Saisonauftakt für Gladbach: Die Fohlen reisen als Champions-League-Teilnehmer in die Hansestadt, wo mit dem FC St. Pauli ein allenfalls mittelmäßiger Zweitligist wartet. Dennoch sollte die Partie nicht auf die leichte Schulter genommen worden, denn im Pokal ist ja bekanntlich alles möglich. Darüber hinaus zeigte St. Pauli in der bisherigen Saison durchaus vorzeigbare Ansätze.

FC St. Pauli

Bisheriger Saisonverlauf: 0:0 vs. Arminia Bielefeld, 2:1 vs. Karlsruher SC

Wer hätte das gedacht. Nach zwei Spieltagen sind die Kiez-Kicker von der Reeperbahn noch immer ungeschlagen und dementsprechend gut gelaunt. Nachdem man in der Vorsaison horrend schwach startete, ist man 2015/16 scheinbar direkt auf dem richtigen Dampfer.

Statt vier hätte St. Pauli allerdings auch schon sechs Punkte einfahren können. Gegen Arminia Bielefeld fehlten offensiv allerdings die Impulse, weshalb ein Sieg nicht gerechtfertigt wäre. Defensiv solide ließen die Hamburger im Angriff jegliche Kreativität vermissen, was gegen den Aufsteiger in einer leistungsgerechten Nullnummer resultierte.

Gegen den KSC profitierten die Kiez-Kicker wiederum von der guten Defensivarbeit. Die Beinahe-Aufsteiger aus Karlsruhe wurden von den Paulianern in bester Catenaccio-Manier mürbe gespielt, zudem wurden in den richtigen Momenten die Tore geschossen. Anders als zuvor entwickelten die Hamburger immer wieder Torgefahr und zeigten vor allem in Halbzeit eins ansehnlichen Fußball. Das Traumtor von Halstenberg zum 2:1-Endstand steht daher stellvertretend für die guten offensiven Ansätze.

Unterm Strich reicht die bisherige Performance für einen sehr guten sechsten Platz in der Tabelle, womit man beim Verein sehr zufrieden sein wird. Für Klubs wie den FC St. Pauli hat der DFB-Pokal natürlich einen besonderen Stellenwert, da er für absolute Saisonhighlights sorgen kann. Das erste steht mit der Partie gegen Gladbach bereits am Montag an. Im vergangenen Jahr war für die Hamburger in der zweiten Rund Schluss. 0:3 unterlag man dem BVB, (der wiederum den Gladbachern in der Liga mit 0:3 unterlag).

Aufstellung St. Pauli

Bei der schwierigen Erstrundenmission muss Trainer Ewald Lienen nach wie vor auf Topneuzugang Ryo Miyachi verzichten.

Borussia M‘gladbach

Vorbereitung: 2:0 vs. TuS Koblenz, 4:5 i.E. vs. Hamburger SV, 5:4 i. E. vs. Bayern München

Die Gladbacher Fohlen haben eine gute, aber keine sehr gute Vorbereitung hinter sich. So wurden unter anderem der FC Porto (2:1), Newcastle United (1:0) und Standard Lüttich (2:1) geschlagen, gegen Bursasport (2:2), Swansea (1:1) und Stade Rennes (1:1) kam man dagegen nicht über Remis hinaus. Im Telekom-Cup konnten die Gladbacher dann die erste echte Duftmarke setzen mit dem Sieg im Halbfinale gegen die Bayern, wenn auch in der regulären Spielzeit nicht mehr als eine müde Nullnummer raussprang. Im Finale gegen Hamburg setzte es schließlich die einzige Niederlage in der gesamten Vorbereitung. Mit der TuS Koblenz teste man zuletzt noch gegen einen Gegner, der in ähnlicher Ausrichtung antrat, wie man es vom FC St. Pauli erwartet.

Trainer Lucien Favre hatte insgesamt also ordentlich Zeit, um an den Schwächen aus der Vergangenheit zu arbeiten, die Stärken zu perfektionieren und allgemein vieles auszuprobieren. Mit Josip Drmic wurde ein Stürmer von gehobenem Bundesliga-Format verpflichtet, der bereits zeigte, dass er Max Kruse (VfL Wolfsburg) ersetzen kann. Ansonsten wird der Trainer vor allem auf seine altbewährten Kräfte setzen, die 2014/15 eine der besten Spielzeiten der jüngeren Vereinsgeschichte hinlegten.

Auffällig ist bislang, dass die Balance zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen noch nicht in dem Maß gegeben war, wie man es kannte. Wenn man den Telekom Cup mal ausnimmt, kassierten die Gladbacher in vier von sechs Spielen mindestens ein Gegentor, womit Lucien Favre nicht hundertprozentig zufrieden sein dürfte. Wenn auch fünf Gegentore in sechs Partien nicht gerade schießbudenartig daherkommen.

Aufstellung Gladbach

Eventuell verbessert sich das Szenario auch, wenn Abwehrchef und Leader Martin Stranzl zurückkehrt. Ein Einsatz gegen FC St. Pauli kommt für den Invaliden allerdings noch zu früh. Abgesehen von dem Österreicher stehen Favre sämtliche Akteure des Kaders zur Verfügung.

Tipp

Die Gladbacher sind natürlich haushoher Favorit und würden unter normalen Umständen vermutlich neun von zehn Partien gegen St. Pauli gewinnen. Allerdings kommt es nicht von ungefähr, dass der Volksmund sagt, dass der Pokal seine eigenen Gesetze schreibt. Das mussten die Fohlen bereits im vergangenen Jahr feststellen, als man im Viertelfinal am damaligen Drittligisten Arminia Bielefeld scheiterte.  Es ist also Vorsicht geboten. Gerade aufgrund dieser Erfahrung wird Favre jedoch alles daran setzen, seine Spieler mental fit zu machen für das erste Pflichtspiel der neuen Saison. Wenn ihm dies gelingt, kann es nur einen Sieger geben.

Tipp: Sieg Gladbach – 1,65 Interwetten (sehr starke Quote)

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