• Spielstätte: Quick Loans Arena, Oakland
  • Serie: 1-0 (G1 108:100)

Was für ein Auftakt! Der neutrale Baskteballfan kam in Spiel 1 der NBA Finals voll auf seine Kosten, denn es wurde einiges geboten. LeBron James lieferte eine Monstervorstellung ab, konnte die Pleite seines Teams jedoch nicht verhindern. Wohl auch, weil sich Co-Star Kyrie Irving in den entscheidenden Minuten erneut verletzte. Auf der anderen Seite fanden die Warriors schwer ins Spiel steigerten sich jedoch von Play zu Play und gingen schließlich als verdienter Sieger aus der Partie hervor. Mit einem weiteren Sieg wäre neben der hervorragenden Ausgangsposition auch der Heimvorteil vorerst gesichert.

Golden State Warriors

Regular Season: 67 Siege, 15 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. New Orleans Pelicans, 4-2 vs. Memphis Grizzlies, 4-1 vs. Houston Rockets

Stats Leaders: Stephen Curry 29.0 PPG, Draymond Green 10.5 RPG, Stephen Curry 6.5 APG

Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Erstmals merkte man den Golden State Warriors ihre Unerfahrenheit in großen Momenten an. Im Kader der Dubs findet sich nicht ein einziger Spieler, der bereits eine Finals-Serie gespielt hat und auch Rookie-Coach Steve Kerr betrat in dieser Hinsicht Neuland.

Besonders zu Beginn war den Spielern die nachvollziehbare Nervosität deutlich anzumerken. Völlig atypisch vergaben die Warriors jede Menge freier Würfe und bekamen auf der anderen Seite des Courts James und Irving nicht in den Griff. Vor allem Stephen Curry fand nur sehr schwer ins Spiel und wurde von Kyrie Irving überraschend gut aus dem Spiel genommen. Lange konnte er den MVP jedoch nicht kontrollieren. Curry taute auf und mit ihm das gesamte Team.

Dennoch blieb das Spiel offener und spannender, als viele Experten im Vorfeld erwartet hatten. Es entwickelte sich ein auf und ab, in dem sich kein Team richtig absetzen konnte. Sekunden vor dem Buzzer hatte Steph Curry schließlich sogar freie Bahn zum Korb, wurde jedoch noch geblockt.

Die Overtime musste also her und dort zogen die Warriors dann endgültig davon. Vor allem, weil sie in der Defense noch einmal eine Schippe draufpackten und das Scoring der Cavaliers zum Erliegen brachten. Harrison Barnes traf schließlich mal wieder einen seiner Big Shots und bestätigte damit seine Rolle als starker Defender, der in den richtigen und wichtigen Momenten auch offensiv in Erscheinung tritt. Was das Scoring im Allgemeinen betrifft war auf die Splash Brothers Verlass (Curry 26 Punkte, Thompson 21).

Der heimliche Differencemaker war allerdings André Iguodala. Der Veteran bewies einmal mehr, dass er noch immer ein Elite-Defender ist und kümmerte sich vornehmlich um LeBron James. Dessen Career-High in Punkten sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Iggy dem King das Leben verdammt schwer machte, dieser sich jeden Punkt hart erarbeiten musste und seine Quoten überschaubar blieben. Vor allem seine hautenge Verteidigung bei LeBrons versuchtem Game Winner Ende des vierten Viertels war schlichtweg herausragend.

Insgesamt waren die Warriors nicht das erwartet dominante Team, setzten sich jedoch verdient durch. Nun ist es an Coach Kerr, seine Jungs noch besser auf den Gegner einzustellen. Mareise Speights beispielsweise könnte durchaus ein wenig mehr Spielzeit zufallen, da er die Reboundmonster Thompson und Mozgov erfolgreich aus der Zone zog.

Cleveland Cavaliers

Regular Season: 53 Siege, 29 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. Boston Celtics, 4-2 vs. Chicago Bulls, 4-0 vs. Atlanta Hawks

Stats Leaders: LeBron James 28.7 PPG, LeBron James 10.2 RPG, LeBron James 8.1 APG

Am Ende lief alles gegen die Cavaliers. Nachdem sie zuvor mindestens ebenbürtig und meistens näher dran am Sieg waren, vergaben sie zum Ende des vierten Viertels mehrere Siegchancen und waren in der Overtime offensiv quasi nicht mehr existent. Den Sieg der Warriors konnte so auch die insgesamt starke Defense nicht verhindern.

Noch schwerer als die Niederlage schlägt den Cavs-Fans allerdings die Verletzung von Kyrie Irving zu, der sich erneut am bereits lädierten Knie wehtat. Dabei zeigte sich der Point Guard erstmals in den diesjährigen Playoffs von seiner besten Seite, und zwar an beiden Enden des Courts. So brachte mit 23 Punkten, 7 Rebounds, 6 Assists, 4 Steals und 2 Blocks eine überragende Statline zustande. Das Duell auf der eins war im Allgemeinen schlichtweg eine Augenweide. Die Fans bekamen mit Irving und Curry vermutlich die derzeit besten Ballhandler der Association zu sehen. Kyrie wird nun 2-3 Monate ausfallen, ein schwerer Schlag für die Cavs, noch schwerwiegender als der Ausfall von Love.

Doch wie der Rest des Teams stand auch Kyrie Irving wie gewohnt im Schatten des Kings. LeBron James brach seinen persönlichen Finals-Rekord in Sachen Scoring und brannte 44 Punkte aufs Parkett. Allerdings benötigte er dafür auch 38 Würfe. In Kombination mit seinen 8 Rebounds und 6 Assists war es dennoch einmal mehr eine beängstigend starke Vorstellung des Kings. Angeführt von James hätten die Cavaliers auch als verdienter Sieger aus der Partie hervorgehen können. Doch LeBron vergab seinen Gamewinner kläglich. In der Overtime kam dann auch von ihm nicht mehr viel.

Prognose

In Spiel 1 zeigte sich das Problem der Cavaliers. Das Team hat genau zwei potente Scorer, von denen einer (Irving) nun auch noch für die gesamte Serie ausfallen wird. J.R. Smith kann zwar punkten, könnte jedoch als personifizierte Inkonstanz bezeichnet werden. Danach kommt nichts wirklich Produktives mehr. Sobald LeBron also nicht mehr für seine offensiv limitierten Mitspieler kreieren kann, wird es ganz schwer für die Cavaliers – siehe Overtime. Echtes Ball Movment gibt es bei den Cavs 2015 nämlich nicht, was die meistens miesen Team-Assistzahlen belegen.

Die Warriors dagegen sind nicht zwingend auf Stephen Curry angewiesen. Das zeigte sich vor allem zu Beginn der Partie, als die Dubs zurücklagen, der MVP nicht traf und das Team trotz in Schlagdistanz blieb. Dank Iggy, Livingston, Barbosa, Thompson, und und und. Dazu kommt, dass sie wohl das Team in der NBA sind, das LBJ am ehesten vom Scoren und kreieren abhalten können. Sowohl individuell (Iggy und Barnes) als auch im Verbund (dank Bogut und Green).

Insgesamt ist das einfach ein verdammt gutes Rezept, um diese Cavs zu schlagen und den Titel zu holen. Da Cleveland erst einmal den Ausfall von Irving verkraften muss, wird es in Spiel 2 weniger spannend zugehen.

Prognose: -7,5 Golden State Warriors – 1,92 Tonybet

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