Auf zum zweiten Rennen im Super-Juli der Formel 1: dieses Mal geht es zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Mit seinem Sieg am Red-Bull-Ring in Österreich hat der amtierende Weltmeister Lewis Hamilton von Mercedes AMG F1 seinen Rückstand auf Teamkollegen und WM-Leader Nico Rosberg auf neun Punkte verringert. Bei seinem Heimrennen will er sich nun die erstmalige Führung in der Weltmeisterschaft sichern.

George Lucas sieht den „Krieg der Sterne“ live in Spielberg

Unter den Augen von Filmregisseur George Lucas hat beim vergangenen Rennen in Spielberg eine neuerliche Episode vom „Krieg der Sterne“ stattgefunden. Im Gegensatz zu den Filmen von Lucas waren die Kontrahenten durchwegs irdisch und noch dazu vom selben Team. In der letzten Runde des Spielberg-GP kam es nach einem leichten Fehler von Rosberg in der ersten Kurve zu einer spektakulären Kollision in der darauffolgenden „Remus“-Kurve. Rosberg hatte aufgrund eines nachlassenden Bremssystems seinen Teamkollegen Hamilton, der ihn außen überholen wollte, berührt. Der Brite gelangte über Umwegen zurück auf die Strecke und fuhr unbeschadet die gewonnene Führung ins Ziel. Rosberg demolierte sich den Frontflügel und kämpfte sich hinter Max Verstappen (Red Bull) und Kimi Raikkönen (Ferrari) auf Platz vier ins Ziel.

Der Ärger über diesen neuerlichen Fauxpas (heuer kam es bereits in Barcelona und Montreal zu Berührungen der beiden Mercedes) war den Mercedes-Sportchefs Toto Wolff und Niki Lauda nach dem Rennen deutlich anzusehen. Nach intensiver Beratung innerhalb des Teams wurde folgendes verkündet: keine Teamorder bei den weiteren Rennen, aber saftige Strafen im Falle eines weiteren Crashs. Was darunter zu verstehen ist, deckte Wolff nicht wirklich auf: „Wir haben den Fahrern klar gemacht, dass wir keine Kollisionen mehr akzeptieren. Es gibt jetzt neue Regeln. Wir haben entschieden, dass wir diese Regeln nicht öffentlich machen werden, weil sie interne Sache sind. Das sollte hoffentlich verhindern, dass so ein Zwischenfall noch einmal vorkommt. Das ist wie bei Vertragsdetails. Wir sprechen von sportlichen und finanziellen Konsequenzen“.

Die Mutter aller Formel1-Rennen

Rund 130 Kilometer nordwestlich vom Londoner Stadtzentrum gelegen, zählt der „Circuit Silverstone“ zu den schnelleren Rundkursen im alljährlichen Formel 1-Kalender. Hier fand am 13. Mai 1950 das allererste Rennen der Formel 1 statt (interessanterweise an einem Samstag, um die traditionelle Sonntagsruhe der Briten nicht zu stören). Daher wird die Strecke auch als „Home of Motorsport“ bezeichnet. Entstanden auf einem ehemaligen Flugfeld, wurde die Traditionsstrecke im Laufe der Jahre mehrmals umgebaut. Besondere Merkmale der 5,9 km langen Strecke mit 18 Kurven sind die zahlreichen schnellen Richtungswechsel und mehrere lang gezogene „High-Speed“-Kurven, die den Reifen hohe Querkräfte abverlangen.

In den letzten drei Jahren hat sich das Mercedes-Team jeweils den Sieg gesichert. Während 2013 Nico Rosberg ganz oben am Podium stand, hat Lewis Hamilton die vergangenen beiden Rennen für sich entschieden. Diese Serie dürfte heuer ihre Fortsetzung finden. Wer aber dann vorne stehen wird beim Start am Sonntag, das wird möglicherweise auch von der Technik mitentschieden werden. Wir erinnern uns: Hamilton hat in Spielberg bei einigen Motorteilen (Turbo, Abgas-Elektrogenerator) die bereits fünfte Version in der heurigen Saison verbauen lassen. Sobald eine sechste Version zum Einsatz kommt, bedeutet dies eine Rückversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze. Man darf gespannt sein, ob Hamilton davon bei seinem Heimrennen verschont bleibt.

