• Spiel 1: BOS – CHI 102-106
  • Stand: 1-0 Chicago Bulls

Die Chicago Bulls sorgten mit ihrem 106-102 Sieg, in einem spannenden Spiel gegen die Boston Celtics, für die zweite etwas größere Überraschung in diesen Playoffs und konnten als Achtplatzierter den Erstplatzierten besiegen. Mit 30 Punkten war Jimmy Butler für die Bulls der Mann des Spiels, auch wenn das komplette Spiel ganz im Zeichen von Isaiah Thomas stand, dem nur einen Tag zuvor eine Tragödie wiederfuhr.

Ohne Fremdeinwirkung starb seine jüngere Schwester bei einem Autounfall, nur einen Tag vor einem der wichtigsten Spiele in Isaiah Thomas Karriere. Er stand jedoch trotzdem auf dem Feld und war mit 13 Punkten hauptverantwortlich dafür, dass die Celtics das erste Viertel mit 28-23 gewinnen konnten. Er kam am Ende auf 33 Punkte. Die zweite Fünf der Bulls brachte die Gäste dann aber im zweiten Viertel zurück ins Spiel und zur Halbezeit war es beim Stand von 48-46 zu Gunsten der Gäste, insgesamt ausgeglichen.

Das dritte Viertel blieb spannend mit einem Gleichstand startete man den letzten Spielabschnitt. Hier konnten die Bulls dann aber ein paar Plays mehr machen und sich am Ende durchsetzen. Freiwürfe von Butler besiegelten am Ende den Sieg, doch neben ihm überzeugte vor allem Bobby Portis, der mit 19 Punkten und 3 von 4 getroffenen Dreiern für Antrieb von der Bank sorgte.

Wade (11 Punkte), Rondo (12 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) und Lopez (14 Punkte) spielten zudem auch solide und unterstützen Butler wo sie nur konnten. Auf Seiten der Celtics waren Horford (19 Punkte) und Bradley (14 Punkte) die fleißigsten Punktesammler neben Thomas, doch Amir Johnson, Jae Crowder, Kelly Olynyk und Marcus Smart haben alle noch etwas Luft nach oben (12-37 aus dem Feld).

Für die Bulls und Thomas war es eine doppelt bittere Niederlage, doch sicher darf man in Spiel 2 ein konzentrierteres Team der Celtics erwarten. Bevor wir uns Spiel 2 genauer anschauen, werfen wir einen kurzen Gesamtblick auf die Serie.

Situation Boston Celtics (1. Platz: 53 Siege – 29 Niederlagen)

Natürlich waren die Boston Celtics stolz auf der Erreichen des 1. Platzes und den Sieg in der Eastern Conference. Gleichzeit erzielten sie jedoch nur 53 Siege und gehören damit zu den wenigen Teams (4), die ihre Conference mit weniger als 55 Siegen gewinnen konnten.

Damit verbunden ist auch der Vorwurf, eines der schlechtesten „besten“ Teams bzw. Gewinner-Teams einer Conference zu sein, was auch beim Blick auf den Saisonverlauf verständlich ist. So startete die Saison holprig und bis Mitte November hatte man eine Bilanz von 13-12. Erst anschließend starteten die Celtics eine Serie und bauten die Bilanz bis kurz vor dem All-Star Game auf 37-19 aus.

Bereits hier ließen die Celtics verlauten ein Auge auf den 1. Platz geworfen zu haben, auch weil die Cavs und die weitere Konkurrenz nicht ganz so souverän auftraten, wie man es erwartet hatte. Um das All-Star Game lief es dann aber wieder nicht so gut und es gingen sechs der folgenden zehn Spiele verloren. Anschließend kam man aber wieder in die Spur und Anfang April hatte Boston im direkten Duell gegen die Cavs die Chance den 1. Platz anzugreifen.

