• Spielstätte: Oracle Arena, Oakland
  • Serie: 3-1 (G1 110:106, G2 99:98, G3 115:80, G4 115:128)

Die Rockets leben noch! Vor allem dank einer herausragenden Performance von Downtown gewann Houston Game 4 der Western Conference Finals, womit das Team von James Harden mindestens ein weiteres Spiel gegen die Warriors erzwang. Erstmals in der Serie war es der Shooting Guard aus Texas der die Nase vorne hatte im MVP-Duell mit Curry. Allerdings auch aufgrund einer Verletzung.

Golden State Warriors

Regular Season: 67 Siege, 15 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. New Orleans Pelicans (1st Round), 4-2 vs. Memphis Grizzlies (2nd Round)

Stats Leaders: Steph Curry 29.4 PPG, Draymond Green 10.6 RPG, Steph Curry 6.4 APG

115 eigene Punkte reichen den Warriors in der Regel, um zu gewinnen. 115 Punkte stehen für eine mindestens solide Offense. Die bot Golden State nämlich auch in Spiel 4, traf beispielsweise über 44% seiner Dreipunktwürfe.

Dennoch unterlagen die Warriors Montagnacht in Houston deutlich. Der Grund: 128 Rockets-Punkte. Davon alleine 45 Punkte im ersten Viertel (!). Nicht nur James Harden, auch die weniger Potenten Spieler im Roster punkteten nach Belieben – weil sie dabei kaum gestört wurden. Das Problem in Spiel 4 lag also ganz klar in der Defense. Die Warriors wirkten lethargisch, teilnahmslos in Defense. Es wirkte, als seien sie sich ihres Sieges zu sicher. Angesichts der 3:0-Serienführung zu diesem Zeitpunkt keine unrealistische Annahme. Während die Dubs zuvor einen defensiv überragenden Eindruck machten und die Rockets stets bei weit unter 50% FG hielten (Höchstwert Spiel 1-3:46%), erlaubten sie dem Gegner in Spiel 4 eine Trefferquote von 57%. So tief in den Playoffs ist das eine inakzeptable Quote. Vor allem Harden profitierte. Wie verzweifelt und unzufrieden Coach Steve Kurr mit der defensiven Performance seines Teams war, belegt die Tatsache, dass er in Spiel 4 zur verpöhnten Hack-A-Dwight-Strategie griff, um der Rockets-Offense Einhalt zu gebieten.

Neben der schwachen Defense war es vor allem die Verletzung von Stephen Curry, die die Warriors schwächte. Der MVP fiel Mitte des 2. Viertels heftig und unglücklich auf den Hinterkopf und verabschiedete sich anschließend erstmal in die Kabine. Der Point Guard kam im Laufe der Partie wieder zurück auf den Court, war jedoch nicht mehr der Alte. Sogar ein Airball unterlief dem Elite-Schützen. Dennoch kam Curry schlussendlich auf 23 Punkte.

Immerhin trat so Klay Thompson aus der Versenkung hervor. Der zweite Splash Brother war erstmals in der Serie offensiv ein Faktor und erzielte 24 Punkte, bisheriger Bestwert. Stärkster Warrior war an diesem Abend jedoch Draymond Green der ein herausragendes Double Double verzeichnen konnte (21 Punkte, 15 Rebounds).

Insgesamt dürfte die Pleite in Spiel 4 sehr lehrreich gewesen sein für die Golden State Warriors. Sobald Konzentration und Wille auch nur ein wenig nachlassen, egal an welchem Ende des Feldes, wirkt das Team auf einmal wesentlich schlagbarer. Nun gilt es, die richtige Reaktion zu zeigen.

Houston Rockets

Regular Season: 55 Siege, 27 Niederlagen

Playoffs: 4-1 vs. Portland Trail Blazers (1st Round), 4-3 vs. Los Angeles Clippers (2nd Round)

Stats Leaders: James Harden 28.0 PPG, Dwight Howard 13.9 RPG, James Harden 7.7 APG

Die Rockets sollten immer mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn sie das zu derartigen Leistungen treibt. Von lähmendem Druck und der Angst vor einem Sweep war ab dem ersten Sprungball nichts zu spüren. Harden, Howard & Co. starteten historisch gut in die Partie und pulverisierten mit 45 Punkten im ersten Viertel mal eben den Franchise Rekord. 8 von 9 Dreiern versenkten die Texaner, insgesamt belief sich die Feldwurfquote nach 12 Minuten auf traumwandlerisch sichere 77.7%. Mit zunehmendem Spielverlauf kühlten die Rockets etwas ab, kamen schlussendlich jedoch immer noch auf einen Spitzenwert von 57% FG.

Einerseits war die Defense der Warriors schläfrig, andererseits muss man jedoch auch anerkennen, dass Houston einfach verdammt gut traf. So traf Josh Smith, normalerweise die Ineffizienz in Person, sieben seiner acht Würfe. Alle fünf Starter trafen zweistellig und bis auf Jason Terry verwandelten alle mindestens die Hälfte ihrer Würfe. Soll heißen: Anders als in den Spielen zuvor hatte Superstar James Harden kräftige Unterstützung in Sachen Scoring.

Dennoch übernahm der Bärtige wie gewohnt den Löwenanteil. Seine 45 Punkte bedeuten einen persönlichen Playoff-Rekord. Auch er traf hocheffizient von Downtown (7/11 3P) und trug somit kräftig zu Houstons Fabelquoten bei. Besonders erfreulich für Rocketsfans: Auch in der Defensive machte Harden einen sehr respektablen Job, was seine zwei Steals und zwei Blocks belegen.

Vor Spiel 5 hat sich die Ausgangslage für die Rockets nach wie vor kaum geändert. Eine Niederlage und Houstons Postseason ist beendet. Immerhin wissen die Texaner nun, dass sie die Warriors schlagen können. Ob das Erfolgsrezept aus Spiel 4 beliebig oft wiederholbar ist, darf jedoch bezweifelt werden.

Tipp

Die Art und Weise, wie die Warriors Spiel 4 verloren, könnte man als den klassischen Regular-Season-Ausrutscher eines Spitzenteams bezeichnen. Der Top-Seed spielt nicht voll konzentriert, wohingegen der Gegner bis in die Haarspitzen motiviert ist und dazu noch einen Sahnetag erwischt hat. Sieg für den Underdog. Ein echter Underdog sind die Rockets nicht, dennoch passt der Vergleich: Der Underdog würde nie eine Best-of-seven-Serie gegen den Top Seed gewinnen. Und so steht es auch um die Rockets. Abgesehen von James Harden wird kein Spieler mehrmals in Folge die Lichter ausschießen. Der offensive Ausreißer war jedoch der einzige Grund für Houstons Sieg in Spiel 4 und teilweise auch nur deshalb möglich, weil die Warriors fehlende Einstellung zeigten. Die Dubs werden ihre Lektion gelernt haben und am eigenen Ende des Courts die Zügel wieder straffen. Dann werden 115 Punkte auch wieder für einen Sieg genügen. Steph Currys Zustand ist (noch) zweitrangig.

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