Nach einem turbulenten Rennen in Sepang, das mit einem Doppelsieg der Red Bulls endet, zieht es die Formel 1 nun zur letzten Station auf dem asiatischen Kontinent, und zwar zum „Suzuka International Racing Course“ in Japan. Dabei könnte es möglicherweise zu einer Vorentscheidung in der Weltmeisterschaft kommen. Sollte Nico Rosberg das Rennen gewinnen, reichen ihm in den verbleibenden vier Rennen Zielankünfte direkt hinter seinem Teamkollegen und WM-Rivalen Lewis Hamilton, um sich zum Weltmeister zu krönen.

Teststrecke von Honda mit hoher Beliebtheit bei Fahrern

Die Strecke in Suzuka besteht bereits seit 1962, wo sie als Teststrecke vom Automobilhersteller Honda eröffnet wurde. Erstmals fand ein Formel 1-Rennen hier im Jahr 1987 statt (Sieger: Gerhard Berger auf Ferrari). Als einzige aller aktuellen Formel 1-Rundkurse hat Suzuka die Bauform einer Acht, wodurch sich die Anzahl der Links- und Rechtkurven in etwa die Waage hält.

Für ein gutes Ergebnis auf dieser Strecke sind hohe fahrerische Fähigkeiten gefragt. Durch das verwinkelte Layout mit vielen Kurvenkombinationen hat die Strecke einen ganz eigenen Fluss, an den sich die Fahrer schnell gewöhnen sollten. Denn durch die vorhandenen (und mittlerweile selten gewordenen) Kiesbette abseits der Strecke werden etwaige Fahrfehler doppelt bestraft. Dazu kommt das japanische Publikum, welches ähnlich motorsportverrückt ist wie die italienischen Zuseher in Monza oder früher in Imola.

Bei der Abstimmung gilt es einen guten Kompromiss aus Abtrieb („Downforce“) oder Höchstgeschwindigkeit zu finden. Zwar ist der Vollgasanteil in einer Runde unter 50 Prozent, was selten ist in der Formel 1. Jedoch sind die besten Überholmöglichkeiten auf den beiden Geraden des Kurses, was nach starken Motoren verlangt. Bei zuwenig Abtrieb jedoch fehlt aber dann der Grip für die schnellen Kurven wie etwas bei der „130R“, die als Mutkurve gilt. Hier biegen die Fahrer mit etwas mehr als 300 km/h um die Ecke und es wirken Kräfte von bis zu 4g auf die Fahrer.

Regen für Sonntag angekündigt

Normalerweise sind die Wetterverhältnisse beim Großen Preis von Japan trocken. In den vergangenen 15 Jahren regnet es ein einziges Mal beim Rennen. Für das diesjährige Rennen jedoch geht die Wetterexperten von Schauern und Gewittern aus. Sollte dies während des Rennens tatsächlich eintreffen, würde das sämtliche Strategien über den Haufen werfen. Generell gilt Suzuka als Zwei-Stopp-Rennen mit starken Belastungen an die Reifen, wodurch die härteren Mischungen zum Einsatz kommen. Bei Nässe jedoch wird die Strecke zu einer noch größeren Herausforderung, als sie schon ist.

Mercedes: Hamilton unter Druck

Wie bereits eingangs erwähnt, ist für den britischen Titelverteidiger Lewis Hamilton ein Sieg in Suzuka äußerst wichtig, um die Chancen, die WM-Titel aus eigener Kraft zu holen, lebendig zu halten. Nach dem unerwarteten Ausfall durch Motorschaden in Führung liegend beim letzten Rennen war Hamilton sehr gereizt gewesen, und das aus gutem Grund. Von allen Fahrern mit Mercedes-Antrieb im Starterfeld trafen ihn mit Abstand die meisten Defekte.

„Irgendjemand muss etwas dagegen haben, dass ich erfolgreich bin“, sagte der Weltmeister in einer ersten Reaktion nach dem Ausfall in Sepang, um einige Stunden später zu beschwichtigen: „Ich meinte damit „höhere“ Mächte. In mein Team habe ich vollstes Vertrauen“. Von den Mercedes-Teamchef Niki Lauda und Toto Wolff kam es dafür keine Rüffel, sondern Verständnis „Direkt nach dem Ausfall und in der Emotion ist es verständlich“, meinte Niki Lauda. Für Suzuka ist Hamilton zuversichtlich: im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Rosberg konnte er hier schon gewinnen, und das sogar zweimal.

Zweites „Heimrennen“ für McLaren-Honda

Während es bei Mercedes neben der Fahrer-WM auch noch darum geht, einen entscheidenden Schritt in Richtung Konstrukteur-WM zu setzten, geht es beim McLaren-Honda darum um einen anständigen Aufritt auf der nach Silverstone zweiten „Hausstrecke“. Zuletzt waren die Ergebnisse für das britisch-japanische Team positiv. In den vergangenen vier Rennen fuhr der Spanier Fernando Alonso dreimal auf den siebten Platz.

„Wir sind definitiv zufrieden mit dem Fortschritt in diesem Jahr. Wir können mit Teams wie Williams und Force India kämpfen“, sagte der zweifache Weltmeister. Beim vergangenen Rennen in Sepang war bei seinem Wagen die Power Unit gewechselt worden, was eine Rückversetzung auf den letzten Startplatz hatte. Gleichzeitig wurde dabei aber auch eine neue Ausbaustufe verbaut, die den Speed des McLaren erhöhen sollte, was dann auch gelang.

Tipps und Prognose

„Es wäre fantastisch, wenn mir beim Heimrennen von Honda in den Punkten landen würden“, sagte Alonso kürzlich. Es ist davon auszugehen, dass Honda im Vorfeld alles Mögliche dafür tut, damit dies möglich wird. Die Strecke von Suzuka mit den schnellen Kurven ist zwar nicht maßgeschneidert für das Team von McLaren-Honda, aber das Selbstvertrauen ist durch die doppelte Punkteausbeute in Malaysia sicher gestiegen.

Reicht es möglicherweise sogar für weiter vorne? Die neue Ausbaustufe der Power Unit von Honda wird Alonso konkurrenzfähiger machen als zuvor. Das angekündigte Regenwetter könnte den Leistungsnachteil der McLaren-Hondas gering halten und die fahrerischen Fähigkeiten sehr wichtig machen. Und diese hat der Spanier, der 2006 das Rennen gewann, zweifellos. Dazu kommen die immer wieder auftretenden Probleme bei Hamilton sowie die durchwachsenen Ergebnisse von Vettel, der nach seiner Kollision mit Rosberg in Sepang ein Versetzung um drei Startplätze in Japan ausgefasst hat.

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