Sie verloren das Spiel, verpassten damit ihre Chance und verloren sogar das folgende Spiel gegen Atlanta. Da die Cavs, Wizards und Raptors jedoch auch patzten oder schon vorher gepatzt hatten, reichten am Ende drei Siege in Folge um doch noch auf Platz 1 zu rutschen. Ein Erfolg der auch durch die Fehler anderer begünstigt war, doch Thomas und Co. wollten sich den Erfolg nicht madig reden lassen.

Selbstbewusst, wie es sich für einen Nummer 1-Seed gehört, gehen sie in die Playoffs und hoffen mit Horford und der Erfahrung aus dem letzten Jahr einen Schritt weiter zu sein, und den ersten Platz mit guten Leistungen und dem damit verbundenen Erfolg bestätigen zu können.

Situation Chicago Bulls (8. Platz: 41 Siege – 41 Niederlagen)

Die Celtics brauchten also bis zum letzten Spieltag um den 1. Platz fest zu machen und auch die Chicago Bulls zitterten bis zum Ende um die Playoff-Teilnahme. Ein guter Schlussspurt, in einer ziemlich verkorksten Saison, sicherte den Bulls aber am Ende die Playoff-Teilnahme und so könnte ihre Chaos-Saison vielleicht doch noch ein positives Ende haben.

Den Verlauf der Bulls-Saison wieder zu geben ist dabei gar nicht so einfach, weil es immer wieder Probleme gab, die sich zeitlich überschnitten und Niederlagen auslösten, dann aber plötzlich genauso plötzlich wieder weg waren, wie sie auftauchten.

Nachdem mit Rajon Rondo und Dwyane Wade eine Menge Klasse und Erfahrung dazu geholt wurde, startete die Saison solide und die Bulls gewannen 11 der ersten 18 Spiele. Anschließend kamen jedoch erste Probleme auf und acht der nächsten elf Spiele gingen verloren.

Die Bilanz stand bei 14 Siegen und 16 Niederlagen und veränderte sich in folgenden Wochen kaum. Mal siegten sie in zwei oder drei Spielen hintereinander, dann gingen genauso so Spiele in Folge verloren und es kam so gut wie keine Kontinuität auf. Rajon Rondo wurde auf Grund fehlender Leistung auf die Bank beordert und es schien als würde das Verhältnis zwischen Spielern und Trainer bzw. Management, immer schlechter werden.

Spieler wurden überraschend getradet (Gibson und McDermott) und Ende März war die Bilanz bei 34-39. Plötzlich schien die Playoff-Qualifikation so gut wie unmöglich und auch Dwyane Wade verletzte sich und sagte, dass die Saison gelaufen wäre.

Wie auch dem Nichts übernahm Butler dann aber Verantwortung und führte seine Bulls zu sieben Siegen in den letzten neun Spielen. Auch Wade konnte es dann noch einmal versuchen und mit dem Sieg im letzten Spiel wurde die Playoff-Qualifikation doch noch klar gemacht.

Wirklich beeindruckend waren die Auftritte aber nicht und selbst wenn das Team mit vielen guten Einzelspielern gespickt ist, wird vor allem das Zusammenspiel in den Playoffs entscheidend sein. Wie gut das bei den Bulls jedoch ist, scheinen nicht einmal die Bulls selbst genau zu wissen.

X-Faktor: Rajon Rondo

Für den ehemaligen Celtic wird diese Serie gegen seinen Ex-Club eine ganz Besondere. Sowieso steht er nach den letzten wenig erfolgreichen und eher schwachen Jahren unter besonderer Beobachtung, bedenkt man zudem, wie schwach er auch in diesem Jahr spielte und dass seine Beorderung auf die Bank alles andere als unverständlich war.

Am Ende ist Rondo jedoch auch ein Championship-erfahrener Aufbau, der trotz aller Probleme mit 7,8 Punkten, 5,1 Rebounds und 6,7 Assists erahnen lässt, was er einem Team mit seiner Vielseitigkeit bieten kann. Seine Verletzung zum Ende der Saison (er verpasste drei Spiele) passte zu dem verkorksten Jahr, doch trotzdem war auffällig, dass Rondo in sieben seiner letzten 13 Spiele mehr als 10 Punkte erzielte und häufiger nur kann am Triple-Double vorbeischrammte.

