Zum dritten Mal in Serie sicherte sich der Deutsche Nico Rosberg von Mercedes AMG F1 die Pole Position beim Großen Preis von Japan in Suzuka. Ganze 13 Tausendstelsekunden bzw. 82 Zentimeter lag er nach dem finalen Teil der Qualifikation vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton aus Großbritannien.

Hinter den Mercedes platzierte sich mit knapp drei Zehntelsekunden Abstand der finnische Ferrari-Pilot Kimi Raikkönen, der seinen deutschen Teamkollegen Sebastian Vettel um acht Hundertstelsekunden auf Platz vier verwies. Red Bull Racing, das zuletzt einen Doppelerfolg beim Großen Preis von Malaysia feierte, kam auf die Plätze fünf (Max Verstappen) und sechs (Daniel Ricciardo).

Beide Mercedes auch mit „Sicherheitsabstimmung“ in der ersten Startreihe

Die Freude über den Pole-Hattrick auf der Honda-Teststrecke war beim aktuellen WM-Führenden Rosberg klarerweise groß. „Es lief das ganze Wochenende schon sehr gut für mich, ich hatte eine gute Balance und habe mich sehr wohl gefühlt im Auto“, sagte Rosberg nach dem Qualifying. Zum Rennsieg sei es aber noch ein weiter Weg. „So viel zählt das Qualifying auch nicht, das weiß ich zu gut“, spielte der Deutsche auf die Tatsache an, dass er in Suzuka noch ohne Rennsieg ist.

Für Hamilton war der geringe Rückstand auf seinen Teamkollegen nicht wirklich schlimm: „Ich bin glücklich mit meinem Qualifying. Es war ein Wochenende mit viel Arbeit. Das ganze Wochenende ist nicht so einfach für mich, bin nicht so stark wie letztes Rennen. Wir haben einige Änderungen vorgenommen noch vor der Quali. Wenn man das einbezieht, bin ich sehr zufrieden. Ich habe alles gegeben. Außerdem: man muss hier nicht auf Pole stehen, um zu gewinnen“, sagte der WM-Titelverteidiger, der zuletzt zweimal in Suzuka von Startposition zwei aus zum Rennsieg fuhr.

Der Vorsprung von Mercedes auf die Konkurrenz in der Qualifikation war etwas geringer als zuletzt. Hintergrund ist, dass das Team die Ursache für den plötzlichen Motorschaden von Hamilton in Sepang noch nicht restlos aufklären konnte und sich daher für eine etwas konservativer Abstimmung entschieden hat. Diese umfasst unter anderem ein konservatives Motoröl sowie einige Einschränkungen bei den Motormodi. „Wir sind nicht so scharf gefahren, wie wir könnten“, sagte Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Ziel der Vorsichtsmaßnahmen sei es, die Belastung auf die Kurbelwellenlager, was den Motorschaden bei Hamilton auslöste, zu reduzieren. „Das hat auch im Rennen einen Effekt auf die Rundenzeit. Der Nachteil ist da nicht so groß wie im Qualifying“, so Wolff.

Ferrari schlägt Red Bull auch im Qualifying

Entgegen den Meinungen vieler Experten hatte Ferrari im Qualifying die Nase vor Red Bull. „Das ist ein sensationelles Ergebnis. Man hat uns zuvor nachgesagt, dass wir keine Chance haben würden, weil unser Auto zu schlecht ist“, sprach ein gut aufgelegter Sebastian Vettel. Mit ein Grund waren laut dem Deutschen einige Updates, die man vor dem Rennwochenende noch in den Wagen verbaut hatte.

Bis diese Überarbeitungen sich auswirkt hatten, verging allerdings einige Zeit. Am Freitag hatten Vettel und Raikkönen noch über fehlenden Grip, vor allem im ersten Streckensektor, geklagt. „Ich bin positiv überrascht, wie sich das Auto verhalten hat. Ich habe nicht gedacht, dass wir so schnell und so nah an Mercedes sein würden. Zu Beginn des Qualifying hatten wir zunächst noch dieselben Balanceprobleme im ersten Sektor wie am Freitag. Erst in Q3 lief es dann“, so Raikkönen.

Aufgrund seiner Strafversetzung wegen der bereits erwähnten Kollision mit Rosberg in der ersten Kurve von Sepang wird Vettel morgen nicht neben Raikkönen ins Rennen gehen, sondern nur von Position sieben. Dennoch ist der vierfache Weltmeister zuversichtlich. „Selbst mit der Strafe sind wir jetzt noch in Reichweite der Autos vor uns“, so Vettel, der auf der etwas sauberen Seite steht. Auf die Frage, wie nach dem Vorfall in Sepang ins Rennen gehen würde, meinte der Deutsche: „Man kann nicht vorhersagen, welche Lücken sich dann auftun. Wenn ich der Meinung bin, dass es reicht und gut ist, werde ich die Chance ergreifen“.

