Nach 2003 und 2007 wollen die deutschen Fußballfrauen bei der Fußball-WM 2015 in Kanada den dritten Stern. Bislang spielen sie ein sehr ordentliches Turnier, spielten allerdings auch noch nicht gegen die ganz großen Gegner. Dieser wartet nun im Viertelfinale. Die Französinnen gelten als heiße Titelanwärterinnen und verfügen über unbestrittene Klasse im Kader. Die Chemie im Team scheint allerdings nicht die beste zu sein.

Deutschland

Bisheriger Turnierverlauf: 10:0 vs. Elfenbeinküste, 1:1 vs. Norwegen, 4:0 vs. Thailand, 4:1 vs. Schweden

Vier Spiele, drei Siege, ein Unentschieden. 19:2 Tore. Dazu die DFB-Stürmerinnen Anja Mittag und Celia Sasic mit je fünf Toren an der Spitze der Torjägerliste des Turniers. Kurz gesagt: Die WM könnte schlechter laufen für die deutsche Frauennationalmannschaft. Obwohl sie ausnahmsweise nicht der absolute Topfavorit auf den Titel sind, spielen die DFB-Frauen ein formidables Turnier, wenn man die durchwachsene Leistung gegen Norwegen einmal rausrechnet.

Die Aufgaben werden nun von Mal zu Mal schwerer. Mit der Elfenbeinküste und Thailand schoss Deutschland zwei amateurhaft auftretende Nationen problemlos vom Rasen. Gegen Norwegen dagegen fehlte eine klare Spielidee, das Team entwickelte kaum echte Torgefahr. Dementsprechend lag vor dem Spiel gegen die ähnlich gut sortierten Schwedinnen der Fokus klar auf der Offensive.

Im Achtelfinale wirkten die DFB-Frauen wieder wesentlich frischer in den Beinen und im Kopf, ließen den Ball immer wieder gut zirkulieren und konnten sich vor dem Tor einmal mehr auf ihr Weltklasse-Sturmduo verlassen. Anja Mittag besorgte die Führung, Sasic legte per Doppelpack nach.

Die deutliche Leistungssteigerung war zum Teil auch auf Silvia Neids Personalentscheidungen zurückzuführen. Ausnahmekönnerin Dzsenifer Maroszan musste auf der Bank Platz nehmen, nachdem sie ihre Klasse im bisherigen Turnierverlauf nur schemenhaft aufblitzen ließ. Stattdessen rückte. Ohne Maroszan lief die Offensive wesentlich flüssiger.

Gegen die Französinnen ist Neid nun gezwungen, erneut zu rotieren. Ausgerechnet Saskia Bartusiak, in der Innenverteidigung eigentlich kaum zu ersetzen, holte sich ihre zweite gelbe Karte ab und ist damit für das Viertelfinale gesperrt.

Frankreich

Bisheriger Turnierverlauf: 1:0 vs. England, 0:2 vs. Kolumbien, 5:0 vs. Mexiko, 3:0 vs. Südkorea

Nicht nur bei den Männern, auch bei den Damen gehört Frankreich zu den Top-Fußballnationen auf dem Planeten. Besonders heiß wurden die Französinnen allerdings vor der diesjährigen WM in Kanada gehandelt, da sie neben den USA und mehr noch als die Deutschen das wohl kompletteste Team des Turniers stellen. Von der Torhüterposition bis in den Sturm verfügt die „Equipe Tricolor“ über herausragende Akteure, die zu großen Teilen in den erfolgreichsten französischen Vereinen, PSG und Olympique Lyon ihre Brötchen verdienen. Technisch stellen sie den wohl versiertesten Kader des Turniers.

Insbesondere in dieser Hinsicht sticht Louisa Necib heraus. Die 28-Jährige ist der ganz große Star des Teams und wird in ihrer Heimat als „weiblicher Zidane“ bezeichnet. In der Tat kann sie mit dem Ball hin und wieder ähnlich verrückte Dinge anstellen wie der große Zinedine.

Trotz des großen Teams mit den großen Namen taten sich die Französinnen zu Beginn des Turniers schwer. Die Engländerinnen wurden mit Ach und Krach besiegt, gegen Kolumbien folgte mit der 0:2-Niederlage dann der Super-GAU. Hier zeigte sich, wo die Französinnen Defizite haben: In der defensiven Disziplin und dem Verteidigen als Team. Die Kolumbianerinnen traten geschlossener, motivierter und willensstärker auf und siegten daher verdient über die französischen Individualisten. Die Nerven lagen blank im französischen Team, deren Spielerinnen sich auf dem Platz lautstark angifteten. Wenige Tage später zeigten sie sich dann wieder von ihrer besten Seite. Gegen Mexiko wirkte das Team vollkommen fokussiert und zeigte, was in diesem Modus möglich ist. 5:0 fegte man die Südamerikanerinnen, die nicht wussten wie ihnen geschah, vom Platz. Ähnlich erging es im Achtelfinale den Südkoreanerinnen, die beim 3:0-Sieg der Equipe nicht den Hauch einer Chance hatten.

Langsam aber sicher scheinen Necib, Thomis & Co. also ihre WM-Form gefunden zu haben und wollen nun die Schmach der männlichen Kollegen wettmachen. Die Männer trafen bei der WM 2014 ebenfalls auf Deutschland und unterlagen knapp mit 0:1.

Tipp

Erstmals treffen die deutschen Damen in diesem Turnier auf einen Gegner, der individuell und technisch überlegen ist. Man darf gespannt sein, wie die DFB-Elf mit den Raffinessen der offensivstarken Französinnen zurechtkommen. Ein überaus spannendes Spiel scheint wahrscheinlich, da Frankreich zwar über die besseren Einzelspielerinnen verfügt, Deutschland jedoch ohnehin mehr als Team überzeugt und im Sturm zwei kalte Vollstrecker stehen hat. Die Tagesform und die Chancenverwertung werden daher den Ausschlag geben. Das Fehlen von Bartusiak wird sich bemerkbar machen.

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