Zwei große Namen, die sich beim letzten Turnier ordentlich blamiert haben. Fairerweise sollten wir hier aber auch sagen, dass sich England vor allem spielerisch blamiert hat, während Frankreich auch neben dem Platz ein unglaublich peinliches Bild abgab. Viel besser wurde der Fußball der Franzosen nicht, hinzu kamen in den letzten Jahren auch noch Rassismus-Debatten über die Ausrichtung des nationalen Verbandes. In England feuerte man erst den Trainer und brauchte dann Monate um einen neuen Coach 30 Tage vor der EM zu präsentieren. Beide können also nur gewinnen!

Frankreich geht wie immer mit einer individuell starken Truppe an den Start, aber die Qualifikation war alles andere als überzeugend. Die Vorbereitung konnte sich jedoch blicken lassen und viele sehen in dem Team eine Art Geheimfavorit. Dies ist in meinen Augen sicherlich richtig, aber man muss hier von geheim-geheim sprechen, da das Team am Ende des Tages doch zu viele Schwächen hat. Die größte Schwäche dürfte die Abwehr sein, die in der Vorbereitung stabil schien, aber auch keine große Herausforderung zu bewältigen hatte. Lloris ist ein Top-Torwart, aber Clichy konnte nicht immer überzeugen, ebenso wie Mexes von AC Mailand und auch Debuchy muss erst zeigen wie er sich gegen Topteams durchsetzen kann.

Der Ausfall von M’Vila tut zwar weh, aber Diarra wird mit seinem Erfahrung den defensiven Part im Mittelfeld erfüllen. So ungewiss die Leistungen der Abwehr sind, so stark ist die Offensive. Ribery war zuletzt in guter Form und mit Nasri und Benzema kann das Trio gegen jedes Team treffen. So stark die anderen sind, so smart wäre es ansonsten das Duo Malouda und Cabaye aufzustellen auf den restlichen Positionen im Mittelfeld. Malouda hat schon bei Chelsea gezeigt, dass er auch bei wichtigen Spielen stark aufspielt und Cabaye hat bei Newcastle absolute Konstanz gezeigt. Beide kennen den englischen Fußball, was in diesem Spiel ebenfalls nicht unwichtig sein sollte.

Die Engländer könnten am Ende überraschen, auch weil wir das erste Turnier haben, bei dem sie mal nicht unter Druck sind. Auf der Insel gehen alle von einer Katastrophe aus und trauen dem Team nichts zu. Das war in den letzten Jahren immer anders und produzierte Nervosität. Die Ausfälle von Lampard, Cahill und Berry wiegen natürlich schwer, aber man sollte die Engländer nicht abschreiben. Die Abwehr wird angeführt von Terry und er ist auch die größte Schwäche des Teams, da man wegen ihm Ferdinand zu Hause ließ. Johnson, Cole und Lescott dürften die Abwehrkette komplettieren. Damit hat man eine solide Abwehr, auch wenn sie sicherlich nicht die beste des Turniers ist.

Im Mittelfeld wird es sicherlich schwieriger Lampard zu ersetzen, aber logisch erscheint hier das Quartett aus Milner, Parker, Gerrard und Downing. Parker und Downing sind sicherlich Lotterie-Spieler mit großem Potenzial, aber auch Leistungsschwankungen. Gerrard ist unabdingbar wenn er fit ist. Sein Können, sein Wille und seine Einsatzbereitschaft suchen immer Vergleichbares. Im Sturm deutet heute einiges Auf Carroll hin anstatt Welbeck, weil man davon ausgeht, dass Carroll den Franzosen mehr Probleme bereiten könnte. Schlüsselspieler der Offensive wird jedoch Ashley Young. Er muss hier Verantwortung übernehmen und das Können dazu hat er. Achtet vor allem auf das alte Highspeed-Duo Milner-Young, das damals bei Villa jedem davonlaufen konnte. Die Geschwindigkeit ist hier der Schlüssel, insbesondere wenn Frankreich wirklich auf Mexez setzt in der Abwehr.

Die Engländer werden unterschätzt, dabei haben sie trotz aller Verletzungen ein sehr starkes Team.

Tipp: Asiatisches Handicap +0,25 England – 1,83 bet365

Voraussichtliche Aufstellung Frankreich: Lloris – Debuchy, Rami, Mexes, Clichy/Evra – Cabaye, Diarra, Malouda – Ribery, Nasri – Benzema

Voraussichtliche Aufstellung England: Hart – Johnson, Terry, Lescott, Cole – Downing/Walcott, Gerrard, Parker, Milner – Young – Carroll

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