Zum vierten Mal in der Formel 1-Geschichte findet das letzte Rennen der Saison auf dem „Yas Marina Circuit“ in Abu Dhabi, welches zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört und zugleich dessen Hauptstadt ist, statt. Wie schon 2010 und 2014 ist die Fahrerweltmeisterschaft vor dem Rennen noch offen. Für den Titel kommen wie schon vor zwei Jahren nur noch die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Frage.

Dieses Mal sind jedoch die Rollen vertauscht. War Hamilton damals mit 17 Punkten Vorsprung ins Rennen gegangen (welches er später auch gewann), befindet er sich dieses Mal mit 12 Punkten Rückstand in der Rolle des Jägers. Dies bedeutet folgendes: sollte der Brite das Rennen gewinnen, reicht dem Deutschen ein dritter Platz zum erstmaligen Titelgewinn.

Rennen mit Tag und Nacht

Seit 2009 durchgehend im Formel 1-Kalender zu finden, ist der Große Preis von Abu Dhabi ein Rennen mit einigen interessanten Streckenabschnitten und hohen Sicherheitsvorkehrungen. Dazu kommt die Besonderheit des Rennzeitpunktes. Nach dem Start bei Tageslicht (17:00 Uhr Ortszeit) setzt nach ungefähr 30 Minuten die Dämmerung ein, wodurch zahlreiche Scheinwerfer zum Einsatz kommen. Zum Zieleinlauf, der normalerweise nach 55 Runden erfolgt, ist es bereits dunkel in der Wüstenmetropole.

Entworfen wurde die Strecke vom „Hausarchitekten“ der Formel 1, dem Deutschen Hermann Tilke. Gegen den Uhrzeigersinn werden auf einer Länge von 5,554 Kilometer neun Rechts- und elf Linkskurven durchfahren. Spektakulär und einzigartig ist bei diesem Rennen die Boxenausfahrt, die durch einen Tunnel unter der Auslaufzone der ersten Kurve verläuft und erst nach der zweiten Kurve wieder zurück auf die Strecke führt. Hintergrund dieser baulichen Besonderheit war der Fokus auf Sicherheit, der sich auch in der Streckenbegrenzung fortsetzt. Besteht diese bei den meisten Rennen aus Reifenstapeln, so wird in Abu Dhabi auf luftgefüllte Kunststoffbarrieren gesetzt.

Am erfolgreichsten von allen Fahrern war bisher der Deutsche Sebastian Vettel mit drei Siegen gefolgt von Lewis Hamilton, der zwei Rennen für sich entscheiden konnte. Jeweils einmal gewannen Nico Rosberg und der Finne Kimi Raikkönen. Zweiterer sorgte bei der Fahrt zu seinem Sieg 2012 (damals auf Lotus) für einige Schmunzler, als er auf die Hinweise seines Teams während einer Safety-Car-Phase via Funk mit den Worten „Leave alone, I know what I’m doing“ antwortete.

Rosberg kurz vor dem Ziel WM-Titel, Hamilton braucht doppelte Schützenhilfe

Auch wenn Lewis Hamilton zuletzt drei Rennen in Folge gewinnen und seinen Rückstand um 21 Punkte reduzieren konnte: Nico Rosberg steht kurz davor, sich zum Formel 1-Weltmeister 2016 zu küren. „Es ist ein großartiges Gefühl, im dritten Jahr in Folge mit Lewis um den WM-Titel zu kämpfen“, sagte der Deutsche kürzlich. Für das Rennen geht er von guten Chancen auf den Rennsieg aus: „Ich habe gute Erinnerungen aufgrund meines Sieges im Vorjahr“, so Rosberg, der zudem bei den vergangenen beiden Rennen von der Pole Position startete.

Ganz anders sieht es hingegen beim Weltmeister der beiden vergangenen Saisonen, Lewis Hamilton, aus. Wie bereits erwähnt, reicht Hamilton ein Sieg nicht, wenn Rosberg es auf das Podium schafft. „Es scheint unmöglich zu sein, egal was ich tue. Aber ich kann und will nicht aufgeben“, so der Titelverteidiger, der mit seinem Motorschaden in Sepang, wo er in Führung liegend ausfiel, die WM-Führung abgab. Aber gerade dieses Negativ-Erlebnis, das damals völlig unangekündigt eintrat, lässt den Briten auch Hoffnung schöpfen: „Man weiß nie genau, was passiert. Egal, wie unmöglich es scheinen mag“.

Beim Mercedes-Team liegt der Fokus darauf, dass beide Piloten mit technisch einwandfreien Boliden ins Rennen gehen können. „Wir müssen Nico und Lewis die Basis geben, um ihren Kampf bis zur Zielflagge untereinander auszufechten“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Red Bull sieht Chance auf Rennsieg aufgrund des WM-Duells

Durch das WM-Duell zwischen Rosberg und Hamilton sieht das Red-Bull-Team, das bereits als Vizeweltmeister bei den Konstrukteuren feststeht, gute Chancen auf einen Sieg am Sonntag. Christian Horner, Teamchef von Red Bull, begründet dies so: „Wenn Lewis das Rennen anführt und klug fährt, dann wird er die Autos hinter sich ein bisschen einbremsen, damit es da ein bisschen Racing gegeneinander gibt. Das ist der einzige Weg, das Ergebnis in seine Richtung zu beeinflussen“.

