Nico Rosberg von Mercedes AMG F1 wird beim Großen Preis von Singapur auf dem „Marina Bay Street Circuit“ von der Pole Position starten. Der Deutsche markierte im finalen Teil des Qualifikationstrainings mit 1:42.584 min eine überlegene Bestzeit. Neben ihm wird am Sonntag der Australier Daniel Ricciardo von Red Bull Racing stehen, der in der Qualifikation fast sechs Zehntel Rückstand hatte.

„Nur“ auf Platz drei landete der aktuelle WM-Führende Lewis Hamilton. Auf den Plätzen folgten der zweite Red Bull-Pilot Max Verstappen (Niederlande) und der Finne Kimi Raikkönen im Ferrari. Ganz großes Pech widerfuhr dem Rekordsieger von Singapur und Raikkönen-Teamkollegen Sebastian Vettel (Deutschland). Ein technischer Defekt auf der ersten gezeiteten Runde ließ keine konkurrenzfähige Runde im Q1 zu, womit der Deutsche morgen von Startplatz 22 ins Rennen gehen wird.

Rosberg stolz auf Bestzeit, Red Bulls zocken bei Reifen

„Das war eine meiner drei besten Runden ever. Ich bin so froh, dass es auch noch an meinem 200. GP-Wochenende passiert ist.“, sagte Rosberg nach der Qualifikation. Der erste Verfolger von Hamilton in der Weltmeisterschaft hat zudem einen neuen Rundenrekord auf dem „Marina Bay Street Circuit“ aufgestellt und wird zum 29. Mal in seiner Formel 1-Karriere vom ersten Startplatz ins Rennen gehen.

Neben dem Deutschen steht der Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo, der wie sein Teamkollege Max Verstappen im zweiten Teil der Qualifikation auf eine eigenwillige Reifenstrategie setzte. Im Gegensatz zu Mercedes und Ferrari, die auf Ultrasoft-Reifen setzten und mit diesen ins Rennen gehen werden, wählten die „Roten Bullen“ die supersoften Pneus. „Mein Rhythmus war gut und das Rennen auf Supersoft zu starten ist gut. Das wird einen Unterschied machen“, sagte Ricciardo.

Für Lewis Hamilton bedeutet der Startplatz drei ein Handicap im Kampf um die Weltmeisterschaft mit seinem Teamkollegen Rosberg. „Es ist nicht frustrierend, nur nicht mein Wochenende bislang gewesen“, meinte der Brite, dem ein Hydraulikproblem im zweiten Freitagstraining wertvolle Zeit zum Testen kostete. „Wir müssen jetzt das wahre Potential des Autos zeigen. Hoffentlich gelingt das morgen“, zeigte sich Hamilton kämpferisch.

Ferrari hofft auf Safety Car-Phasen im Rennen nach verpatztem Qualifying

Ernüchternd war die Stimmung bei Ferrari nach dem Qualifikationstraining. Aufgrund der Zeiten in den Freitagtrainings hatte man auf die erste Startreihe gehofft. Die Chancen darauf halbierten sich gleich im Q1, als Sebastian Vettel mit einem technischen Gebrechen (vermutet wird ein defekter Stabilisator auf der Hinterachse) keine konkurrenzfähige Runde erzielen konnte und damit sein Arbeitstag frühzeitig zu Ende war.

Sein Teamkollege Kimi Raikkönen, der in den Trainings zuvor überraschenderweise immer vor Vettel lag, gelang am Ende nur die fünftschnellste Zeit. „Das Auto ist schon gut. Wir sind hier stark. Das Auto hat sich sehr gut verhalten heute, aber wir hatten einfach nicht das Glück und es fehlt ein bisschen an Grip“, meinte der Finne, der nach dem ersten Run im Q3 noch auf Platz drei gelegen war.

