Mit dem Großen Preis von Österreich in Spielberg startet die Formel 1 in den „Super-Juli“ mit vier Rennen innerhalb von vier Wochen. Durch seinen Sieg bei der Formel 1-Premiere in Baku (Aserbaidschan) hat Nico Rosberg im Kampf um die Weltmeisterschaft seinen Vorsprung ausgebaut.

Rosberg wieder oben auf

Nach dem Crash mit Teamkollegen Lewis Hamilton in der ersten Runde des Spanien-GP und den verunglückten Rennen in Monaco (Platz 7) und Kanada (Platz 5) bei gleichzeitigen Siegen von Verfolger Hamilton war Rosbergs Punktepolster von 43 Punkten (Stand vor dem Spanien-GP) auf 9 Punkte vor Hamilton geschrumpft. Mit dem ersten Platz zuletzt (Hamilton belegte Platz 5) sind es nun 24 Punkte, die Rosberg vor Hamilton liegt.

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Hilft die Lieblingsstrecke?

Nun geht es zu Rosbergs persönlicher „Wohlfühlstrecke“ nach Spielberg in die Steiermark. Mit seinen Siegen 2014 und 2015 sowie der Rückkehr auf den obersten Platz am Podest in Baku ist der Deutsche als klarer Favorit auf den Rennsieg zu sehen. Mit einem solchen Erfolg würde er den Rekord der französischen Formel 1-Legende Alain Prost (drei Siege in Spielberg) einstellen.

Damit könnte Rosberg einen perfekten Start in den Marathon-Monat Juli hinlegen. Sollte ihm in den vier Rennen vor der Sommerpause ein Lauf wie in den ersten vier Rennen der Saison (vier Siege) gelingen, würde auf den WM-Titelverteidiger Hamilton viel Arbeit in den rennfreien Wochen warten. Rosberg wäre dabei psychologisch klar im Vorteil für die Rennen in der zweiten Saisonhälfte.

Über die Strecke

Mit seiner Länge von knapp 4,3 km ist der Red Bull-Ring der drittkürzeste Kurs im aktuellen Formel 1-Kalender. Die Rundenzeiten zählen zu den kürzesten aller Strecken: der Rundenrekord liegt bei 1:08.337 min, erzielt von Michael Schumacher im Jahr 2003. Im Gegensatz zu vielen anderen Strecken ist in Spielberg die Natur voll in das Streckenprofil integriert.

Die steierische Hügellandschaft bietet viel an Steigungen und Gefälle für die Strecke. Auf drei Seiten ist der Red Bull-Ring von Hängen umgeben, die teilweise als Naturtribünen genutzt werden. So ergeben sich eine gute Übersicht über die gesamte Strecke und eine landschaftliche Atmosphäre. Dies ist mit ein Grund, warum diese Strecke sich größter Beliebtheit bei den Fahrern erfreut. Teams mit starkem Antrieb wie jene von Mercedes waren in den vergangenen zwei Jahren klar im Vorteil. Ein weiterer Schlüsselfaktor in Spielberg ist der Umgang mit den Reifen.

Aufgrund des „alten“ Belags und der schnellen Kurven, die teilweise Gefälle aufweisen, ist ein ordentlicher Grip für Spitzenplätze im Rennen wichtig. Daher ist der Red-Bull-Ring ein klarer Fall für „Reifenflüsterer“ mit Mut und mit starken Motoren unter der Haube. Die besten Überholmöglichkeiten bietet die zweite Kurve der Strecke, die spitzkehrenähnliche „Remus-Kurve“. Die Fahrer bremsen nach einer langen Geraden innerhalb von 125 Metern von ca. 320 km/h auf ca. 70 km/h runter. Weitere Möglichkeiten bieten die zwei DRS-Zonen kurz nach der „Remus“-Kurve sowie auf der Start-Ziel-Geraden.

Pole auch Siegesgarant?

