• Spielstätte: Quick Loans Arena, Cleveland (Ohio)
  • Serie: 1-1 (G1 100:107, G2 95:93)

Etwas überraschend setzten sich die Cleveland Cavaliers in Spiel 2 der NBA Finals mit 95:93 durch. Erneut brauchte es die Overtime, um die Partie zu entscheiden. Das niedrige Ergebnis zeigt: Die Defense prägte das Geschehen, vor allem bei den Cavs, die an die Memphis Grizzlies erinnerten. Offensiv gewann King James das Duell mit MVP Steph Curry deutlich und war somit wieder einmal der alles überragende Mann auf dem Court.

Cleveland Cavaliers

Regular Season: 53 Siege, 29 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. Boston Celtics, 4-2 vs. Chicago Bulls, 4-0 vs. Atlanta Hawks

Stats Leaders: LeBron James 29.3 PPG, LeBron James 10.6 RPG, LeBron James 8.3 APG

Spiel 2 war enorm wichtig für die Cavaliers. Nachdem sie das Eröffnungsspiel hauchdünn verloren  und dazu auch noch die Verletzung von Kyrie Irving zu verkraften hatten, war die Spannung groß. Wie würde das Team reagieren? Hat Cleveland überhaupt noch eine Chance? Bricht LeBron jetzt ein?

54 Minuten später wissen wir: Die Cleveland Cavaliers sind voll da! Allen voran King James, der erneut eine Monsterstatline ablieferte, die jeden Vergleich mit MJ rechtfertigt. 39 Punkte, 16 Rebounds und 11 Assists (Team: 14) standen am Ende zu Buche für LBJ, der sich damit wieder einmal hauptverantwortlich zeigte für den Erfolg seines Teams. Es war außerdem sein fünftes Finals-Triple-Double. Weiterhin ist er der erst zweite Spieler, der in einer Finals-Partie mindestens 35 Punkte, 15 Rebounds und 10 Assists sammelte. Kurzum: Der aktuelle LeBron ist historisch gut.

Dabei hätte er erneut zum tragischen Helden werden können. Wie schon in Spiel 1 vergab der King den möglichen Gamewinner zum Ende der regulären Spielzeit, wobei die Referees bei der harten Verteidigung seines Drives auch durchaus hätten Foul pfeifen können. Anders als zuvor blieben James und seine Cavaliers jedoch auch in der Overtime auf der Höhe und setzten sich schlussendlich knapp, aber verdient durch.

Die wichtige Erkenntnis aus dem Spiel war die Tatsache, dass die Cavaliers gegen diese Warriors nur über die Maloche triumphieren können. Individuell ist das Team aus Ohio unterlegen, was durch harte Defense, Hustle und Rackern an den Boards kompensiert werden muss. Genau dies Taten die Cavs in Spiel 2 und machten dem Gegner bei jeder Possesion das Leben schwer.

Sinnbildlich dafür steht Matthew Dellavedowa. Eigentlich als Backup gedacht rutschte dieser für Kyrie Irving in die Starting Five und hatte dabei nur einen einzigen Job: Stephen Curry stoppen. Und das gelang ihm sensationell gut. Dellavedowa, der sich stets an den Grenzen der Legalität bewegt, klebte wie Pattex am Dubs-Spielmacher und hielt ihn bei 19 Punkten und sehr schwachen Quoten. Rückblickend hatte der Ausfall des defensiv limitierten Irving also durchaus etwas Gutes.

Für die Cavaliers gilt es nun, ihre unspektakuläre, defensiv-malochende Finals-Identität vollends anzunehmen und noch weiter anzunehmen. Offensiv können sie ohnehin nicht mehr tun, als auf LeBron zu hoffen. Solange dieser jedoch weiter übermenschlichen Basketball spielt, könnte die NBA Trophy erstmals nach Cleveland, Ohio gehen.

