Etwas überraschend ausgegangen sind die ersten beiden freien Trainings zum Großen Preis von Singapur am Freitag. Im ersten Training fuhr der niederländischen Red-Bull-Racing-Pilot Max Verstappen Bestzeit vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo aus Australien.

Auf Rang drei folgte der Deutsche Sebastian Vettel im Ferrari vor den beiden Mercedes von Lewis Hamilton (Großbritannien) und Nico Rosberg (Deutschland). Im zweiten Training lag dann Rosberg vor dem finnischen Ferrari-Piloten Kimi Raikkönen. Auf den Plätzen folgten Verstappen, Ricciardo, Vettel und Hamilton.

Start in die Asien-Tournee der Formel 1: holt Rosberg die WM-Führung zurück?

Mit dem Rennen in Monza vor zwei Wochen hat die Formel 1 ihre Europa-Auftritte in der diesjährigen Weltmeisterschaft abgeschlossen und geht nun in die Asien-Rennen. Ganze zwei Punkte trennen den WM-Führenden Lewis Hamilton und seinen Teamkollegen Nico Rosberg voneinander. Nachdem Rosberg zu Saisonbeginn mit vier Siegen am Stück bereits einen stattlichen Vorsprung herausgefahren hatte, legte Hamilton eine eindrucksvolle Aufholjagd hin und ging mit der Führung in die Sommerpause.

Nach dieser Unterbrechung von fast vier Wochen zeigte sich Rosberg äußerst stark und holte mit zwei Siegen wieder auf. Nachdem in Spa-Francorchamps die Rückversetzung von Hamilton aufgrund von getauschten Motorteilen auf den letzten Startplatz dem Deutschen in die Karten spielte, nutzte Rosberg in Monza den verzögerten Start von Hamilton aus der Pole-Position und ging an ihm vorbei.

Dass der Brite den Start ins Rennen verpatzte, ist in der diesjährigen Saison schon einige Mal vorgekommen. „Wenn man sich meine Saison ansieht, könnte die Weltmeisterschaft durch schlechte Starts verloren werden, wenn man bedenkt, dass ich viele Rennen von der Pole Position direkt am Start verloren habe“, sagte der dreifache Titelträger. Von den sieben Rennen, in die er von der Pole-Position startete, gelang Hamilton nur dreimal der Rennsieg.

Aber warum sind auf einmal die Starts so herausfordernd geworden? Hamilton begründet dies unter anderem mit den neuen Funkregeln, die es dem Team verbieten, den Fahrern vor dem Start Informationen wie die Kupplungstemperatur zu geben. Weiters ist es nur mehr erlaubt, mit einer Hand zu kuppeln. „Manchmal hat man zu viel Drehmoment und manchmal zu wenig – man weiß nicht, wie es läuft“, so der WM-Titelverteidiger.

Etwas anders sieht dies Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg: „Natürlich hat er (der Start) einen Einfluss. Es ist aber nur eine Sache von vielen, deshalb finde ich nicht, dass das jetzt hervorgehoben werden sollte. Ich hatte heuer schon gute Starts und auch schon einige schlechte, wie in Hockenheim und Ungarn. Man kann aber auch auf der Strecke einen Fehler machen und viele Plätze verlieren“.

Rennabstimmung statt Bestzeit im Fokus bei Mercedes in Pratice 1?

Auf den Blick mag vor allem das Ergebnis aus dem ersten Training mit beiden Mercedes auf Platz vier und fünf etwas überraschend wirken. Der Grund dafür ist aber weniger eine plötzliche Schwäche der „Silberpfeile“, sondern vielmehr ein Test der Reifen. Während die Konkurrenz mit den schnellen Supersoft-Reifen unterwegs war, hatten beide Mercedes diese nur kurz in Verwendung und erzielten ihre schnellsten Rundenzeiten mit den langsameren Softreifen. Dies diente voll als Vorbereitung auf das Rennen am Sonntag.

Für deutlich mehr Aufregung als das Ergebnis hat der Crash von Nico Rosberg gesorgt, der zwölf Minuten vor Trainingsminuten in Kurve 18 frontal einschlug und sich den Frontflügel beschädigte. Von diesem Schrecksekunde zeigte sich der Deutsche wenig beeindruckt und fuhr dann im zweiten Training die Bestzeit. Sein Teamkollege Hamilton hatte hingegen Probleme mit der Hydraulik und musste die Trainingseinheit rund 30 Minuten früher beenden.

Strecke und Temperaturen fordern Fahrer besonders heraus

Der Große Preis von Singapur gilt aufgrund der klimatischen Bedingungen und seiner engen Streckenführung als das härteste Rennen der Saison. Zeigte im ersten Training das Thermometer 31 Grad Celsius Außentemperatur bei 60 Prozent Luftfeuchtigkeit an, so waren es im zweiten Training 28 Grad und 75 Prozent Luftfeuchtigkeit. Aufgrund seiner Nähe zum Wasser wirkt dieses Rennen ähnlich den Rennen in Monte Carlo und in Valencia.

Auch wenn das Rennen in der Nacht unter Flutlicht (1485 Scheinwerfer kommen dabei zum Einsatz) stattfindet, sind die Anforderungen an die Fitness der Fahrer enorm. Mit 26 Kurven umfasst der „Marina Bay Street Circuit“ die derzeit höchste Kurvenanzahl aller aktuellen Formel 1-Strecken. Vergleichsweise lange Geraden wechseln sich mit 90-Grad-Kurven und Haarnadeln ab. Gefahren wird auf dieser Strecke seit 2008. Von den aktiven Fahrern war bisher Sebastian Vettel mit vier Siegen (zuletzt 2015) am erfolgreichsten. Dahinter folgen Lewis Hamilton und Fernando Alonso mit jeweils zwei Erfolgen.

Mit ein Grund für die intensive Vorbereitung von Mercedes schon im ersten Freien Training könnte auch das Debakel im Vorjahr gewesen sein, wo man von Platz fünf und sechs ins Rennen ging und am Ende lediglich einen vierten Platz von Rosberg (Hamilton fiel aus) verzeichnete. Besonders gut zu liegen scheint der Kurs dem Red Bull Team: seit 2010 waren die Roten Bullen mit mindestens einem Fahrer auf dem Podium vertreten.

Tipps und Prognosen

Dass den Ergebnissen am Freitag wenig Bedeutung beizumessen ist, ist bekannt. Nach den Reifentests im ersten Training hat Mercedes im zweiten Training Ernst gemacht und gezeigt, dass man den erste Anwärter auf den Sieg ist. Allerdings wird der Abstand auf die Konkurrenz auf diesem Kurs nicht so deutlich sein wie auf den schnellen Strecken. Beim Großen Preis von Singapur ist der Motor weniger entscheidend als auf anderen Strecken. Teams mit fehlender Power können mit guter Teamstrategie gute Platzierung herausfahren.

In Sachen Sportwetten erscheint Sebastian Vettel äußerst interessant. Wie bereits erwähnt, ist der Deutsche der erfolgreichste Fahrer auf diesem Stadtkurs. Auch wenn er im zweiten Training lediglich auf dem fünften Platz landete: der vierfache Weltmeister ist bei Rennen in Asien stark unterwegs, wo er rund die Hälfte seiner bisher 42 Grand-Prix-Siege feierte. Für einen Sieg wie im Vorjahr müssten schon mehrere Faktoren und Zufälle zusammenspielen. Realistischer, aber auch zugleich interessant von der Quote her erscheint ein Platz unter den besten Drei beim Rennen.

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