Nun geht es Schlag auf Schlag in der Königsklasse des Motorsports. Wie zuletzt im Juli werden nun im Oktober vier Rennen innerhalb eines Monats bestritten. Zum Auftakt geht es auf den „Sepang International Circuit“ nahe Kular Lumpur in Malaysia.

Für Spannung ist an mehreren Plätzen gesorgt. In der Fahrerweltmeisterschaft ist der Abstand zwischen dem wieder führenden Nico Rosberg und dem Titelverteidiger Lewis Hamilton (beiden Mercedes AMG F1) weiterhin gering. Auch in der Konstrukteur-Wertung stehen heiße Duelle um Platz zwei (Red Bull Racing vs. Ferrari) und um Platz vier (Force India vs. Williams) bevor. Dazu kommt, dass der Rundkurs von Sepang grundüberholt wurde und somit die bisherigen Erfahrungen den Teams wenig nützen werden.

Die Strecke, die einst neue Maßstäbe setzte

Seit 1999 macht die Formel 1 jährlich auf dem „Sepang International Circuit“ mit seinen charakteristischen Tribünen Station. Beim Premierenrennen war damals der nordirische Ferrari-Pilot Eddie Irvine erfolgreich. Vier Jahre später feierte der heutige Ferrari-Pilot Kimi Raikkönen hier seinen ersten Sieg in der Formel 1. Mit insgesamt vier Siegen ist hier Raikkönens Teamkollege Sebastian Vettel der Rekordsieger.

Dieser Rundkurs war der erste, bei dem der Formel 1-Streckendesigner Hermann Tilke erstmals für Entwurf und Umsetzung einer kompletten Formel 1-Strecke verantwortlich war. Zuvor nur für Umbauten bei bestehenden Strecken tätig, konstruierte der deutsche Architekt in den Kurs die verschiedensten Kurventypen und viele schnelle, flüssige Passagen. Für Überholmöglichkeiten sollten zwei lange Geraden mit harten Bremspunkten sorgen. Weitere Maßstäbe wurden mit der Streckenbreite von 16 bis 22 Meter sowie den weitläufigen Auslaufzonen gesetzt. Generell gilt Sepang als Strecke, die bei den Fahrern beliebt ist und zu der sie gerne kommen.

Spannung durch klimatische Bedingungen und Streckenumbau

Besonders herausfordernd sind für die Fahrer die klimatischen Bedingungen. 2009 führten monsunartige Regenfälle nach 32 Runden zuerst zu einer Unterbrechung und dann zum Rennabbruch. Da noch keine 75 Prozent der gesamten Distanz zurückgelegt worden waren, wurden jeweils nur die Hälfte der Punkte vergeben. Und wenn es trocken bleibt ist es dann die enorme Schwüle, die sowohl Mensch als auch Maschine alles abverlangt. Während bei den Teams die Kühlung der Motoren im Fokus steht, müssen die Piloten im Cockpit darauf achten, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Ansonsten droht die Konzentration zu leiden.

Auch wenn der grobe Wetterverlauf (Höchsttemperaturen zwischen 30 und 32 Grad, Sonne am Morgen, Quellwolken mit gelegentlichem Gewitter und Regenschauern am Nachmittag) bekannt ist: wann genau der Regen einsetzt, ist nur sehr kurzfristig bestimmbar und sorgt immer wieder für Hektik bei den Teamstrategen. Gerade dies macht den Reiz dieses GP aus.

Beim diesjährigen Großen Preis von Malaysia werden Fahrer und Teams auf eine veränderte Strecke treffen. Nach 17 Jahren Einsatzzeit wurden fast alle Kurven ausgebessert und viele Bodenwellen entfernt. Verbesserte Drainagen in den Kurven sollen für einen verbesserten Abfluss bei Regen sorgen. Bei einigen Auslaufzonen wurde der Asphalt durch Kiesbette ersetzt. Die größte Veränderung war aber die komplette neue Asphaltierung. Die Ingenieure werden sich auf dem neuen Belag erst einmal orientieren müssen, um herauszufinden, mit welchem Reifen ihre Boliden am besten zurechtkommen.

Mercedes will „weißen Fleck“ in Sepang beseitigen

Mit Sepang hat das Mercedes-Team noch „eine offene Rechnung“: im vergangenen Jahr musste man hier der Konkurrenz, und zwar dem Ferrari-Piloten Sebastian Vettel, den Vortritt lassen und landete nur auf Platz zwei und drei. „Im vergangenen Jahr haben wir uns hier unter Wert geschlagen. Deshalb müssen wir alles geben, um das in Ordnung zu bringen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Der Triumph von Vettel war auch der bisher letzte, den die Scuderia Ferrari einfahren konnte. Seit fast einem Jahr sieglos, geht es bei den Italienern nun darum, Red Bull Racing weiterhin im Kampf um den zweiten Platz zu folgen beziehungsweise zu überholen. Ob das in Sepang gelingt? Dagegen spricht die Tatsache, daß der Kurs eine typische „Downforce“-Strecke ist, was den Red Bulls in die Karten spielt. Allerdings ist die neue Asphaltdecke eine derart große Unbekannte, die möglicherweise das Blatt zugunsten der Roten aus Maranello führen könnte.

Kampf um mehr Budget zwischen Force India und Williams

Spannend wird auch der Kampf zwischen Force India und Williams um die vierte Position bei den Konstrukteuren sein. Zuletzt sind die Inder an den Briten vorbeigezogen und liegen mit einem Punkt vorne. In diesem Duell geht es weniger um Prestige als viel mehr um das liebe Geld, das beide Privatteams für ihre künftigen Budgets benötigen können. Der Verteilungsschlüssel der Formel 1 sieht ja vor, dass die Höhe der Ausschüttung an die Teams von der Position im Endklassement abhängig ist. Je weiter oben ein Team steht, desto höher kann das Budget für die kommende Saison veranschlagt werden und desto höher auch die Chancen auf gute Resultate.

Tipps und Prognose

Wie bereits erwähnt, kann beim Großen Preis von Malaysia aufgrund des Klimas vieles passieren. Der neue Asphalt wird sicher zu intensiven Trainings am Freitag führen. Interessant könnte werden, wie Ferrari sich präsentieren wird auf der Strecke, wo man den bisher letzten Formel 1-Sieg gefeiert hat. Dem Rivalen um den zweiten Platz in der Teamwertung, Red Bull Racing, mag zwar die Streckencharakteristik in die Karten spielen, dazu kommt auch die großartige Form von Daniel Ricciardo zuletzt. Aber der unbekannte neue Asphalt könnte den Ferraris sehr gelegen kommen, da man mit Raikkönen und Vettel zwei Piloten in den Reihen hat, die bekannt sind als „Reifenflüsterer“.

Vettel hat zuletzt mit der Aufholjagd in Singapur (von Platz 22 auf Platz fünf) gezeigt, dass er sowohl vor Ehrgeiz und Motivation brennt. Sollte dem Rekordsieger von Sepang ein „normales“ Qualifying gelingen, wird Vettel gute Karten im Kampf um die Topplätze haben. Zum Sieg wird es unter normalen Bedingungen zwar nicht reichen, aber ein Platz am Podium ist auf jeden Fall möglich.

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