Fußball und das Hooligan-Problem

Solange sich die meisten wohl erinnern können, hat der weltweit beliebte Sport, der vor allem in Europa Sportart Nummer 1 ist, was Zuschauerzahlen und auch alle anderen Messwerte angeht, auch eine dunkle Seite. Die Rede ist hier von gewalttätigen Fans, bekannt unter dem Begriff „Hooligans“. Dieser Begriff stammt natürlich aus dem Englischen, dem Geburtsland des Fußballsports. Ursprünglich leitet er sich wohl vom irischen Familiennamen Hoolihan ab, diese Familie stiftete anscheindend eine Menge Unruhe in England, wodurch der Begriff Hooligan (eine Falschschreibung des Familiennamens) gleichbedeutend mit gewalttätigen und lauten Zeitgenossen wurde. Schnell fand der Begriff dann seinen Weg in die Welt des Fußballs, heutzutage ist das Wort allgemein verständlich und klar in der Welt des Sports, vor allem eben des Fußballs angesiedelt.

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Um ehrlich zu sein, findet man die Ausschreitungen zwischen verfeindeten Fans in diesem Ausmaße auch nur im Fußball, kein anderer Sport scheint die Gemüter so sehr anzuheizen wie der Sport mit dem runden Leder. Daher ist Gewalt am Rande des Fußballfeldes (und teilweise auch bis auf dem Feld) beinahe so alt wie der Sport selbst. Erste Berichte von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fans in lokalen Derbys stammen aus den 1880er Jahren in England.

Seitdem wurden nach und nach mehr Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, und das nicht nur in England sondern genauso auch in den meisten Ländern, in denen Fußball gespielt wird. Heutzutage ist das Problem in Deutschland wohl größtenteils beseitigt, hierfür sind jedoch regelmäßige Großaufgebote der Polizei zu beinahe jedem Fußballspiel sowie eine harte Gesetzgebung, Überwachung bekannter Gewalttäter, Alkoholverbote in und um die Stadien und natürlich auch Stadionverbote nötig.

 

Hooligans in Deutschland 2019

Laut vielen Medien gibt es in der laufenden Saison jedoch ein Wiederaufleben des Hooligan-Problems, unter anderem die Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Bild und ran.de berichteten Ende August 2018 zeitgleich über ein wiedererstarktes Auftreten gewaltbereiter Fans. Ausgelöst wurde dieser mediale Aufschrei durch exzessive Ausschreitungen von Fans aus beiden Lagern beim Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin in Köln. Hierbei wurden unter anderem vor dem Spiel Polizeibeamten, die einen Bus voll mit Union-Fans eskortierten, angegriffen, dabei versuchten Täter laut Berichten, mit Autos ohne Licht in die Polizeibeamten hineinzufahren. Zuvor hatten Kölner Hooligans einen Peilsender am von der Polizei bewachten Bus angebracht, was zusammen mit anderen Hinweisen der Ermittler sehr stark auf eine wohl von beiden Fangruppen geplante Aktion hinweist.

Denn auch die Berliner Fans im Bus schienen auf die Konfrontation mit den rund 100 Hooligans aus dem Kölner Lager vorbereitet zu sein, sobald der Konvoi angegriffen und mit Steinen beworfen wurde, sollen laut Augenzeugenberichten Union-Fans maskiert und teilweise bewaffnet aus dem Bus gekommen sein, worauf eine regelrechte Straßenschlacht zwischen den verfeindeten Hooligans entbrannte. Den Einsatzkräften der Polizei gelang es aber, die aus dem Fanbus strömenden Schläger größtenteils zurückzudrängen, so dass die Polizei sich den Kölner Hooligans widmen konnte und sich Polizeibeamte teilweise nur mit vorgezogener Pistole der Angreifer erwehren konnten.

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek sprach in einem Interview mit Sport Bild von einer „Renaissance der Gewalt außerhalb der Stadien“, betroffen ist hier vor allem die 2. Bundesliga, aber auch bei Begegnungen von Erstligavereinen wie bspw. dem Ruhrderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund und in niedrigeren Ligen kommt es regelmäßig zu heftigen Ausschreitungen. Die Statistiken der letzten Zeit scheinen diesen Trend zu bestätigen, so gab es z.B. in der Saison 2016/17 einen Anstieg von 4,1% in der Zahl der Personen, die von der Polizei als Gefährder eingestuft werden im Vergleich zur vorherigen Saison.

