Der Sommer ist für eingefleischte Basketball-Fans die wohl schlimmste Zeit im Jahr, wäre da nicht die Basketball-WM. Die NBA-Saison ist schon lange vorbei, die Awards und Trophäen wurden vergeben, die Summer League liegt auch schon eine Weile zurück und bis die Pre Season-Camps und -Spiele der einzelnen NBA-Teams starten, dauert es auch noch einige Wochen.
Auch der Trade-Markt hat sich mittlerweile beruhigt und außer vereinzelten Free-Agent-Signings, gibt es aktuell wenig über die NBA zu berichten.

Basketball-Weltmeisterschaft in China

Die vermeintliche Stille in Bezug auf die NBA ist allerdings kein Grund, sich nicht trotzdem mit Basketball zu beschäftigen, denn schon im August steht das nächste Großereignis an: die Basketball-Weltmeisterschaft in China.

Basketball WM China

Am 31. August startet die Basketball-WM in China. Erstmals werden dabei 32 Teams den Weltmeister-Titel unter sich austragen und dafür sorgen, dass alle Basketball-Fans auf ihre Kosten kommen. Das befürchtete Sommer-Loch bleibt also aus und ab sofort kann man sich wieder über qualitativ hochwertigen Basketball freuen.

Für die deutschen Fans gibt es in diesem Zusammenhang gleich zwei gute Nachrichten. Zum einen hat der Kader der deutschen Nationalmannschaft, angeführt von NBA-Star Dennis Schröder, realistische Chancen auf den Medaillen-Plätzen zu landen.
Zum anderen kann man der deutschen Mannschaft dabei zuschauen und alle anderen Spiele der WM live sehen – über magentasport gibt es alle Spiele der Basketball-WM.

Bevor wir uns jedoch auf die Stars der Basketball-WM einstimmen, gehen wir nochmal einen kleinen Schritt zurück und lassen die letzten Wochen und Monate der NBA Revue passieren.

Rückblick auf einen verrückten NBA-Sommer

Beginnen wollen wir mit dem Fall des Überteams der letzten Jahre, der Golden State Warriors, die nciht zuletzt deshalb auch in eines der besten NBA-Finals aller Zeiten involviert waren.
Lange galten sie auch in der letzten Saison als der Top-Favorit auf den NBA-Titel und es schien so, als wäre ihnen die Trophäe nur sehr schwer zu nehmen. Leider ereilte sie in diesem Jahr jedoch das gleiche Schicksal, das viele ihrer Gegner in den letzten Jahren erleben mussten – Verletzungen dezimierten das Team nicht nur, sondern sorgten auch dafür, dass sie ihren Titel nicht verteidigen konnten.

Die Toronto Raptors beim Triumphzug.

Ein neuer Champ

Bei Kevin Durant riss die Achillessehne und Klay Thompson zog sich einen Kreuzbandriss zu, sodass Steph Curry am Ende nicht genug Unterstützung hatte, um seine Warriors zum Champion zu küren. Stattdessen nutzten die Toronto Raptors die Chance und sicherten sich angeführt von Finals-MVP Kawhi Leonard den ersten Titel in der Franchise-Geschichte.

Ein neuer MVP

Doch nicht nur auf der Liste der Champions tauchte ein neuer Name auf. Auch den MVP-Titel sicherte sich in diesem Jahr ein Spieler, dem diese Ehre noch nicht zu Teil wurde. Giannis Antetokounmpo, der die Milwaukee Bucks bis in die Conference Finals führte und eine überragende reguläre Saison spielte, bekam mehr Stimmen als James Harden und beerbte seinen engsten Konkurrenten als MVP. Erfreulicherweise wird Giannis auch bei der WM für Griechenland an den Start gehen und natürlich einer der interessantesten Spieler der WM sein.

Giannis Antetokounmpo.

Giannis Antetokounmpo.

