• Anpfiff: 22 Uhr
  • Spielort: Ottawa

Über 5 Millionen Zuschauer verfolgten in Deutschland das Auftaktspiel der DFB-Frauen bei der WM 2015 in Kanada. Der haushohe 10:0-Sieg gegen überforderte Afrikanerinnen löste neben Freude auf deutscher Seite auch eine Debatte über die Qualität der Weltmeisterschaft aus. Zumal auch die Norwegerinnen einen deutlichen Sieg gegen Thailand errungen. Im direkten Duell könnte es nun ein wenig spannender werden.

Deutschland

Fifa-Weltrangliste: 1. Platz

Bisheriger Turnierverlauf: 10:0 vs. Elfenbeinküste

„Wir hatten sie besser eingeschätzt, als sie gespielt haben. Ich hätte vorher nie gedacht, dass wir 10:0 gewinnen.“, kommentierte DFB-Trainerin Silvia Neid das Schützenfest vom vergangenen Sonntag. Bereits nach 45 Minuten führten die deutschen Damen mit 5:0 und ließen so bereits erahnen, dass es zweistellig enden könnte auf dem Kunstrasenplatz von Ottawa.

Allerdings war es nicht nur die Klasse des Weltranglistenersten und zweimaligen Weltmeisters, die zum zweithöchsten WM-Sieg in der Geschichte des DFB beitrug. Auch die schlichte Unfähigkeit der Ivorerinnen war ein nicht unwesentlicher Faktor. Die Drittplatzierten des Afrikacups (!) lieferten spielerisch und insbesondere taktisch eine unterirdische Leistung ab. Haarsträubende Stellungs-, Pass- und Konzentrationsfehler im Minutentakt ermöglichten den Frauen mit dem Bundesadler auf der Brust leichte Tore am Fließband. So fiel die Schonung der angeschlagenen Kreativspielerin Marozcan kaum ins Gewicht. Auch ohne ihre Impulse erspielten sich die DFB-Ladies massenhaft gute Torgelegenheiten.

Drei davon verwertete Celia Sasic (ehemals Okoino da Mbabi) bereits in der ersten Halbzeit. Anja Mittag tat es ihr gleich und erzielte ebenfalls drei Treffer. Was die Torschützenliste betrifft, brachten sich die beiden Offensivstars somit schon einmal in eine gute Position.

Insgesamt hatte der Sieg über die Elfenbeinküste letztlich keine Aussagekraft. Aus deutscher Sicht war das nicht mehr als ein Trainingsspiel und sollte dementsprechend nicht überbewertet werden. Vor allem, da sich im Spiel mit Melanie Leupolz auch noch eine wichtige Akteurin verletzte. Sollte ihre Oberschenkelblessur nicht bis Donnerstag abheilen, wird sie wohl erneut durch Melanie Behringer ersetzt.

Norwegen

Fifa-Weltrangliste: 11. Platz

Bisheriger Turnierverlauf: 4:0 vs. Thailand

Die Norwegerinnen gehören 2015 zu den Geheimfavoriten auf den Titel. Nationen wie den USA, Deutschland oder Frankreich werden zwar weit größere Chancen eingeräumt, dennoch sind auch die Norwegerin stets lange mit von der Partie, wenn bei den WM-Endrunden der Weltmeister gesucht wird. Bis 2007 erreichten die Skandinavierinnen stets mindestens das Halbfinale. 2011 enttäuschten sie jedoch mit dem Vorrundenaus. 2013 bei der EM in Schweden erreichte Norwegen sogar das Finale, scheiterte dort jedoch – am kommenden Gegner Deutschland.

Nun in Kanada soll der ganz große Wurf gelingen. Gegen Thailand gelang schon einmal ein Auftakt nach Maß. 4:0 hieß es nach 90 Minuten. Hätte Maren Mjelde nicht noch einen Elfmeter verschossen, wäre das Spiel noch deutlicher ausgefallen. Es wäre nicht unverdient gewesen. Denn was für die DFB-Elf die Elfenbeinküste war, das waren für Norwegen die Thailänderinnen. Die Asiaten verteidigten teils vogelwild und ohne erkennbare Ordnung und hatten eine Torhüterin im Kasten, die man im Volksmund als Fliegenfänger bezeichnen würde. Sinnbildlich dafür stand das 1:0 per Freistoß, bei dem die thailändische Mauer ebenso wie die Keeperin vollkommen falsch stand.

Durch den Auftaktsieg stehen die Norwegerinnen, die wohl kaum gegen die Ivorer verlieren werden, schon mit einem Bein im Achtelfinale. Die Partie gegen Deutschland kommt daher dem Vorgezogenen Entscheid um den Gruppensieg gleich. Da Norwegen „nur“ mit 4:0 gewonnen, belegen die DFB-Damen aktuell den 1. Platz. Mit einem Sieg am Donnerstag würde sich dies ändern.

Tipp

Obwohl die DFB-Frauen längst nicht mehr so stark und überlegen besetzt sind wie einst, gehören sie noch immer zum Kreis der Topfavoriten. Auch das Team wählte den Slogan „Titeltraum“ selbstbewusst als WM-Motto. Wer vom Titel träumt, der muss auch die Norwegerinnen besiegen. Die Skandinavier sind gut, aber nicht sehr gut und haben individuell Nachteile gegenüber den deutschen Frauen. Vor allem mit der Rückkehr von Jennifer Marozcan dürfte noch mehr spielerische Klasse einkehren. Alles andere als ein Dreier für Deutschland wäre daher eine Überraschung.

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