Spielstätet: Quicken Loans Arena, Cleveland (Ohio)

Serie: 2-3 (G1 100:108, G2: 95:93, G3 96:91, G4 103:82, G5 104:91)

Matchball! In der heimischen Oracle Arena gewannen die Golden State Warriors Spiel 5 der Finals und können sich somit im nächsten Aufeinandertreffen zum Champion krönen. Je tiefer es in die Serie ging, umso taktischer wurden die Partien und umso größer die Rollen der Coaches. Aktuell hat sich Steve Kerr im Duell der Rookie Coaches einen kleinen Vorteil erspielt. Höchstwahrscheinlich sehen wir in Spiel 6 auf beiden Seiten erneut „extreme small ball“.

Cleveland Cavaliers

Regular Season: 53 Siege, 29 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. Boston Celtics, 4-2 vs. Chicago Bulls, 4-0 vs. Atlanta Hawks

Stats Leaders: LeBron James 29.9 PPG, LeBron James 11.0 RPG, LeBron James 8.4 APG

Dass ausgerechnet das Team mit einem halben Dutzend Veteranen und großer Finalserfahrung den nervöseren Start hinlegte hin Spiel 5, war schon erstaunlich. Nach nicht einmal fünf Minuten hatten die Cavaliers bereits 5 Turnover auf dem Konto und machten es den Warriors dadurch unheimlich leicht, auf das Gaspedal zu drücken und „Fast Ball“ zu spielen.

Dennoch, und das war die positive Nachricht für Cleveland, ließen sich die Cavaliers nicht abschütteln und hielten die Partie bis wenige Minuten vor Schluss komplett offen. Hauptverantwortlich hierfür war natürlich wie immer LeBron James. Nachdem sich der King in Spiel 4 eine „Offnight“ (auf allerhöchstem Niveau) erlaubte, kehrte er pünktlich zu Game 5 zurück zu seiner übermenschlichen Form und hatte beinah bereits zur Halbzeit ein Triple Double auf dem Konto (20 Punkte, 8 Rebounds, 8 Assists). James suchte immer wieder die Isolation am linken Flügel, wo er insbesondere im Post quasi nicht zu stoppen war. Zudem fand er fast immer den freien Schützen, wobei deren Treffsicherheit wie schon zuvor deutlich zu wünschen übrig. Einzig J.R. Smith, der in Spiel 4 die zweitschlechteste Shooting-Performance in den Finals aller Zeiten ablieferte, zeigte sich wieder von seiner besseren Seite und traf aus dem Catch-and-Shoot heraus exzellent. Ansonsten musste wie gewohnt James einen Großteil der Scoringlast tragen. An 26 von 32 Field Goals war der King als Schütze oder Vorbereiter beteiligt (!), ein wahnsinniger Wert.

Dennoch merkte man James an, dass er seine Big Men vermisste. Coach David Blatt nahm Timothey Mozgov schon Mitte des ersten Viertels herunter, auch Tristan Thompson sah nicht so viel Spielzeit wie zuvor. Stattdessen liefen die Cavs über weite Strecken mit vier Guards und James als „Point Center“ auf, der in dieser Rolle an Magic Johnson aus den Finals 1980 erinnerte.

Obwohl die Cavaliers das Spiel so lange offen hielten, muss man sich fragen, ob Blatt nicht doch eher auf die Größenvorteile seiner Big Men hätte setzen sollen. Mozgov zerstörte die Warriors in Spiel 4 (28 Punkte) und gemeinsam mit Thompson hätte er erneut jede Menge Offensivrebounds und somit 2nd-Chance-Points erlaubt. Stattdessen verloren die Cavs das Duell an den Brettern relativ deutlich. Man darf gespannt sein, wie Coach Blatt in Spiel 6 reagieren wird.