Gegen die Celtics wird er aber nicht nur offensiv, sondern auch defensiv gegen Thomas gefordert sein. Wenn Rondo abruft was er kann und die fehlende Beständigkeit überwindet, dann kann er der entscheidende Mann in dieser Serie werden und mit den Bulls vielleicht sogar die Überraschung schaffen.

Boston Celtics – Chicago Bulls Serien-Tipp

Nicht nur auf Grund der Tabellensituation am Ende der Saison, sind die Celtics in dieser Serie die klaren Favoriten. Auch der gesamte Saisonverlauf und die Probleme der Bulls lassen eigentlich keinen Tipp auf das Team aus Chicago zu.

Nachdem sie jedoch Spiel 1 gewinnen konnten und Butler, Wade und Rondo zeigten, dass sie vielleicht doch besser zusammen spielen können, vor allem wenn es drauf ankommt, muss man sich wohl von dem vielleicht erwarteten, recht klaren Ergebnis verabschieden. Denn auch die Tragödie um Thomas ist sicher irgendwie in den Köpfen und lenkte den Fokus ein wenig vom Spiel.

Zudem scheinen die Celtics sowieso sehr häufig abhängig von Thomas gewesen zu sein, was in den Playoffs häufig zu Problemen führen kann. Gleichzeitig darf man jedoch auch nicht vergessen, dass die Celtics dann doch insgesamt deutlich souveräner auftraten als die Bulls, Schwächen auszunutzen wussten und auch durch die Horford-Verpflichtung besser wurden.

In der regulären Saison gewann jedes Team zwei Spiele. Die Match-Ups zwischen Bradley, Crowder, Thomas und Smart gegen Butler, Wade, Rondo und Jerian Grant versprechen jede Menge Spannung und Intensität. Am Ende halte ich die Celtics aber für stärker und gefestigter und erfahren genug um ihrer Favoritenstellung, wenn auch knapp gerecht zu werden. Die Celtics setzen sich daher in sieben Spielen durch.

Boston Celtics in 7

Spiel 2:

Es bleibt fraglich ob Isaiah Thomas heute spielt, stellte Coach Brad Stevens seinem Aufbau frei zu seiner Familie zu reisen um die Trauer zu bewältigen, oder beim Team zu bleiben. Letztlich scheint eine Abreise aber vor allem nach der Pleite in Spiel 1 eher unwahrscheinlich und so werden die Celtics aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten.

Coach Stevens wird zudem die Fehler aufarbeiten und vor allem wird das Team einen Weg finden müssen, mit dem Schicksalsschlag von Thomas umzugehen. Die Emotionen waren vor Spiel 1 nämlich sehr groß und auch Al Hordorf gab zu, dass die Meldung nicht nur auf Thomas Leistung Einfluss nahm, auch wenn der Guard der beste Celtic war und ihm kein Vorwurf zu machen ist.

Nachdem nun zwei weitere Tage vergangen sind, darf man also ein anderes, besser vorbereitetes und konzentrierteres Team der Celtics erwarten, die sich auch besser auf die Role-Player der Bulls einstellen müssen. Vor allem Bobby Portis 19 Punkte in Spiel taten nämlich weh und Stevens wird seinem Team entsprechende Instruktionen mitgeben.

Chicago konnte auf der anderen Seite natürlich Selbstvertrauen tanken und sich den Heimvorteil sichern. Gleichzeitig sorgt die fehlende Konstanz in der der regulären Saison jedoch auch dafür, dass man die Leistung in Spiel 1 in Frage stellen darf und sie zunächst in der Pflicht stehen, die gute Leistung zu wiederholen, bevor man ihnen einen weiteren Sieg zutraut.

Ich denke nicht, dass den Bulls das gelingt und gehe davon aus, dass das Celtics-Team von Coach Stevens hervorragend eingestellt in dieses Spiel gehen wird. Daher sollte der Tipp in Partie Nummer 2 auf die Celtics gehen, die die Serie damit vorerst ausgleichen.

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