Nach der Asien-Tour mit drei Rennen macht die Formel 1 nun zum zweiten Mal in dieser Saison Station auf dem amerikanischen Kontinent. Nach dem Rennen am „Circuit Gilles Villeneuve“ im kanadischen Montreal im Frühjahr geht es nun nach Austin, die Hauptstadt des US-Bundesstaats Texas. Beim Rennen auf dem „Circut of the Americas“ geht es vor allem für den britischen WM-Titelverteidiger Lewis Hamilton von Mercedes AMG F1 um sehr viel. Mit zwei Punkten Vorsprung auf seinen deutschen Teamkollegen Nico Rosberg führte er die Formel 1-Weltmeisterschaft vor den Asien-Rennen an. Nun geht er mit einem Rückstand von 33 Punkten zu einer Strecke, auf der er bereits dreimal gewonnen hat. Ein neuerlicher Erfolg würde seine WM-Chancen wieder erhöhen.

Formel 1 und die USA: eine lang schwierige Beziehung

Zum bereits fünften Mal in Folge bestreitet die Formel 1 ein Rennen auf dem „Circuit of the Americas“, das von den US-Zusehern gut angenommen wird. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Zwischen 2000 und 2007 fanden die US-Rennen in Indianapolis statt. Auf dem dortigen legendären Ovalkurs wurde extra für die Formel 1 ein kurvenreiches Infield errichtet. Die Strecke, die bei den US-Fans als „Heiligtum des Motorsports“ gesehen wird, war aber im Formel 1-Fahrerlager nur mäßig beliebt. Dazu kam auch wenig förderliche Ereignisse wie beim Rennen 2005.

Damals wurde vor dem Rennwochenende ein neuer Belag auf die Strecke aufgetragen, der aber bei den Kundenteams des französischen Reifenherstellers Michelin (damals einer von zwei Lieferanten der Formel 1) zu Reifenschäden an den Hinterreifen führte. Neuer Reifen mit einer anderen Struktur waren kurzfrsitig nicht lieferbar. Nachdem vorgeschlagene Alternativen, wie das Errichten einer zusätzlichen Schikane im Bereich, wo sämtliche Reifenschäden geschahen, vom Bridgestone-Team Ferrari abgelehnt wurde. Daraufhin sprachen die Franzosen an die Teams die Empfehlung aus, aus Sicherheitsgründen nicht am Rennen teilzunehmen. Da die Teams aber aus diversen Gründen (Startgarantie, Deals mit Werbepartner, TV-Verträge) zu einem Start verpflichtet waren, kam es zu einer Farce: Nachdem das gesamte Starterfeld in die Aufwärmrunde gegangen war, bogen sämtliche Michelin-Kundenteams vor der letzten Kurve in die Boxengasse ab und fuhren in die Garagen.

So nahmen lediglich die Teams von Ferrari, Jordan und Minardi ihre Positionen ein. Zum ersten (und hoffentlich auch einzigen) Mal in der Formel 1-Geschichte gingen nur sechs Autos ins Rennen. Die rund 200.000 Zuseher quitierten diese abstrakte Situation mit Pfiffen, Drohgebärden sowie Würfen von Plastikflaschen und Dosen Richtung Rennstrecke. Die danach folgenden sinkenden Zuschauerzahlen sorgten dann mit der mäßigen Beliebtheit dafür, dass man nach dem Rennen 2007 den Vertrag nicht weiter verlängerte und so den USA für fünf Jahre den Rücken kehren sollte.

Spektakel garantiert

Dass der jetzt in Austin ausgetragene Große Preis der USA nun bei Fahrern und Zusehern beliebt ist, hat auch mit der von Hermann Tilke entworfenen Streckenführung zu tun. Einerseits gibt es auf dem 5,513 Kilometer langen Rundkurs mehr schneller Kurven als in Spa-Francorchamps, zugleich aber auch mehr langsamere als am Hungaroring. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn (wie einst auf dem „Autodromo Enzo e Dino Ferrari“ in Imola), wo es auf dem Weg zur ersten der insgesamt 20 Kurven, einer Haarnadel, eine Steigung von 15 Prozent gibt. „Das ist sehr schwierig: Du kommst auf den Hügel und siehst gar nicht wirklich, wo die beste Linie in die Kurve ist“, beschreibt der mexikanische Force India-Pilot Sergio Perez.