Ein neues Zuhause

Der neue Champion und der neue MVP sollten aber nur die Vorboten für eine unfassbare Off-Season sein, nach der sehr Vieles neu zu sein scheint. Spieler, Teams und Manager hatten scheinbar Lust auf Veränderungen und jede Menge Top-Spieler wechselten die Teams. Genauer werden wir darauf in unserer Saison-Vorschau vor der NBA-Saison eingehen, trotzdem sei an dieser Stelle bereits gesagt, dass jede Menge Top-Spieler ein neues zu Hause fanden und wir einen kleinen Überblick geben wollen.

Mit Kawhi Leonard wechselte zum ersten Mal der aktuelle Finals-MVP nach einem Titelgewinn das Team. Zudem schlossen sich mit Kevin Durant und Russell Westbrook, auch zwei ehemalige MVPs der regulären Saison, neuen Mannschaften an. Doch die Liste der namhaften Spieler, die sich ein neues zu Hause suchten ist immer noch lang: Kyrie Irving, Paul George, Chris Paul, Anthony Davis, DeMarcus Cousins, Al Horford, Jimmy Butler, Kemba Walker oder Mike Conley sind dabei die wohl namhaftesten Akteure und sorgten durch ihre Wechsel für einige Veränderungen in der Liga.

Durch die vielen Wechsel formierten sich neue Super-Duos, so dass die Anzahl der Titelanwärter größer wurde.
Im Folgenden wollen wir euch schon einmal kurz und knapp die vielleicht interessanten Teams und Duos vorstellen. Zunächst die aus dem Westen:

  • Golden State Warriors (Steph Curry, Klay Thompson*)
  • Los Angeles Clippers (Kawhi Leonard und Paul George*)
  • Los Angeles Lakers (LeBron James, Anthony Davis)
  • Denver Nuggets (Nikola Jokic, Jamal Murray)
  • Houston Rockets (James Harden, Russell Westbrook)
  • Utah Jazz (Donovan Mitchell, Rudy Gobert)
  • Portland Trail Blazers (Damian Lillard, CJ McCollum)
  • Dallas Mavericks (Kristaps Porzingis, Luka Doncic)
  • San Antonio Spurs (LaMarcus Aldridge, DeMar DeRozan)
  • New Orleans Pelicans (Zion Williamson, Lonzo Ball)

Auch im Osten gibt es einige sehr interessante Teams:

  • Boston Celtics (Kemba Walker, Jayson Tatum)
  • Philadelphia 76ers (Joel Embiid, Ben Simmons)
  • Milwaukee Bucks (Giannis Antetokounmpo, Khris Middleton)
  • Brooklyn Nets (Kevin Durant*, Kyrie Irving)
  • Toronto Raptors (Kyle Lowry, Marc Gasol)
  • Detroit Piston (Blake Griffin, Andre Drummond)
  • Miami Heat (Jimmy Butler, Goran Dragic)
  • Washington Wizards (Bradley Beal, John Wall*)

Leider sind einige Spieler noch angeschlagen oder verletzt (mit * gekennzeichnet), trotzdem scheint die NBA ausgeglichener denn je, haben auch einige der nicht genannten Teams Vieles zu bieten und namhafte Akteure in den eigenen Reihen.

Die Folgen der Wechsel – für die NBA und die Basketball-Weltmeisterschaft in China

Neben der großen Vorfreude der Fans und den Hoffnungen der Teams auf den Titel, bringen die vielen Veränderungen aber auch andere Folgen mit sich. In Bezug auf die Mannschaften sind hier beispielweise die Oklahoma City Thunder zu nennen, die mit Russell Westbrook und Paul George ihre beiden besten Spieler verloren und damit als gutes Beispiel für negative Folgen stehen. Auch die New Orleans Pelicans verloren mit Anthony Davis ihren besten Spieler, konnten aber auch aufgrund des 1. Picks in der Draft, ein interessantes, junges Team auf die Beine stellen.
Doch nicht nur die NBA-Teams leiden zum Teil unter der großen Anzahl an Spielerwechsel. Nicht nur für sie ist es Basketball mit Stimmungsdämpfer.

Gregg Popovich mit Dirk Novitzki.

Gregg Popovich mit Dirk Novitzki.

