge.

Hamilton selbst rechnet damit, dass dies in der aktuellen Saison der Fall sein wird. „Ich werde zumindest ein Rennen, wahrscheinlich sogar zwei Rennen haben, wo ich mit einem neuen Motor beziehungsweise. neuen Motorteilen starten werden“, verkündete der amtierende Weltmeister.

Tipps und Prognosen

Für das Rennen am Sonntag werden eine deutliche Abkühlung und mögliche Niederschläge vorausgesagt. Das könnte für ordentlichen Wirbel im Klassement während des Rennens führen. Als großer Favorit wäre eigentlich Lewis Hamilton mit seiner Pole-Position zu sehen, wenn da nicht zwei Dinge wären. Erstens schlägt sich der WM-Titelverteidiger mit technischen Problemen an seinem Wagen schon die ganze Saison herum, die schon einige Male zu Platzierungen hinter seinem Teamkollegen Rosberg geführt haben.

Und zweitens spricht gegen einen Sieg von Hamilton, dass der Sieger in Spielberg tendenziell selten von der Pole-Position ins Rennen ging (in den Rennen von 1997-2003, 2014 und 2015 gewann nur dreimal der Pole-Man auch das Rennen).

Interessant könnte der Mann auf Position vier, der Ferrari-Pilot Kimi Raikkönen, als Siegertipp sein. Seine Ergebnisse sind heuer deutlich stärker als 2015 (drei Podestplätze in den bisherigen acht Rennen). Dazu kommen die starken Auftritte in Melbourne und Baku, wo er lange auf Platz zwei gelegen ist. Gegenüber Hülkenberg und Button hat der Finne den eindeutig besseren Wagen. Sollte Hamilton Probleme im Rennen bekommen, könnte Raikkönen der erste Anwärter auf den Sieg werden. Bei bet365.com wird für einen Sieg des „Iceman“ eine Quote von 17 geboten.

Die veränderten Wetterbedingungen mit Abkühlung und möglichem Regen könnten dem australischen Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo in die Karten spielen. Sein fünfter Startplatz und seine Erfahrung mit Regen und chaotischen Wetterbedingungen könnten Vorteile im Kampf um einen Podiumsplatz sein. Für den „Aussie“ bietet bet365.com eine Quote von 3,75.

Tipp 1: Sieg Raikkönen Quote 17 bei bet365.com

Tipp 2: Ricciardo unter den besten Drei Quote 3,75 bei bet365.com