Nachdem die Red Bulls aber dann kräftig nachlegten, musste Raikkönen im zweiten Run mehr riskieren. „In meiner letzten schnellen Runde habe ich so ein paar Fehler gemacht, bin in Kurve eins zu weit rausgekommen. Aber du musst auf dem finalen Run eben mehr probieren. Den Rest der Runde habe ich dann versucht noch mehr zu riskieren, aber ich hatte nicht mehr den Grip“, beschrieb der „Iceman“ seine letzten Versuch.

Trotzdem ist Raikkönen für das Rennen zuversichtlich: „Wir geben unser Maximum und werden versuchen, ein paar Positionen zu gewinnen. Das Auto ist schnell genug dafür“. Auf die Frage, ob die Red Bulls mit den härteren Supersoft einen Vorteil gegenüber Ferrari im Rennen hätten, meint der Finne: „Wir haben das getan, was wir für das Beste gehalten haben. Singapur ist ein sehr langes Rennen, in dem sehr viel passieren kann. Da musst du immer richtig mit dem Timing liegen – und es kann Safety Car-Phasen geben“.

Ähnlich sieht es auch Teamkollege Vettel, der trotz dem letzten Startplatz das Rennen nicht abgeschrieben hat: „Es wird ein anderes Rennen, aber es könnte sein, dass uns das Safety-Car dahin bringt, wo wir hingehören. Das Rennen dauert hier meist zwei Stunden und da kann immer viel passieren. Da wäre es dumm zu sagen, dass man als Letzter nur ein oder zwei Punkte holen kann“, so der Deutsche, der einen wichtigen Vorteil für das Rennen hat. Aufgrund seines Aus in Q1 hat er freie Wahl bei den Reifen und kann daher kurzfristig für das Rennen taktieren.

Tipps und Prognosen

Im morgigen Rennen könnte der Kampf um einen Platz am Podium sehr interessant werden. Mit seinen bisherigen Rundenzeiten in den Trainings und zuletzt sehr überzeugenden Leistungen ist Nico Rosberg der ganz klare Favorit auf den Rennsieg. Dahinter aber könnte es aber eng werden. Während die Red Bulls mit den gewählten Supersoft-Reifen einen längeren ersten Stint als Mercedes und Ferrari hinlegen können, sitzt Hamilton im besten Wagen der diesjährigen Saison. Für Raikkönen sprechen die guten Starts in der bisherigen Saison und seine starken Leistungen bei Nachtrennen. In Singapur stand der Finne schon zweimal als Dritter am Podium.

Darüber hinaus wird es interessant werden, wohin die Aufholjagd von Sebastian Vettel im Rennen führen wird. Wie bereits erwähnt, ist der vierfache Weltmeister der Rekordsieger in Singapur und fühlt sich auf dieser Strecke sehr wohl. In die Karten könnte ihm der Fakt spielen, dass es bei den Rennen in Singapur in der Vergangenheit immer wieder zu Safety Car-Phasen gekommen ist. Ganz berühmt ist dabei der Abflug vom Renault-Piloten Nelson Piquet jr. 2008, der von seinem damaligen Teamchef Flavio Briatore befohlen wurde, um eine Safety Car-Phase zu provozieren, was dann zum Sieg des zweiten Renault-Piloten Fernando Alonso führte. Der Betrug flog später auf und führte dann zum Ausschluss von Briatore aus der Formel 1, der schon in den 1990er-Jahren bei Benetton mit zwielichtigen Aktionen aufgefallen war.

In den Trainings gab es sowohl am Freitag sowie am Samstag immer wieder Fahrer, die die Begrenzungsmauer berührten, sowie diverse Abflüge, die dann aufgrund der schmalen Auslaufzonen zu Unterbrechungen führten. Solche Zwischenfälle im Rennen könnten Vettel in die Karten spielen. Dass der Ferrari an und für sich schnell ist, zeigen die Rundenzeiten am Freitag und Samstagvormittag. Die Kombination aus Lieblingsstrecke, starkem Wagen und freier Reifenwahl bringt Vettel sehr gute Chancen auf einen Sprung ins Spitzenfeld. Eine Top 6-Platzierung im Rennen erscheint daher durchaus realistisch.

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