Es ist erstaunlich, dass offenbar fast alle Favoriten der zweiten Liga einen Fehlstart hingelegt haben. Die Hertha konnte im ersten Spiel gegen Paderborn auch nur ein Unentschieden herausholen und ist damit punktgleich mit dem FSV Frankfurt, der in Sandhausen nicht über ein 1-1 kam. Für den FSV kann es in dieser Saison nur darum gehen sich endlich im Mittelfeld zu etablieren anstatt ständig gegen den Abstieg zu spielen. Herthas Ziele dürfte dagegen allen bekannt sein: nur der Aufstieg zählt für die Hauptstädter und dafür hat man auch in die Tasche gegriffen.

Frankfurt hat direkt zu Beginn einiges an Verletzungspech, da mit Gledson, Gaus, Yelen, Tosunoglu und Yun gleich einige Spieler fehlen, die das Team im Normalfall verstärken würden (auch wenn es nicht ausschließlich Stammkräfte sind). Was der FSV beim Einkauf machte, verdient jedoch Lob. Wie so viele Vereine, die wenig Geld haben, machte man aus der Not eine Tugend und anstatt alte, aber erfahrene Spieler zu holen, wurde voll auf die Jugend gesetzt. Fast alle Neuzugänge (und dies sind einige) sind um die 20 Jahre alt, oftmals sogar jünger. Gegen Sandhausen sah man sowohl die Vor- als auch die Nachteile dieser Strategie. Ich glaube, dass man mit diesen Einkäufen und dem richtigen Trainer tatsächlich mal nichts mit dem Abstieg zu tun haben könnte, aber gegen individuell starke und erfahrene Teams wird der FSV nicht viel ausrichten können.

Die Hertha hat natürlich ebenfalls noch einige Ausfälle, wobei Kraft, Franz und Lasogga als einzige wirklich zu erwähnen sind. Alle anderen sind ersetzbar. Gegen Paderborn wurde deutlich, dass die Berliner defensiv noch viel Arbeit vor sich haben, aber Paderborn zeigte gestern, dass ihre Leistung gegen die Hertha auch kein Zufall war, sondern man hier ein tatsächlich starkes Team hat. Offensiv dürfte die Hertha zu den ganz starken der Liga gehören mit Allagui, Kachunga und Alternativen wie Ronny. Lassen die Berliner Luhukay in Ruhe dieses Team bilden, dann dürfte die Hertha in der nächsten Saison erstklassig sein, aber leider hat man mit Preetz einen unbrauchbaren Manager. Dennoch, heute ist die Hertha ein absoluter Favorit und alles andere als ein Sieg wäre eine riesige Überraschung.

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Voraussichtliche Aufstellung FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Heubach, A. Jung – Konrad, Bambara – M. Görlitz, Roshi – Kapllani, Verhoek

Voraussichtliche Aufstellung Hertha BSC: Burchert – M. Ndjeng, Hubnik, Brooks, Schulz – Lustenberger, Niemeyer – Beichler, Knoll – Kachunga, Allagui