Typisch für Großbritannien kommt es bei den Rennen immer wieder zu wechselhaften Wetterbedingungen, was in der Vergangenheit für spannende Rennverläufe gesorgt hat. Es ist wahrscheinlich, dass zumindest in einer Trainingseinheit die Regenreifen zum Einsatz kommen werden. Selbst bei trockenen Bedingungen ist aufgrund der bisherigen Rennen von eher niedrigen Temperaturen auszugehen.

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Red Bull erster Verfolger von Mercedes?

Eigentlich ist der Kurs in Silverstone für Ferrari mit vielen Erfolgen verbunden. 16 Siege kann hier kein anderes als jenes aus Maranello für sich entschieden. Seit einigen Jahren jedoch hat es den Anschein, als wollen die Italiener mit dieser Tradition brechen. Im vergangenen Jahr stand zwar Sebastian Vettel am Podest, war aber außer Schlagdistanz zu Mercedes. Kimi Raikkönen, der Silverstone-Sieger von 2007, sieht im veränderten Strecken-Layout einen Grund: „Ich ziehe den alten Streckenverlauf vor, dieser war fließender. Das neue Layout mit ein paar langsameren Kurve bietet zwar mehr an Überholmöglichkeiten, scheint uns aber nicht ganz so zu passen für uns“.

Sollte das berühmt-berüchtigte britische Regenwetter am Wochenende einsetzen, werden Max Verstappen und Daniel Ricciardo beiden Ferraris auf die Pelle rücken. Das Team vom Energy-Drink-Hersteller aus Österreich hat sich im Saisonverlauf ziemlich gesteigert und sich strategisch einige Male sehr geschickt angestellt. Bei Ferrari kann man dafür auf den Fahrerfaktor hoffen: Raikkönen hat mit seinem dritten Platz in Österreich viel an Motivation gewonnen, während Vettel nach seinem Reifenplatzer in Spielberg vor Ehrgeiz brennen wird.

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Honda rüstet für Silverstone auf, Renault will zurück in die Punkteränge

Mit Jenson Button auf Platz drei in der Stadtaufstellung des Großen Preises von Österreich und aufgrund des vorausgesagten wechselhaften Wetter beim Rennen hatte man bei McLaren-Honda wohl insgeheim auf eine Podiumsplatzierung gehofft. Herausgekommen ist dann ein solider sechster Platz durch Button, während Alonso nach 64 Runden mit einer defekten Batterie ausfiel. Für das Heimrennen des Teams und von Button hat Honda mit einem Update der Power Unit nachgerüstet. Dadurch soll die Leistung bei beiden Fahrzeugen nach oben geschraubt werden.

Honda hat dafür zwei Token (jedem Team stehen für Veränderungen während der Saison eine gewisse Anzahl an Token zur Verfügung) eingesetzt und hat noch zehn im Talon. Jenson Button hat sich in einem Interview darüber beklagt, dass er noch nie sein Heimrennen gewinnen konnte. Möglicherweise könnte der diesjährige Grand Prix das letzte Formel 1-Heimspiel des Weltmeisters von 2009 sein. Das Ergebnis von Spielberg und der Heimfaktor werden den lässigen Briten sehr motivieren. Der Sieg ist eher utopisch, aber ein Top-Ergebnis wie in Spielberg sollte machbar sein.

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Beim Renault-Team hofft man nach der Nullnummer in Spielberg auf Punkte auf der Insel. Beim Großen Preis von Österreich machte das Safety-Car, das nach dem ersten von zwei Boxenstops der beiden Fahrer auf die Piste kam, einen Strich durch die Rechnung. „Österreich hat gezeigt, dass unser Wagen nicht so schlecht ist, wie es den Eindruck bei den Stadtkursen zuvor erweckte“, meinte der dänische Renault-Pilot Kevin Magnussen. Für Teamkollege Jolyon Palmer (Großbritannien) steht fest: „Bei einem anderen Zeitpunkt der Safety-Car-Phase wäre ein Top-10-Ergebnis drinnen gewesen“.

Für den Großen Preis von Großbritannien wird Renault „ein paar kleine Updates“ durchführen. „Wir können es in Q2 am Samstag schaffen, wenn wir nur etwas mehr aus den Autos rausholen können“, sagte Renault-Teamchef Frederic Vasseur. Experten schätzen, dass Renault sich in Silverstone besser schlagen wird als auf den Stadtkursen vor Spielberg. Punkte sind drinnen, wenn das angekündigte wechselhafte Wetter eintritt und das Timing bei einer etwaigen Safety-Car-Phase gelingt.

Tipps

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