Golden State Warriors

Regular Season: 67 Siege, 15 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. New Orleans Pelicans, 4-2 vs. Memphis Grizzlies, 4-1 vs. Houston Rockets

Stats Leaders: Stephen Curry 28.5 PPG, Draymond Green 10.1 RPG, Stephen Curry 6.3 APG

Was für ein Statement-Win für die Warriors und vor allem für MVP Steph Curry. Gemessen an den immensen Erwartungen spielte der Point Guard bis dahin allenfalls mäßige Playoffs, weshalb seine Explosion in Spiel 5 umso bedeutsamer war. 37 Punkte, 7 Rebounds und 4 Assists zauberte Curry aufs Scoreboard und sorgte mit einigen wilden Würfen und fantastischem Ballhandling mal wieder für die spektakuläre Komponente in der Oracle Arena.

Dabei sah es anfangs nicht danach aus, als würde Curry eine Monsternacht hinlegen. Zwar er von Beginn an konstant bei guten Quoten, nahm darüber hinaus jedoch kaum Einfluss auf das Spiel. So gönnte ihm Steve Kerr auch immer wieder ausgedehntere Pausen, in denen er von Shaun Livingston sehr ordentlich vertreten wurde. Selbst im vierten Viertel nahm Curry erst mehrere Minuten auf der Bank Platz. Dann legte er das Handtuch jedoch beiseite und sorgte mit 17 teilweise atemberaubenden Punkten für die Entscheidung. Es war sein Verdienst, dass die Warriors eine über weite Strecken enge Partie am Schluss souverän gewann. Er war der Closer, den sein Team benötigte. Matthew Dellavedowa ließ er ein ums andere Mal wie einen Schuljungen aussehen und dürfte damit wohl auch seine letzten Kritiker zum Schweigen gebracht haben.

Sollten die Warriors Game 6 und somit den Titel gewinnen, könnte der Finals MVP trotzdem auf einen anderen Namen hören: André Igoudala. Iggy lieferte wieder einmal das All-Arround-Game ab, das ihn zum X-Faktor in der Serie gemacht hat. In einem Kader voller exzellenter Verteidiger ist er der einzige, der LeBron James zumindest ansatzweise stoppen kann. Dazu macht er offensiv verdammt intelligente Sachen. Sein einziges Problem in Spiel 5 die Freiwürfe. Als er gegen Ende der Partie nur noch Backsteine vom Charity Stripe warf, entschieden sich die Cavaliers sogar für die „Hack-A-Iggy“-Taktik und schickten ihn absichtlich an die Linie. Nach 48 Minuten war seine Bilanz katastrophal (2/11 FT).

Insgesamt zeigen die Warriors mehr und mehr, dass sie einfach dass besser und tiefer besetzte Team sind. Livingston, Barbosa, Bogut, Barnes, Thompson, Green,… Sie alle tragen ihren Teil bei. Und wenn Steph Curry den Sack dann auch noch dermaßen kaltschnäuzig zumacht, sind sie verdammt schwer zu schlagen.

Prognose

In meinen Augen hat David Blatt den Fehler gemacht, sich auf Steve Kerrs Small-Ball-Spielchen einzulassen und ebenfalls klein spielen zu lassen. Mit LeBron James kann man das (so wie alles erdenklich andere) probieren, allerdings beschnitten sich die Cavaliers so ihrer eigenen Stärke und ihres größten Vorteils: Ihrer Größe und ihrem Rebounding. Mozgov hätte den Warriors wie schon in Spiel 4 wehtun können und hätte das defensive Konzept dennoch nicht kaputt gemacht. Dazu wären mit Thomspon und Mozgov auf dem Court wieder mehr Offensivrebounds abgefallen. Die Warriors diktierten so die Pace des Spiels und zogen zwar erst spät weg, aber dennoch verdient und deutlich. Ihren ersten Matchball werden sie trotzdem nicht verwerten. Der King persönlich wird etwas dagegen haben. Die Cavs stehen zuhause mit dem Rücken zur Wand. Solange die Schützen nicht ausschließlich Backsteine werfen, wird LeBron sein Team mit einer weiteren Monsterleistung am Leben erhalten.

Somit die Prognose: Sieg für die Cleveland Cavaliers – 2,65 Betway (beste App!)

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