Ein interessantes Detail bei den Rennen in Spielberg ist das vergleichsweise seltene Ereignis, dass der Sieger des Rennens vom erstem Startplatz aus ins Rennen geht. Rosberg startete bei seinen Siegen vom dritten (2014) bzw. zweiten Startplatz (2015). Bereits bei den Rennen von 1997 bis 2003, die auf einem nahezu identen Kurs gefahren wurden, war die „Pole Position“ keine Garantie auf die höchste Stufe am Podest. In sieben Rennen holte nur drei Mal der Wagen auf der Pole-Position auch den Sieg im Rennen. In der Ära des legendären Rundkurses „Österreichring“, der als schnellste Rennstrecke der Formel 1 mit zahlreichen Mutkurven galt (1970-1987), gab es gar nur drei Mal in 18 Rennen das „Double“ aus Pole-Position und Sieg.

Mercedes-Dominanz

Seit der Rückkehr des Großen Preis von Österreich in den F1-Kalender mit 2014 hat das Team von Mercedes AMG F1 im Training immer vorne mitgemischt und stets den Sieger gestellt. Stark zeigten sich dabei auch stets die Teams von Williams und Force India, die mit Mercedes-Motoren ausgestattet sind. Mit den zwei Siegen in Spielberg und der WM-Führung bringt Rosberg ein großes Selbstvertrauen nach Spielberg mit und könnte daher die erste Trainingsbestzeit vor Teamkollegen Lewis Hamilton setzen. Dahinter ist mit beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Raikkönen und mit dem Finnen Vallteri Bottas von Williams zu rechnen.

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Wer könnte überraschen? Perez!

Für eine Überraschung könnte Sergio Perez von Force India sorgen. Die Formkurve des mexikanischen Formel 1-Piloten zeigt mit zwei Podestplätzen in den vergangenen drei Rennen und der zweitschnellsten Qualifikationszeit in Baku klar nach oben. Bei Sauber mit drei Podestplätzen in der Saison 2012 als großes Talent gefeiert, war Perez während seines McLaren-Engagements im Jahr 2013 für seine ungezügelte Aggressivität im Zweikampf berüchtigt und für die von ihm verursachten Kollisionen stark kritisiert worden. Man denke noch an den Unfall mit Kimi Raikkönen in der letzten Runde des Großen Preises von Monaco 2013, den der Finne in seiner typisch direkten Art mit „you should punch him in the face for that“ kommentierte.

Mit dem Wechsel zu Force India vor zwei Jahren hat sich der heute 26jährige Mexikaner vom Risikopiloten zum beständigen Punktesammler gewandelt. Seine Fahrweise, vor allem im Kampf um Positionen, wirkt reifer und die Anzahl von selbst verursachten Rennkollisionen ist beträchtlich zurückgegangen. 2014 und 2015 jeweils einmal als Dritter bei der Siegerehrung dabei, hat „Checo“ heuer nach einer Schwächephase des Wagens in den ersten Rennen der Saison und einer folgenden Überarbeitung der Aerodynamik sich wieder erfangen.

In den ersten acht Rennen des heurigen Jahres hat der Mexikaner bereits zwei Mal den „dritten Mann“ bei der Siegerehrung gemimt. Am Red-Bull-Ring könnte ein weiteres Spitzresultat für den Mexikaner drinnen sein. 2014 zeigte Perez ordentlich auf, als er aufgrund eines späten Boxenstops zwischenzeitlich das Rennen anführte, die schnellste Runde von allen im Rennen fuhr und Platz sechs erzielte. Der Ausfall des Mexikaners im Österreich-GP im vergangenen Jahr ist unter die Kategorie Pech einzuordnen. Für das erste Training am Donnerstag könnte sich daher „Checo“ möglicherweise als große positive Überraschung beim Kampf um die erste Trainingsbestzeit zeigen.

Quoten für die Pole-Position von Perez

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