 

Kein Bezug zum Fußball?

Laut den meisten Experten und Kriminalforschern haben die schwersten Probleme mit Hooligans mit Fußball nur marginal zu tun, die Begegnungen der Vereine werden als Aufwand genutzt, um sich zu Gewaltausschreitungen gegen die Polizei und natürlich die „befeindeten“ Fans zu verabreden. Diese Planung der gewaltgeladenen Aufeinandertreffen konnte oft genug nachgewiesen werden, dass es klar ist, dass für viele „Fans der Kategorie C“ der Fußball wenn überhaupt nur eine Nebenrolle spielt. Es geht hier um Straftäter, die sich zu Gewaltexzessen verabreden, so die Meinung der meisten Experten.

Zunehmende Politisierung der Fans

Andererseits muss man aber auch feststellen, dass es seit längerem auch in der Ultra-Szene eine zunehmende Politisierung gibt, viele Anhängerschaften gehören hierbei dem rechten Spektrum an und sollen sich sogar vereinsübergreifend zusammengeschlossen haben, um gegen linke Fans wie z.B. des FC St. Pauli und natürlich den gemeinsamen Feind, die Polizei zu agieren.

Initiator soll hier einer der Urväter der radikalen, rechten Hooliganbewegung sein, der Mitgründer der berüchtigten „Borussenfront“, die seit den besonders gewaltbereiten 80er Jahren aktiv ist und seit jeher eine Nähe zur rechtsextremen Szene hatte. Anfang 2012 soll es zu einem Treffen von Hooligans aus eigentlich verfeindeten Lagern gekommen sein, auf einem Bauernhof in Leichlingen in NRW soll dieses Treffen stattgefunden haben und die Gewalttäter aus dem rechten Hooligan-Milieu sollen sich unter dem Motto: „Kameraden im Geiste. Viele Farben, dennoch eine Einheit.“ zusammengeschlossen haben.

„Krieg dem DFB“

Auch den deutschen Fußballverbänden DFB und DFL haben diese „Hools“ den Krieg erklärt, dies geschah oft und deutlich mit im Stadion ausgebreiteten Spruchbändern wie auf dem unteren Bild. Nach einem kurzzeitigen „Waffenstillstand“ zwischen Vertretern dieser Fans und den Verbänden wurde dieser von den Hooligans letzten August öffentlich aufgekündigt.

Man kann also nicht sagen, dass das Gewaltproblem im deutschen Fußball beseitigt wäre, es bleibt sogar zu befürchten, dass es in Zukunft schlimmer werden könnte.

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Die deutschen Vereine mit den meisten Hooligans

Zuerst einmal eine Statistik der von der Polizei gelisteten Fans von der Saison 2004/05 bis 2017/18 (Quelle: statista.com), gerade für das letzte Jahr lässt sich hier ein starker Anstieg der Kategorie C Fans beobachten, nachdem die Jahre zuvor ein abnehmender Trend zu verzeichnen war.

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Hier nun eine Auflistung der unter Kategorie B (gewaltbereit) und Kategorie C (gewaltsuchen) eingestuften Fans nach Vereinen, die 10 Vereine mit den meisten Hooligans sind hier gelistet. Allerdings stammen die Zahlen aus dem Jahre 2012, im Verhältnis sind es wohl weiterhin mehr oder weniger dieselben Vereine, die sich hier wiederfinden werden.

PlatzVereinAnzahl GefährderKategorie BKategorie C
1.Eintracht Frankfurt630500130
2.Dynamo Dresden610500110
3.FC Schalke 04595430165
4.Borussia Dortmund580400180
5.Hansa Rostock520390130
6.Borussia Mönchengladbach500400100
7.1. FC Nürnberg48040080
8.Union Berlin43040030
9.Hertha BSC Berlin40435054
10.Hamburger SV400260140