Im Vorfeld wurde viel über die Auswirkungen der Überarbeitungen beim „Sepang International Circuit“ gesprochen. Nach dem ersten Trainingstag haben sich diese Diskussionen erübrigt, zumindest bei den vorderen Positionen. Sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag waren beide Mercedes tonangebend. Dahinter folgten jeweils die Ferraris, die damit den Aufwärtstrend in der zweiten Saisonhälfte bestätigen. Die Red Bulls lagen zwar beide hinter den Italienern zurück, haben aber bei den Longruns am Nachmittag sehr schnelle Durchschnittsrundenzeiten erzielt

„Rauchzeichen“ zum Auftakt

Zum Start in das Rennwochende in Sepang ging es gleich feurig zu, und zwar in Form eines brennenden Renaults. Dessen Pilot, der Däne Kevin Magnussen, konnte sich mit einem beherzten Sprung aus dem Cockpit gerade noch vor den Flammen retten. Erst nach mehreren Versuchen gelang es, das Feuer in der Boxengasse zu löschen. Daraus resultierte eine Unterbrechung für 15 Minuten.

Nach dem Restart des Trainings zeigten dann die Mercedes dann ordentlich auf, zumindest auf einer Runde. Im ersten Training lag Nico Rosberg knapp zwei Zehntel vor seinem Stallgefährten Lewis Hamilton. Der bestplatzierte Nicht-Mercedes-Pilot Sebastian Vettel (Ferrari) einen Rückstand von 0,661 Sekunden auf. Sein Teamkollege Kimi Raikönen lag als Vierter bereits 0.898 Sekunden zurück. Am Nachmittag drehte Hamilton dann den Spies um und lag zwei Zehntelsekunden vor Rosberg. Trotz der Doppelführung in beiden Trainings ist man bei Mercedes groß am Tüffeln. Bei den Longruns war man nämlich auf dem gleichen Niveau wie die Ferraris und die Red Bulls.

Ferrari tatsächlich die zweite Kraft in Sepang ?

Es scheint, dass die hohen Temperaturen den Ferraris sehr entgegen kommen. In beiden Trainings lag man mit beiden Autos vor den Red Bulls. Schon in der Vergangenheit trumpften die Roten auf, wenn die Temperaturen tropische Werte erreichten. „Historisch gesehen scheinen wir gut zu sein, wenn es warm ist. Heute war es ziemlich warm. Aber Malaysia ist immer warm“, sagte Sebastian Vettel nach dem Training. „Unsere Pace hat nicht zu schlecht ausgesehen, zumindest wurde mir das im Auto gesagt“, so der Deutsche, der im Vorjahr das Rennen gewann.

Hinter Vettel platzierte sich sein Teamkollege Raikkönen, der etwas überrascht über seine Zeiten war. „Ich hatte während der ganzen Sessions kein gutes Gefühl im Auto und bin überrascht, dass die Rundenzeit gar nicht so schlecht war. Mein Gefühl war weit weg von dem, was ich wollte“, so der „Iceman. Angesprochen auf die Aussagekraft der Zeiten trat der Finne auf die Euphoriebremse. „Ich habe mich auf mein Programm konzentriert. Wir müssen uns nun hinsetzen und die Dinge durchgehen. Es ist noch viel Arbeit zu erledigen, aber ich bin sicher, dass wir uns für morgen verbessern können“, ist er zuversichtlich.

Red Bull im Verfolgerfeld mit Force India & McLaren

Dass die Red Bulls möglicherweise am Freitag hinter den Ferraris liegen würden, war nichts Außergewöhnliches. Überraschend war aber, dass die Red Bulls von den Zeiten auf dem selben Niveau wie Force India und McLaren lagen. „Wir haben mit dem weichen Reifen und wenig Sprit nicht den großen Schritt nach vorne gefunden“, sagte der australische Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo. „Der neue Asphalt hat definitiv mehr Grip zu bieten, aber wir haben nicht so viel gefunden wie die Konkurrenz.“ Auch sein Teamkollege Max Verstappen hat das Gefühl, dass die Gegner am ersten Trainingstag mehr herausgeholt haben und sieht Nachholbedarf. „Wir müssen etwas an den Shortruns arbeiten“, so der Niederländer.

Top-10-Platzierungen der McLaren-Piloten Fernando Alonso und Jenson Button am Freitag gab es heuer schon des Öfteren. Auch in Malaysia schafften es die beiden Routiniers wieder und mischten sich dabei sogar unter die Red Bull. Alonso zeigte sich verblüfft von der Pace in Sepang: „Letztes Jahr war meine Bestzeit am Freitag eine 1:42.5 Minuten, dieses Jahr bin ich 1:36.2 Minuten gefahren – das sind sechs Sekunden in einem Jahr. Wenn man bedenkt, dass sich das Auto etwa zweieinhalb Sekunden verbessert hat, haben wir weitere drei Sekunden durch den neuen Asphalt gewonnen“. Sein Teamkollege Button ist aber dennoch zurückhalten. „Die Longruns waren etwas kniffliger. Aber ich denke, wir verstehen, was wir bei der Balance machen können, um das zu verbessern“, so der 36-Jährige. Ob es dann endlich klappt, die Performance vom Freitag mit ins Qualifying zu nehmen, muss sich erst noch zeigen. Es ist schon heuer öfters vorgekommen, dass die McLarens am Samstag wieder aus den Top-10 herausgerutscht sind.

Bei Force India nutzten Sergio Perez und Nico Hülkenberg die beiden Sessions, um die drei Reifenmischungen ausgiebig zu testen. „Die Reifen verhalten sich wie erwartet und die Fahrer sind glücklich mit der Balance des Autos“, sagt der stellvertretende Teamchef Robert Fernley. Im zweiten Training landete Perez dann vor Alonso und Ricciardo auf der sechsten Position. „Wir haben viele Informationen sammeln können. Sowohl unsere Short- als auch unsere Long-Run-Pace sehen gut aus“, so der Mexikaner.

Tipps und Prognose

Nach den Freitagtrainings stellt sich die Frage, ob Red Bull tatsächlich Probleme hat, den Speed von Ferrari mitzugehen, oder ob man sich die Kräfte für das Qualifying aufgehoben hat. Ferrari vor Red Bull am Freitag, das gab es schon einige Mal in dieser Saison.

Wie bereits vor Kurzem erwähnt, sind die Temperaturen in Sepang äußerst extrem. Tropische Hitze kann sich schnell in Regenfälle verändern. Sollte die Hitze nicht zu extrem werden, könnte das vor allem Force India in die Karten spielen. Beim Streckenprofil mit vielen schnellen Passagen ist man mit den starken Mercedes-Motoren auf jeden Fall im Vorteil gegenüber McLaren. Die Frage wird sein: wie schonend kann man bei Force India mit den Reifen umgehen? Perez hat sich in diesem Bereich am Freitag sehr stark gezeigt. Sollte es daher nicht zu heiß werden am Sonntag, könnte er im Spitzenfeld mitmischen. Da es in der Vergangenheit immer wieder chaotische Rennverläufe in Sepang gab und Perez bei derartigen Rennen stark unterwegs ist, ist möglicherweise ein Platzierung unter den Top 6 im Rennen drinnen.

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