Für die Ingenieure und Mechaniker der Formel 1-Rennteams ist dieser Rennkurs eine harte Nuss. Einerseits ist er mit seinen langen Geraden eine Power-Strecke. Andererseits verlangen die langsamen und schnellen Kurven nach Abtrieb und daher nach einer exakten Abstimmung der Aerodynamik. Das Finden eines passenden Setups sowie der idealen Reifen ist jedes Mal eine Herausforderung, vor allem wegen des Wetters. Beim morgendlichen Training herrscht im herbstlichen Austin oft Kälte, während die Nachmittags-Sessions dann unter warmen Temperaturen stattfinden.

Im Vorjahr fand das Rennen im Regen statt, für das kommende Wochenende wird aber trockenes Wetter vorausgesagt. Das bedeutet, dass keine verwertbaren Daten vorliegen und alle bei Null starten. Der „Circut of the Americas“ gilt als Strecke mit hohen Belastungen für Bremsen und Reifen und verlangt nach einer mittleren Downforce-Einstellung. Interessant ist die Tatsache, dass bei drei der bisherigen Rennen das Safety-Car zum Einsatz kam.

Hitzige Duelle sogar teamintern?

Mercedes hofft auf Fairness bei seinen Fahreren, Red Bull auf neuerliche Podiumsplätze

Seit dem vergangenen Rennen in Suzuka vor zwei Wochen steht das Mercedes-Team vorzeitig als Konstrukteur-Weltmeister 2016 fest. Damit haben sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg keinen Teaminteressen mehr unterzuordnen und werden sich au die eigenen Interessen konzentrieren. „Wir müssen sicherstellen, dass der Zweikampf Mann gegen Mann und hoffentlich auch Rad an Rad auf der Rennstrecke ausgetragen wird“, spricht Mercedes-Motorsportchef Toto Wolf das Thema technische Zuverlässigkeit für beide Piloten an. Gleichzeitig werden er und Niki Lauda beschäftigt sein, jegliche Eskalationen zwischen Hamilton und Rosberg zu vermeiden.

Hinter den Mercedes lauern Red Bull Racing und Ferrari auf ihre Chancen. Die Italiener weisen einen Rückstand von 50 Punkten auf das zweitplatzierte Red Bull-Team auf. Seit mehr als einem Jahr ohne Rennsieg, muß die Scuderia nun ordentlich liefern, wenn sie am Saisonende ihrem Anspruch als erster Mercedes-Jäger gerecht werden will. Dagegen spricht aber die derzeitige Form der „Roten Bullen“, denen auch der Streckenverlauf in Austin entgegen kommen könnte. Bisher galt das Team als stark bei Kursen mit langsamen Kurven. Mittlerweile hat man aber auch bei schnellen Passagen ordentlich aufgeholt. Die Vorfreude ist bei Daniel Ricciardo schon groß: „Die Strecke in Austin ist krank. Ich liebe das“.

Tipps und Prognose

Diese positive Entwicklung von Red Bull bei schnellen Streckenabschnitten könnte Red Bull Racing die nächste Podiumsplatzierung einbringen. Nur wer von den beiden jubelt am ehesten vom Podest am Sonntagnachmittag (Ortszeit)? Der Niederländer Max Verstappen hat in dieser Saison mit seinem Sieg im ersten Rennen für Red Bull in Barcelona und einigen Podiumsplätzen seinem Teamkollegen Riccirardo ordentlich Stoff gegeben. Zuletzt allerdings hat der Australier wieder die Oberhand gewonnen und beim Großen Preis von Malaysia gewonnen. Wie bereit erwähnt gab es in Austin des Öfteren Safety-Car-Phasen. Und der Australier ist bekannt dafür, in solchen Situationen sehr klug zu agieren. Auf eine Top 3-Platzierung von Daniel Ricciardo im Rennen am Sonntag bietet bwin eine solide Quote von 2,25.

Tipp: Daniel Ricciardo Top 3 Finish Quote 2,25 bei bwin

Anbieter
Bonus
Link
bwin bonus
€50