Golden State Warriors

Regular Season: 67 Siege, 15 Niederlagen

Playoffs: 4-0 vs. New Orleans Pelicans, 4-2 vs. Memphis Grizzlies, 4-1 vs. Houston Rockets

Stats Leaders: Stephen Curry 28.4 PPG, Draymond Green 10.5 RGP, Stephen Curry 6.4 APG

So schnell kann es gehen. Innerhalb von nur zwei Spielen haben die Golden State Warriors die Rolle des klaren Favoriten verloren. Das belegt auch das Verhalten der Wettanbieter, bei denen die Quoten für Warriors-Siege kontinuierlich steigen.

Anders als in den vorherigen Serien scheint die reine Klasse und Eingespieltheit der Warriors nicht mehr zu genügen, um den Gegner zu dominieren. In solchen Spielen wäre umso mehr Superstar Stephen Curry gefragt. Doch der MVP war in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Totalausfall. 2 seiner Dreier fanden ihr Ziel – bei 15 Versuchen! Curry war bemüht, tat sich jedoch sichtlich schwer mit der Kettenhund-Defense von Dellavedowa.

Glücklicherweise ist Curry ja nicht der einzige Splash Brother. Sein Partner Klay Thompson hielt das Team mit 34 Punkten im Spiel und fing die Offnight seines Kollegen einigermaßen auf. Dennoch zeigte sich einmal mehr, das Thompson keiner ist, der in den Schlussminuten den Unterschied ausmacht. Vor allem in der Overtime muss von sogenannten Stars einfach mehr kommen. Der Vorwurf, den sich LeBron James nach Spiel 1 gefallen lassen musste, trifft nun auf die Warriors-Leader zu.

Im Grunde genommen erinnerte vor allem Spiel 2 an die Zweitrundenserie der Dubs. Dort ging es gegen die Memphis Grizzlies, die sich mit ihrer Grit-and-Grind-Defense sogar einen 2:1-Vorsprung erkämpften. Damals fand Steve Kerr jedoch gerade noch rechtzeitig das richtige Rezept (Spacing + eigene Defense), profitierte allerdings auch von der Verletzung von Edelverteidiger Tony Allen.

Damals stellte Kerr auf ein extrem kleines Lineup um, mit Harrison Barnes und Draymond Green auf den großen Positionen. Da beide herausragende Verteidiger sind und körperlich sehr robust, ging der Plan voll auf. In der Defense kamen die Warriors sogar zu mehr Stops als zuvor und offensiv stiegen die Quoten.

Auch gegen die Cavaliers würde dieser Move Sinn machen, um die Reboundmonster Tristan Thompson und Timothey Mozgov aus der Zone zu ziehen. In Spiel zwei holten alleine die beiden Bigs 25 Rebounds und waren somit in Kombination mit LeBron James hauptverantwortlich für die Überlegenheit der Cavs an den Brettern.

Man darf gespannt sein, welche Lösung Kerr aus dem Hut zaubert und wie diese anschlägt. Fest steht: Sich auf die eigene Klasse zu konzentrieren wird nicht reichen.

Prognose

Wer sich den bisherigen Verlauf der Finals-Serie angesehen hat, der wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass es nahezu unmöglich ist, einen einigermaßen sicheren Tipp abzugeben. Beide Partien gingen in die Overtime (historisches Novum) und unter Umständen könnte auch eines der Teams 2:0 in Führung liegen. Dass es auch in Spiel 3 höchst spannend zugehen wird, ist wohl das einzige, was sicher scheint. Wer besonders mutig ist und einen Hang zum Drama hat, könnte erneut auf Overtime, sprich Unentschieden in der regulären Spielzeit tippen, was von den Buchmachern mit Fabelquoten belohnt wird. Schlussendlich wird es einen Sieger geben. Meiner Meinung nach werden es die Cleveland Cavaliers sein. Die Cavs haben den psychologischen Vorteil, sind zuhause noch ungeschlagen in den diesjährigen Playoffs und haben einfach den besten Basketballer des Planeten in ihren Reihen. LeBron James alleine hat zigfach mehr Finals-Erfahrung als das gesamte Warriors-Roster, was mehr und mehr von Bedeutung sein wird, je tiefer es in die Serie geht.

Daher die Prognose: Sieg für die Cleveland Cavaliers – 1,97 Tonybet (tolle Quoten, sehr gute Auswahl)

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