Genau das fordern sieben australische Verbände im Moment. Sie wollen, dass der Straftatbestand der Wettmanipulation mit einer Strafe von bis zu 10 Jahren Haft belegt werden kann. Natürlich sollen dabei nur bei schweren Fällen die vollen zehn Jahre verhängt werden, aber die Vertreter der einzelnen Sportarten haben ihr Anliegen dem australischen Sportminister Senator Mark Arbib vorgetragen, der das Anliegen bei der nächsten Konferenz der einzelnen Gebiete vorstellen wird.

Insgesamt wurde Australien von keinem schweren Skandal erschüttert, aber die Verbände seien besorgt, dass mit den immer größer werdenden Sportwetten und vor allem mit immer mehr Wettmärkte die Versuchung und auch Gelegenheit zur Manipulation immer größer werden. Interessant sind dabei vor allem die drei Punkte, die ebenfalls vorgestellt wurden:

– Ein nationales Gesetz, das die Wettmanipulation als Straftat definiert.

– Alle Regionen sollen Teil eines Gesetzes werden, nachdem Wettunternehmen auf Verlangen hin genaue Details über Wetteinsätze und verdächtige Wetten an die Sportverbände übergeben müssen. Außerdem sollen Abgaben eingeführt, für die Nutzung der „intellektuellen Idee des Sports“, also eine Abgabe an die Sportart, die als Wette angeboten wird

– Sportverbände bzw. Vertreter einer Sportart haben ein Vetorecht falls bestimmte Wettarten ihre Integrität untergraben könnten.

Diese Ideen haben in Australien durchaus Chancen, denn es gibt sicherlich nicht nur Befürworter der Liberalisierung und auch sonst hat Australien sehr strenge Regelungen obwohl sie einen offenen Markt haben (Bonusangebote sind beispielsweise verboten, so wie manche animierenden Phrasen).

Meine Meinung: Nun ja, sehr gemischte Gefühle kommen hier auf. Natürlich muss Wettbetrug mit allen Mitteln bekämpft werden, aber 10 Jahre Haft bringen diesen Betrug unter Umständen in die Nähe von Vergewaltigern bei den Strafen und genau dabei überkommt mich ein seltsames Gefühl. Sehr gut ist die Idee der klaren Definition, dass es eine Straftat sei und Gefängnisstrafen sind sicherlich richtig.

Übel wird mir jedoch bei der Tatsache, dass man hier ganz plump versucht unter dem Deckmantel der Prävention gegen Wettbetrug die Kasse klingeln zu lassen durch die erwähnte Abgabe. Dies ist die übliche Gier der Sportverbände, die wir schon lange beobachten können, schließlich kriegen sie alle Dollarzeichen in den Augen wenn sie sehen welche Summen mit Sportwetten verdient werden. Australien ist ein absolut Wettverrücktes Land und das trotz durchaus stoppender Maßnahmen was Werbung usw. angeht, aber aus welchem Grund man nun das Geld einem anderen in den Rachen schmeißen sollte, bleibt mir ein Rätsel. Natürlich hatte keiner der Vertreter die Idee Wetten wirklich einzudämmen 😉