Haas mit beiden Wagen in Top 10, Klatsche für McLaren

Hinter den Top 3-Teams platzierten sich beide Piloten von Force India und Haas. Während die Inder damit an ihre starken Leistungen zuletzt anknüpfen und im Kampf um Platz vier bei den Konstrukteuren gegenüber Williams (Bottas und Massa schieden in Q2 aus) weiter gute Karten haben, war die Leistung von Haas sensationell. Erstmals in seiner Teamgeschichte schafften die US-Amerikaner mit beiden Wagen den Sprung in Q3. Das führte schlussendlich zu den Startpositionen acht (Romain Grosjean) und zehn (Esteban Gutierrez).

Mit etwas Glück hätte es sogar für die Top 6 gereicht: Grosjean erzielte auf die Tausendstel genau dieselbe Zeit wie der mexikanische Force India-Pilot Sergio Perez. Da aber Perez die Zeit zuerst erzielte, wurde der Franzose dahinter gereiht. Zusätzlich wurde Sebastian Vettel genau zwischen den beiden Piloten gereiht. Dazu kam auch noch eine Fehlfunktion von DRS in der letzten Kurve.

Dennoch war die Freude bei Haas über die beste Startposition in der Teamgeschichte sehr groß. Ähnlich wie bei Ferrari wurden einige Updates vor dem Rennwochenende durchgeführt. „Wir haben alles mitgebracht was wir hatten und wir haben es geschafft, alles zum Arbeiten zu bringen“, so Grosjean. Bezüglich etwaigen Punkten am Rennende zeigte sich der Franzose aber zurückhaltend: „Suzuka ist ein langes Rennen auf einer schwierigen Strecke. Die Reifenabnutzung wird wichtig sein. Hoffentlich ist die Rennbalance so gut wie in der Qualifikation, dann sollte alles ok sein“

Ganz gegensätzlich verlief die Qualifikation für das McLaren-Honda Team. Beim Heimrennen von Honda wird das Team nur von den Positionen 16 (Fernando Alonso) und 17 (Jenson Button) starten. Die Befürchtung der beiden Ex-Weltmeister nach den Freitag-Trainings („Unsere Pace ist im Vergleich zur Konkurrenz zu wenig“) hat sich bestätigt. Für Alonso steht fest: „Ohne Regen beim Rennen wird es für uns schwierig Punkte zu holen“.

Tipps und Prognosen

Die Hoffnung von Alonso auf Nässe im Rennen ist nicht aus der Luft gegriffen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag zieht eine Unwetterfront über Suzuka hinweg. Bis zum Rennstart sollten die Wolken aktuellen Wetterprognosen zufolge in Richtung Meer abgezogen sein und kein Regen mehr fallen. Dennoch ist unklar, ob die Strecke bis 14:00 Uhr Ortszeit abtrocknet und auf Slicks gestartet werden kann, oder Intermediates beziehungsweise Regenreifen zum Einsatz kommen müssen. Ist letzteres der Fall, könnte der Start hinter dem Safety Car erfolgen.

Diese Tatsache lässt bei den Teamstrategen die Köpfe gewaltig rauchen. Bei den Long-Run-Tests am Freitag zeigten sich die Red Bulls auf den harten Reifen, die (bei Trockenwetter) zumindest einmal im Rennen eingesetzt werden müssen, sehr stark. Auf den Soft-Reifen hingegen waren Ferrari und Mercedes am schnellsten.

Geht man davon aus, dass es bereits zum Start aufgetrocknet hat, dann könnte das Ferrari gegenüber Red Bull in die Karten spielen. Im Gegensatz zu Verstappen und Ricciardo haben Raikkönen und Vettel die für Suzuka wenig geeigneten Medium-Reifen vollständig verbraucht und dafür noch jeweils einen Satz neuer Soft-Reifen zur Verfügung. Angesichts der Berechnung von Pirelli, dass eine Drei-Stop-Strategie mit drei Stints auf „Soft“ und einem auf „Hard“ die schnellste für das Rennen sein sollte, ist das ein ziemlicher Vorteil für die Scuderia. Die Alternativstrategie mit zwei Stops und einem Stint auf „Soft“ weniger wird von Pirelli als langsamer betrachtet.

Diese Tatsachen, die historische Seltenheit von Regen in Suzuka (einmal in den vergangenen 15 Jahren) und seine starken Trainingszeiten könnten daher Kimi Raikkönen einen Platz auf dem Podium am Sonntag bescheren. Die Quote dafür ist äußerst lukrativ: 2,50 bei bwin.

Tipp: Kimi Raikkönen Top 3 Race Finish Quote 2,50 bei Bwin

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