Mit Lokalmatador Lewis Hamilton (Mercedes AMG F1) hat sich der Top-Favorit die Bestzeit in der Qualifikation für den Großen Preis von Großbritannien am Sonntag gesichert. Quasi in letzter Sekunde entriss Hamilton seinem Teamkollegen Nico Rosberg die Pole Position.

Auf den dritten Platz kam das niederländische Supertalent Max Verstappen von Red Bull Racing vor Teamkollegen Daniel Ricciardo (Australien) und dem finnischen Ferrari-Piloten Kimi Raikkönen.

Pech hatte der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel, der wie schon in Spielberg mit einem Handicap in das Qualifikationstraining ging. Bereits zum dritten Mal in der aktuellen Saison und das zweite Rennwochenende hintereinander war ein Wechsel des Getriebes beim deutschen Ferrari-Piloten erforderlich. Damit startet der Deutsche, der die sechstschnellste Zeit erzielte, als Elfter am Sonntag.

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Unfall von Marcus Ericson am Samstagvormittag

Für eine Schrecksekunde sorgte Marcus Ericson vom Sauber-Team am Samstagvormittag. Ausgangs der Stowe-Kurve kam der Schwede auf einen nassen Kerb, worauf er die Kontrolle über seinen Wagen verlor und daraufhin auf der gegenüberliegenden Seite in die Streckenbegrenzung knallte. Der Einschlag war so heftig, dass nicht nur der Wagen schwer beschädigt wurde, sondern sogar auch das Lenkrad abgerissen wurde. Ericson konnte zwar eigenständig aus dem Wrack steigen, wurde aber nach einem Routine-Check durch die Rennärzte im Medical Center jedoch ins Universitätskrankenhaus nach Oxford für weitere Checks gebracht. Dadurch verpasste er die Qualifikation, könnte aber per Sondergenehmigung am Sonntag starten.

Vor dem Qualifikationstraining legte die Rennkommission fest, dass das Verlassen der Strecke in bestimmten Kurven mit allen vier Rädern das Streichen der Runde zu Folge haben würde. Das Q1 verlief wenig spektakulär, einzig nennenswert war das Aus von „Local Hero“ Jenson Button von McLaren-Honda bei seinem möglicherweise letzten Heimrennen.

Im zweiten Teil der Qualifikation verlief es vor allem für den Ferrari-Piloten Kimi Raikkönen spannend. Ein Dreher und dann noch ein Verbremser kosteten ihn zwei schnelle Runden. Erst im dritten Versuch zum Ende des zweiten Trainingsabschnitts gelang dem Finnen der Aufstieg in Q3. Während Carlos Sainz jr. von Toro Rosso überraschenderweise der Aufstieg in den finalen Teil der Qualifikation gelang, mussten der brasilianische Routiner Felipe Massa (Williams) und dem mexikanischen Force India-Pilot Sergio Perez nach Q2 zusehen.

Hamilton holt „Pole“ auf letzten Abdruck, Verstappen erster Mercedes-Jäger

Spannung herrschte dann beim Kampf um die Pole-Position. Zu Beginn wurde Lewis Hamilton aufgrund des Überfahrens der Streckenmarkierung mit allen vier Rädern die erste schnellste Runde gestrichen. Kurz vor Ende des Trainings startete der Brite seinen zweiten Versuch, und dieser saß: Bestzeit. Nico Rosberg hatte noch die Chance zum Kontern, schaffte aber keine Verbesserung mehr und nahm mit einem Rückstand von 0,319 Sekunden den zweiten Rang ein.

„Das heutige Qualifying war nicht das sauberste für mich, aber die letzte Runde war eine sehr gute“, sagte Hamilton bei der Pressekonferenz. Mit 1:29,287 Minuten stellte er zudem einen neuen Streckenrekord auf dem aktuellen Streckenlayout von Silverstone auf. Zu der wegen Überschreitung der Streckenbegrenzung gestrichenen ersten Runde in Q3 meinte der Weltmeister: „Natürlich hatte ich dann Druck. Aber ich wusste, dass die Burschen im Team nicht hängenlassen darf. Wichtig war, dass ich sauber bleibe“.

Der Zweite des Qualifyings, Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg, war nach Trainingsende zu den Rennkommisaren zitiert worden. Der Grund war der Verdacht auf Tempovorgaben während der Qualifikation. Nach einer eingehenden Untersuchung wurde aber keinen Regelverstoß festgestellt, womit Rosberg seinen Startplatz auf P2 behielt. „Es war nicht der beste Tag an mich. Lewis hat heute den besseren Job gemacht. Aber morgen zählt es“, zeigte sich der Deutsche zuversichtlich für das Rennen.

Bereits mehr als eine Sekunde Rückstand verzeichnete Max Verstappen (Red Bull Racing) als Dritter, der erstmals als Red-Bull-Pilot in einem Qualifikationstraining Daniel Ricciardo hinter sich ließ. „Zuletzt war ich in den Qualifikationen ein bisschen unglücklich. Im Rennen hat es immer besser geklappt“, sagte der 18-jährige Niederländer, der damit morgen als heißer Anwärter aufs Podium gilt.

Tipps und Prognosen

Genau wie am Red-Bull-Ring in Spielberg ist die Pole Position in Silverstone keine Garantie für den Sieg. In den vergangen 18 Rennen gewann der Fahrer von Startplatz 1 nur viermal auch das anschließende Rennen. Ein Grund für die schlechte Pole-Statistik könnte möglicherweise das Streckenlayout von Silverstone sein, das Überholmanövern nicht gerade abträglich ist. Dazu kommt das typisch britische wechselhafte Wetter, durch das schon manches Rennen durcheinander gewirbelt wurde.

Ob das auch für das morgige Rennen zutrifft? Dagegen spricht, dass Hamilton sich in der Heimat sehr wohl fühlt und eine sehr eindrucksvolle Trainingszeit vor Rosberg hingelegt hat. Für den Deutschen spricht, dass laut Statistik von seiner Startposition aus (P2) am häufigsten (sechs Mal) in den vergangenen 18 Jahren der Rennsieg erzielt wurde. Dazu kommt, dass der Deutsche nach seinem Fauxpas in Spielberg, wo er mit Hamilton in der letzten Kurve kollidiert und so den Sieg vergab, allen zeigen möchte, dass er heuer der schnellere Mercedes-Mann ist.

Auf einen Sieg von Rosberg bietet bet365.com eine Quote von 4,10. Eine weitere interessante Quote bietet das Head-to-Head bei Ferrari. Kimi Raikkönen hat seine Bestätigung für 2017 im Ferrari-Team derartig beflügelt, dass er schneller als Vettel im Abschlusstraining war. In Kombination mit der Rückversetzung von Vettel um fünf Plätze wegen des Getriebewechsels steht die Chance auf einen Gewinn des „Iceman“ im Head-to-Head im Rennen gut. Bet365.com bietet darauf eine Quote von 2,10.

Tipp1: Sieg Rosberg Quote 4,10 bei bet365.com

Tipp2: Sieg Raikkönen im Head-to-head Rennen Quote 2,10 bei bet365.com