Im dritten Juli-Rennen der Formel 1 geht es nach Ungarn zum Hungaroring in Mogyorod vor den Toren Budapests. Nach dem Rennen in Silverstone (Großbritannien) könnte es im elften Rennen der Saison möglicherweise zu einem Führungswechsel in der Fahrerwertung kommen. Der Mercedes-Pilot Nico Rosberg (Deutschland), der die WM seit dem Saisonstart anführt, liegt nur noch knapp vor seinem Teamkollegen, dem Titelverteidiger Lewis Hamilton (Großbritannien).

Nun geht es zu einem Kurs, auf dem Hamilton sich sehr wohl fühlt und bereits dreimal (2007, 2012, 2013) gewonnen hat. Rosberg hingegen ist auf dieser Strecke, noch sieglos.

Hamilton bis auf einen Punkt an Rosberg dran

Nach dem vergangenen Großen Preis von Großbritannien wurde viel diskutiert, was zwischen Fahrer und Teamleitung via Funk gesprochen werden darf und was nicht. Hintergrund war der Funkspruch von Nico Rosberg bzgl. eines Problems mit dem Getriebe, dem ein Ratschlag des Teams folgte, um das Rennen auf Rang zwei beenden zu können. Dies wurde als Vergehen gegen die Regel 27.1 des Formel 1-Regulatives („Der Fahrer muss das Auto alleine und ohne Hilfe lenken“) mit einer Zeitstrafe von zehn Sekunden geahndet, was Rosberg hinter Max Verstappen von Red Bull auf den dritten Rang rutschen ließ.

Das Mercedes-Team hat auf dieses Urteil zwar keine Berufung eingelegt, aber nach einer Präzisierung der Regeln verlangt, vor allem im Falle eines auftretenden technischen Problems. Die FIA hat nun verlautbart, dass die Fahrer zwar über technische Probleme informiert werden dürfen, aber nach dieser Mitteilung entweder die Box zur Reparatur ansteuern oder ihren Wagen abstellen müssen.

Aufgrund der Rückversetzung von Rosberg ist der Abstand zwischen den beiden Mercedes-Piloten in der WM-Wertung auf einen Punkt geschrumpft. Mit ein Grund ist auch die aktuelle Zuverlässigkeit beim Wagen von Lewis Hamilton. In der ersten Saisonhälfte war der Brite regelmäßig von technischen Problemen verfolgt gewesen, die wertvolle Punkte gekostet haben. Seit dem Großen Preis von Österreich scheinen diese Probleme gelöst zu sein.

Eine Strecke für geschickte Taktiker

Mit dem Hungaroring, auf dem seit 1986 (damals das erste Formel 1-Rennen hinter dem „Eisernen Vorhang“) die Formel 1 jährlich gastiert, verbinden die Formel 1-Experten einen anspruchsvollen Kurs mit wenigen Überholmöglichkeiten, hohe Temperaturen und eine hohe Bedeutung der Boxenstopps auf den Rennausgang. Die Strecke misst rund 4,38 Kilometer und umfasst 14 Kurven.

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Aufgrund der wenigen Überholmöglichkeiten kam es in der Vergangenheit öfters vor, dass nicht der Fahrer mit dem schnellsten Wagen, sondern jener mit der geschicktesten Taktik am Ende des Rennens vorne war. Es gibt nicht viele Rennen, wo die Boxenstopps so entscheidend sind wie beim Großen Preis von Ungarn. Das Paradebeispiel dafür ist der Sieg des deutschen Rekordweltmeisters Michael Schumacher (vierfacher Ungarn-Sieger) 1998 im Ferrari vor dem damals überlegenen McLaren-Team.

Zur Rennmitte auf Rang drei gelegen, überlegte man bei Schumacher eine Umstellung von zwei auf drei Stopps, um freie Fahrt auf der Strecke zu haben und nicht weiter hinter den beiden führenden McLaren von Mika Häkkinen und David Coulthard festzustecken. Via Funk fragte der damalige Ferrari-Teamchef Ross Brawn bei Schumacher an, ob er sich zutraue, in einem „Stint“ (Phase zwischen den Boxenstops) von 19 Runden rund 25 Sekunden aufzuholen, um die Zeit für diesen zusätzlichen dritten Stops zu haben. Schumacher sagte zu und legte daraufhin 19 Runden in Qualifying-Tempo hin. Die Taktik ging auf, und Schumacher gewann.

Der Hungaroring ist die einzige Strecke, auf der das Mercedes-Team in der neuen Turbo-Ära (seit 2014) noch nicht gewinnen konnte. Im vergangenen Jahr gewann der deutsche Ferrari-Piloten Sebastian Vettel, 2014 hatte Daniel Ricciardo von Red Bull Racing am Ende die Nase vorne. Diesen Makel will man beim Team mit dem Stern sicher heuer beheben. Zudem gab es seit 2004 (Michael Schumacher) kein Fahrer mehr, der den Ungarn-GP gewann und im selben Jahr Weltmeister wurde.

Neuer Asphalt sorgt für Gesprächsstoff unter den Piloten

Nach den zuletzt gezeigten Leistungen und seinen drei Siegen im „flachen Teller“ (so wird der Hungaroring aufgrund seiner Tallage genannt, was eine Blick auf 80 Prozent der Strecke von allen Tribünen erlaubt) ist Lewis Hamilton der klarer Favorit auf Pole-Position und Rennsieg. Einzig ein Comeback der technischen Probleme aus der ersten Saisonhälfte kann dies verhindern.

Die Fahrer erwartet heuer ein Kurs mit neuen Bedingungen. Im Winter wurde die gesamte Strecke neu asphaltiert. Nach 30 Jahren war der Kurs von zahlreichen Bodenwellen übersät, auch einige Randsteine waren in die Jahre gekommen. Die Fahrer sehen dies eher wenig positiv „Je älter die Strecke wurde, desto besser wurde sie. Ich bin immer hierher gekommen und kannte jede Bodenwelle“, sagte Hamilton. Dieser Meinung schloss sich auch der russische Toro-Rosso-Pilot Daniil Kwjat an: „Jede Strecke hat ihre Eigenheiten. Diese Strecke hatte hier und da Bodenwellen, und einige Randsteine waren etwas aggressiver. Wir mussten das Auto entsprechend abstimmen. Jetzt sind die Randsteine überall gleich, es ist überall das Selbe“.

Red Bull Favorit auf die Plätze hinter den Mercedes

Auch wenn Ferrari im vergangenen Jahr mit Sebastian Vettel den Sieger des Großen Preises von Ungarn gestellt hat: heuer ist das rote Team eher als Außenseiter auf den Sieg zu sehen. In den letzten Rennen hat Red Bull Racing ordentlich aufgeholt und sich in den Rennen vor Ferrari platziert. Beim jetzigen Rennen in Ungarn dürfte die Streckencharakteristik den beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo (Sieger 2014) sehr entgegenkommen. Die Chance, der erste Verfolger von Mercedes zu sein, ist groß. Vielleicht kommt es ja gleich zu einer Überraschung im ersten Training. Mercedes könnte sich möglicherweise mehr auf die Abstimmung für Qualifikation am Samstag konzentrieren und daher das erste Training etwas lockerer angehen. Die Quote auf Sieg eines Red Bull Racing-Wagens im Practise 1 beträgt 10 bei bwin.

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