Auch das Team USA hat mit den Veränderungen zu kämpfen, lehnten viele Top-Stars ein Engagement für ihr Land ab, obwohl mit Gregg Popovich einer der beliebtesten und besten Coaches der Liga die Mannschaft anführen wird.
Gesundheitliche Probleme wurden dabei nur teilweise als Grund für die Absagen genannt. Zwar betonten einige Spieler, sich nach der langen und Kräfte zehrenden Saison erholen zu wollen, doch die Tatsache nun plötzlich realistische Titel-Chancen zu haben, brachte einige Stars dazu, lieber zu Hause zu bleiben, um mit den neuen Teamkollegen zu trainieren und sich besser kennen zu lernen.

Team USA

Aus dem Kader der Olympischen Spiele 2016 ist Harrison Barnes der einzig verbliebene Akteur und Spieler wie Irving, Butler, Jordan, Lowry, DeRozan oder Green sind im diesjährigen Kader nicht mehr dabei. Die Verletzten Durant, Thompson und George können auch nicht dabei sein, sodass das Team auch deswegen neu strukturiert werden musste.
Weitere Top-Stars wie James, Curry, Harden, Westbrook oder Davis unterstützen die USA ebenfalls nicht, sodass Popovich nicht auf die besten Basketballspieler der Welt zurückgreifen kann.

Es stellt sich also die berechtigte Frage, wie das Team USA aussieht?
Drei Tage vor Turnierstart gestaltete sich der Kader der Amerikaner, der von Kemba Walker angeführt wird, wie folgt:

Guards:
Kemba Walker, Marcus Smart, Derrick White, Donovan Mitchell, Joe Harris
Forwards:
Jaylen Brown, Jayson Tatum, Harrison Barnes, Khris Middleton
Center:
Myles Turner, Brook Lopez, Mason Plumlee

Der Kader lässt also Fragen offen, wie auch die Ergebnisse der Testspiele erahnen lassen. So verloren die US-Amerikaner beispielsweise mit 94-98 gegen Australien, nachdem sie zuvor 78 Siege am Stück (mit NBA-Spielern) erzielen konnten und 13 Jahre ohne Niederlage waren.
Die Favoritenrolle haben sie vermutlich trotzdem noch inne, doch die Chancen der anderen Teams sind wohl so groß wie lange nicht mehr.

Die Qualität der Anderen

Grund dafür ist aber nicht nur die Absageflut bei den US-Amerikanern. Der Rest der Welt hat schon lange aufgeholt und mit Giannis Antetokounmpo (Griechenland) und beispielweise Nikola Jokic (Serbien) sind die vielleicht besten Spieler des Turniers nicht im Team USA finden.
Die Liste der Länder mit guten Kadern ist zudem relativ lang und neben USA, Serbien oder auch Griechenland, gibt es mit Spanien, Frankreich, Australien, Argentinien, Slowenien, Russland, Litauen oder der Türkei noch jede Menge andere Mannschaften, die bei der WM für Furore sorgen wollen.

Und Deutschland…?

Basketball-Team-Germany

Team Germany.

Deutschland war bei dieser Aufzählung nicht dabei – allerdings zu Unrecht.
Denn im Gegensatz zu den vorherigen WMs, bei denen meistens Dirk Nowitzki das alleinige Zugpferd der deutschen Nationalmannschaft war, scheint das Team von Bundestrainer Henrik Rödl in diesem Jahr tiefer aufgestellt denn je.

Dennis Schröder führt dabei eine Mannschaft an, die mit Daniel Theis, Maximilian Kleber, und Isaac Bonga gleich vier NBA-Spieler mitbringt. Dazu verbrachte auch Paul Zipser schon einige Spielzeiten in der NBA und Niels Giffey feierte große Erfolge am College in Amerika.
Aus der Bundesliga kommen zudem Maodo Lo, Andreas Obst, Danilo Barthel und Johannes Thiemann hinzu. Komplettiert wird das Team durch die im Ausland spielenden Ismet Akpinar, Johannes Voigtmann und Kapitän Robin Benzing. Wer kann zu den Stars der Basketball-WM aufsteigen?

