Nach dem Klassiker gegen England steht für die DFB-Elf das Duell gegen einen europäischen Top-Gegner an. Noch mehr als die Partie gegen die Three Lions könnte das Spiel gegen die Equipe Tricolor zu einer wichtigen Standortbestimmung werden – für beide Parteien.

Im Kölner RheinEnergie-Stadion trifft die deutsche Nationalmannschaft am kommenden Dienstag auf Frankreich. Damit duellieren sich der amtierende Weltmeister und der Vize-Europameister von 2016, was zurecht Erwartungen auf eine hochklassige Partie schürt. Sollte Jogi Löw seine beste Elf auf den Rasen schicken, dürfte sich erstmals seit Monaten eine echte Diskussionsgrundlage für das wahre Leistungsvermögen der Mannschaft bilden. Motivation genug.

Deutschland

Die letzten drei Ergebnisse: 0:0 vs. England, 5:1 vs. Aserbaidschan, 3:1 vs. Nordirland

Sein absolutes Spitzenniveau hat die deutsche Nationalmannschaft noch nicht erreicht. Das zeigte sich zuletzt beim Remis in England, das zwar keinesfalls das Ergebnis einer schlechten Leistung, aber eben auch kein Zeuge einer produktiven Offensivvorstellung war. Vor allem das lahmende Umschaltspiel habe ihn nachdenklich gestimmt, gab Bundestrainer Jogi Löw im Anschluss an die Partie zu. Der schnelle Ballvortrag nach Ballgewinn war unter dem Schwaben lange eine Stärke der Deutschen gewesen, nun muss er mit ansehen, wie sein Team immer häufiger das Spiel verschleppt und so vielversprechende Kontersituationen ungenutzt lässt.

Man muss allerdings auch anerkennen, dass in den vergangenen Monaten und Jahren auf höchstem Niveau gemeckert wird: Mit 30 Punkten aus 10 Spielen und 43:4 Toren gelang der DFB-Elf mehr als überzeugend die Qualifikation für die WM 2018, daneben gewann sie im Vorbeigehen den Confed-Cup und die U21-Europameisterschaft, jeweils mit besseren B-Teams. Auch von den drei diesjährigen Testspielen verlor die Mannschaft keines, weshalb sie 2017 auf 14 Länderspiele, darüber hinaus sogar auf 20 Partien ohne Niederlage zurückblickt. Eine Traumbilanz.

Nichtsdestotrotz liegt noch Arbeit vor dem Team. Von Zufriedenheit war in den vergangenen Wochen nichts zu hören oder zu lesen. Der Konkurrenzkampf ist immens, das taktische Konstrukt noch nicht voll ausgewachsen, obendrein fehlen noch immer wichtige Kräfte, allen voran Manuel Neuer.

Dennoch hat die Partie gegen Frankreich das Potential zum Gradmesser. Nach der Halbfinalniederlage 2016 (0:2) trifft das DFB-Team erstmals wieder auf die Franzosen, die zu der Handvoll Mannschaften auf der Erde gehören, die mindestens so viel Talent versammelt haben wie die Deutschen. Sollten am Dienstagabend in Köln die jeweils bestmöglichen Formationen auflaufen, dürfen wir uns auf eine spannende Standortbestimmung freuen.

Mögliche Aufstellung Deutschland

Nachdem Trainer Joachim Löw angedeutet hat, dass es einen Torwartwechsel geben und der im letzten Spiel geschonte Khedira spielen könnte, wäre eine mögliche Startaufstellung folgendermaßen vorstellbar:

Kroos – Kimmich, Hummels, Rüdiger – Khedira, Gündogan – Brandt, Özil, Sane – Werner, Stindl

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Frankreich

Die letzten drei Ergebnisse: 2:0 vs. Wales, 2:1 vs. Weißrussland, 1:0 vs. Bulgarien

Für einige Jahre war die Equipe Tricolore im Chaos versunken. Negativschlagzeilen, vor allem abseits des Platzes, bestimmten das Geschehen rund um das französische Nationalteam, so sehr, dass es sein fußballerisches Potential zwischen 2008 und 2014 nie wirklich ausschöpfte.

Dann kam die Heim-EM 2016. Mit furiosem Fußball, einem stimmigen Kader und jeder Menge Rückenwind zauberte sich das Team bis ins Endspiel im Parc des Princes. Noch heute ist die Nation stolz auf den souveränen 2:0-Erfolg im Halbfinale gegen Deutschland. Das Finale ging jedoch trotz drückender Überlegenheit verloren. Portugal sicherte sich den Titel.

Trotz des bitteren Endes hatte die EM insgesamt positiven Charakter. Frankreich ist wieder wer, je nach Einschätzung sogar mehr als das: Vor allem mit Blick auf die zahlreichen Talente unter 25 stellt die Equipe Tricolore aktuell das womöglich vielversprechendste Team des Planeten: Dembelé, Mbappé, Lacazette, Pogba, Umtiti, Mendy, … die Liste hochklassiger Akteure ist angsteinflößend lang bei den Franzosen, weshalb sie für die kommende WM zu den Topfavoriten zählen – ebenso wie Deutschland.

Insofern dürfte auch den Franzosen viel daran liegen, sich beim kommenden Testspiel bestmöglich zu präsentieren. Unter besonderer Beobachtung stehen natürlich auch die Bundesliga-Legionäre Benjamin Pavard (VfB Stuttgart), Kingley Coman und Correntin Tolisso (beide Bayern München), von denen vor allem letzterer in Abwesenheit von Pogba zu überzeugen wusste. Ein überzeugender Auftritt wenige Monate vor der WM in Russland hat hohen psychologischen Wert, vor allem angesichts eines möglichen Duells in der K.o.-Runde.

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Interessante Quoten & Tipps

Seit 30 Jahren hat Deutschland kein Heimspiel mehr gegen Frankreich gewonnen. Zugleich setzte es die letzte Niederlage der DFB-Elf vor rund 16 Monaten… gegen Frankreich. Die Equipe Tricolore darf also durchaus als Gegner bezeichnet werden, der dem Weltmeister Respekt abverlangt. Dennoch gehen wir von einem Sieg der deutschen Nationalmannschaft aus.

Warum? Weil Frankreich mit Pogba,  Dembelé, Lloris und Giroud mehr Stützen vermisst als der DFB. Weil die Mannschaft längst nicht so souverän durch die WM-Qualifikation pflügte wie Deutschland. Und weil Deutschland aktuell weiterhin die bessere Mannschaft stellt: Nicht unbedingt individuell, aber sicherlich auf kollektiver Ebene.

Daher die Prognose: Sieg für die deutsche Nationalmannschaft – Quote 2,30 bei Interwetten.com

 

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