Zusätzlich geht man von einer konservativen Taktik von Nico Rosberg aus, vor allem in der Startphase. „Die erste Runde könnte interessant werden. Alles, was Rosberg tun muss, ist Dritter zu werden, wenn Hamilton gewinnt. Er muss nicht Dritter nach der ersten Runde sein“, sagte der australische Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo. Normalerweise seien die Mercedes zu schnell für die „Roten Bullen“. „Wenn sie aber in der ersten Runde vorsichtig sind, werde ich versuchen, daraus einen Vorteil zu ziehen“, so Ricciardo, der bereits fix als WM-Dritter feststeht.

Pirelli bringt „Ultrasoft“ erstmals nach Abu Dhabi

Für das kommende Wochenende wird trockenes Wetter bei Temperaturen zwischen 30 und 32 Grad Celsius vorausgesagt. Wie in den Rennen zuvor wird also Nässe keine Rolle spielen. Dafür wird aber ein anderes, für diese Region typisches, Wetterphänomen eintreten: durch mäßig bis lebhaften Wind aus nördlicher Richtung wird am Wochenende Wüstenstaub in die Region um Abu Dhabi gelangen. Die Auswirkungen auf Qualifying und Rennen sind noch nicht absehbar. Möglicherweise könnte die Sicht etwas eingeschränkt sein.

Wie bereits erwähnt, findet das Rennen sowohl am Tag als auch in der Nacht statt. Dies bedeutet auch unterschiedliche Temperaturen im Verlauf des Rennens, was auch die Wahl der Reifen beeinflussen wird. Erstmals bei einem Rennen in Abu Dhabi bringt der Reifenlieferant Pirelli mit „Ultra Soft“ die weichste Mischung. Die weiteren Optionen sind „Supersoft“ und „Soft“. „Diese Strecke stellt die Reifen in vielerlei Hinsicht auf die Probe. Der Ultra Soft kann einen Speed-Vorteil verschaffen“, sagte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery.

Der Großteil des Fahrerfelds hat bei der Reifenwahl auf sechs oder sieben Sätze „Ultra Soft“ gesetzt. Einzig der Deutsche Nico Hülkenberg tanzt hierbei aus der Reihe. Der Force-India-Pilot entschied sich für acht Sätze der „Ultrasofts“ und damit für die aggressivste Herangehensweise. Etwas konservativer fiel die Wahl bei beiden Red Bulls aus. Max Verstappen und Daniel Ricciardo haben sich für jeweils fünf Sätze der soften Reifen und nur sechs ultrasofte Sätze entschieden.

Zum zweiten Mal in Folge verzichtet Mercedes auf eine unterschiedliche Herangehensweise bei Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Vor dem Brasilien-GP war es bei den Silberpfeilen üblich, leicht zu variieren, um in der Rennsimulation am Freitag auf unterschiedlichen Mischungen testen zu können. Im WM-Showdown setzen beide auf einen Mix aus vier Sätzen „Soft“, zwei Garnituren „Supersoft“ und sieben Mal „Ultra Soft“.

Tipps und Prognosen

Die Hoffnung von Red Bull, dass sich aufgrund des WM-Duells zwischen den Mercedes-Piloten eine Chance auf einen Sieg beim Rennen ergeben könnte, klingt etwas verwegen, aber nicht unrealistisch. Hamilton braucht doppelte Schützenhilfe, einfach vorne wegfahren reicht nicht. Rosberg spricht zwar davon auf den Sieg gehen zu wollen, wird aber vermutlich es eher auf eine sichere Ankunft hinter Hamilton anlegen. Unter normalen Umständen, sprich ohne Zwischenfall in der ersten Runde, sollten aber beide Mercedes vorne wegfahren und sich im Verlauf des Rennens von der Konkurrenz absetzen.

Zuletzt hat Max Verstappen wieder für positive Schlagzeilen gesorgt, als er in den letzten 16 Runden eines verregneten Großen Preises von Brasilien von Rang 14 noch auf den dritten Platz fuhr. „Es war eine der besten Leistungen, die ich je in der Formel 1 gesehen habe”, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Dazu kommt, dass Verstappen noch die Chance hat, Sebastian Vettel von Rang vier in der Fahrer-WM zu verdrängen. Verstappen sagte zwar: „Wenn ich Vierter werde, ist das ein Bonus. Aber wenn ich Fünfter werde, ist das toll für mich. Am Ende des Tages macht das keinen Unterschied, weil ich bin nur hier, um Erster zu werden“.

Dennoch wird der Niederländer auch beim letzten Rennen der Saison mit voller Motivation dabei sein und jegliche Chance auf ein Topresultat eiskalt ausnützen. In Sachen Wetten erscheint uns daher das Setzen auf Max Verstappen Top 3 Finish sehr lukrativ. Ladbrokes bietet dafür eine Quote von 2,1 an.

Tipp: Max Verstappen Top 3 Finish Quote 2,1 bei Ladbrokes

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