Guards:
Dennis Schröder, Maodo Lo, Ismet Akpinar, Isaac Bonga, Andreas Obst
Small Forwards:
Niels Giffey, Robin Benzing, Paul Zipser
Power Forward und Center:
Daniel Theis, Maximilian Kleber, Danilo Barthel, Johannes Voigtmann, Johannes Thiemann

Die Vorbereitung lief dabei für die deutsche Mannschaft relativ gut, gewannen sie zwar nicht alle Spiele, doch sie konnten sich den Sieg beim Basketball-Supercup sichern und bei der Generalprobe für die WM einen 74-64 Sieg gegen Australien einfahren, die wenige Tage zuvor noch die Amerikaner besiegen konnten.
Die Chancen stehen also auch für die deutschen Basketballer nicht schlecht und man darf gespannt darauf schauen, wie sich NBA-Star Schröder und Co. bei der WM unter Bundestrainer Henrik Rödl schlagen werden.

Bundestrainer Henrik Rödl.

Der Spielmodus bei der Basketball-Weltmeisterschaft in China

Der Modus der Basketball-WM gestaltet sich in diesem Jahr wie folgt:

Runde 1:

Zunächst wird es eine erste Gruppenphase geben, bei der es acht Gruppen aus je vier Teams geben wird. Dabei qualifizieren sich die beiden punktbesten Mannschaften jeder Gruppe für die zweite Runde.

Runde 2:

Hier gibt es eine weitere Gruppenphase, bei der es vier Gruppen aus je vier Teams geben wird. Erneut qualifizieren sich die beiden punktbesten Mannschaften jeder Gruppe für die nächste Runde.

Runde 3, 4 und 5 – Viertelfinale, Halbfinale und Finale:

Die dritte Runde ist dann bereits das Viertelfinale und anschließend werden die Halbfinals und das Finale ausgespielt.

Auch die Plätze 5-8 werden ausgespielt, da die WM-Platzierung letztlich auch für die Olympia-Qualifikation entscheidend ist.
Es qualifizieren sich sieben Teams der WM automatisch für die Olympischen Spiele in Tokyo 2020.
Da gewährleistet sein muss, dass bei Olympia alle Kontinente vertreten sind, erhalten die beiden bestplatzierten Teams aus Europa und aus der amerikanischen Zone sowie das jeweils bestplatzierte Team aus Afrika, Asien und Ozeanien einen Startplatz bei Olympia.
Die verbleibenden Plätze werden anschließend über verschiedene Qualifikations-Turniere vergeben.

So steht also für Alle neben dem WM-Titel auch die Olympia-Qualifikation auf dem Spiel, was sicher noch einmal für zusätzliche Motivation sorgen wird.

Die Gruppen

  • Gruppe A: China, Elfenbeinküste, Polen, Venezuela
  • Gruppe B: Argentinien, Russland, Nigeria, Südkorea
  • Gruppe C: Spanien, Puerto-Rico, Iran, Tunesien
  • Gruppe D: Serbien, Italien, Angola, Philippinen
  • Gruppe E: USA, Türkei, Japan, Tschechien
  • Gruppe F: Griechenland, Brasilien, Neuseeland, Montenegro
  • Gruppe G: Deutschland, Frankreich, Jordanien, Dominikanische Republik
  • Gruppe H: Australien, Litauen, Kanada, Senegal
  • Wichtige Termine

Die Basketball-WM in China startet am Samstag, den 31.08. um 9.30 Uhr europäischer Zeit, mit dem Spiel Angola-Serbien.

Die deutsche Mannschaft ist am Sonntag, den 01.09. um 14 Uhr zum ersten mal im Einsatz und trifft direkt auf den schwersten Gegner der Gruppe – Frankreich.

Das Team USA startet ebenfalls am Sonntag, den 01.09. in das Turnier. Sie spielen um 14.30 Uhr gegen Tschechien.

Runde 2 beginnt dann am 06. September.

Die Viertelfinals werden am 10. und 11. September gespielt.

Die Halbfinals finden am 13. September statt.

Das Finale und Spiel um Platz 3 wird am 15. September ausgetragen.

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